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Aktionskunst ist ein Oberbegriff für eine Reihe von Strömungen der Kunst des 20. Jahrhunderts, denen gemeinsam ist, dass die klassischen Formen der bildenden Kunst (Plastik, Malerei) in Richtung auf Körpereinsatz und zeitliche Einmaligkeit überschritten wurden. Ziel ist oft auch ein Verlassen des als zu konventionell und eng empfundenen Kunstbegriffes und Kunstbetriebs.

Aktionskunst als Performance


Die Aktionskunst wird auch als Teil oder vereinfachte Umschreibung der künstlerischen Performance gesehen. Dabei werden teils klassische Arbeitsweisen der bildenden Kunst integriert, wie Malerei und Bildhauerei, aber auch Fotografie, Film, Video und elektronische Kunst. Es sollen Zustände des Äußeren und Inneren in ein Spannungsfeld gebracht werden. Die Grenzen zwischen Kunst und Leben werden so überprüft, oder auch in einen fließenden Übergang gebracht - eine Erklärung der Fluxus-Bewegung (flux - Fluss).

Bei der Variante der Körperkunst wird der eigene Körper des Künstlers als Medium (z. B. Wolfgang Flatz) oder als Teil der künstlerischen Aktionen eingesetzt. Mitunter gehen diese Versuche am eigenen Körper bis zur eigenen Zerstörung (Rudolf Schwarzkogler); oft setzen sich Künstler dabei extremen Situationen aus (z. B. Marina Abramovic).

Kunst, Happening, Politik


Aktionskunst existiert aber auch als Schnittmenge von Kunst und Politik, ausgehend von der Entwicklung der 1960er, in der das Happening sowohl ein Kunstwerk als auch politische Manifestation sein konnte (Beispiel: Die Austreibung der Dämonen aus dem Pentagon 1967, angeführt von Allen Ginsberg). Die bekannteste Künstlerbewegung, die sich ganz diesem Denken verschrieb, war die Situationistische Internationale. Aber bereits der Surrealismus hatte einen theoretischen Entwurf für die Einbeziehung der Handlung geliefert.

Weitere Beispiele finden sich bei Aktionen von Beuys, der wie auch Asger Jorn den Begriff der Gestaltung nicht auf Bilder begrenzt, sondern als umfassendes Gestalten der Welt ansah; weiterhin bei kreativen Performances der Yippies, Spontis, oder bei Aktionen der Kommunikationsguerilla, wie etwa den "Überfällen" der Gruppe Die Überflüssigen 2005. Die Inszenierung von politischen Forderungen soll hier z. B. einer so empfundenen Inszenierung von Politik entgegenlaufen, wobei politische Forderungen aber undogmatisch sind, und z. B. auf maximale Emanzipation und Selbstverwirklichung der Individuen abzielen.

Verwandtschaft


Die Aktionskunst überschneidet sich konzeptionell mit der Prozesskunst, der Body-art und der Konzeptkunst, und weist auch Verwandtschaften zum Theater auf.

Literatur


  • Thomas Dreher: Performance Art nach 1945. Aktionstheater und Intermedia. München 2001. ISBN 3-7705-3452-2.

Externe Links


Siehe auch:


Aktionskunst | Bildende Kunst

 

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