Ein Akteur ist der Autor einer Handlung.
Umgangssprache
Im Alltagsgebrauch wird meist ein
Schauspieler (auf der
Bühne) als „Akteur“ bezeichnet. Die veraltende weibliche Form
„Aktrice“ wird manchmal auch zur Bezeichnung einer Darstellerin benutzt, deren Können in Frage gestellt wird.
Sozialwissenschaften
In der
Soziologie wird „Akteur“ (anglisierend auch
„Aktor“) oft für
sozial Handelnde verwandt, und nicht nur für Einzelne. Auch
Staaten,
Konzerne und
NGOs können als national und international „
agierend“ aufgefasst werden (dann oft: „kollektive Akteure“). Auch innerhalb eines Staates/einer Gesellschaft können beispielsweise als „
kollektive Akteure“
Gewerkschaften und
Arbeitgeberverbände unterschieden werden.
Anhand der Bedeutung, die dem Willen bzw. den Entscheidungen der Akteure für allen gesellschaftlichen Wandel beigemessen wird, unterscheiden sich akteurzentrierte Theorien der Soziologie von z. B. systemischen oder strukturalistischen Theorien.
Soziologische Literatur
Manfred Gabriel (Hrsg.),
Paradigmen der akteurszentrierten * Soziologie, Wiesbaden: VS Vlg. f. Sozialwissenschaften 2004, ISBN 3-531-13895-2
Betriebswirtschaftlich
Auch eine engere
betriebswirtschaftliche Bedeutung existiert: Bei der
Modellierung von
Geschäftsprozessen, insbesondere im Rahmen der
Unified Modeling Language, verwendet man das Konzept eines „Akteurs“ als
Modellierungselement. Ein Akteur abstrahiert dabei von realen Benutzern eines Systems der
Informationstechnik, indem er für eine
Rolle steht, die von verschiedenen Benutzern im Rahmen eines Geschäftsprozesses eingenommen werden kann. Siehe auch
Akteur in der Unified Modeling Language und
Anwendungsfalldiagramm.
In der Entwicklungszusammenarbeit
In der
Entwicklungszusammenarbeit werden die an Konzeption und Durchführung von Entwicklungsprojekten beteiligten Individuen oder Gruppen Akteure genannt. Eine Möglichkeit der Betrachtung dieser Zusammenhänge bietet die Akteuranalyse.
Siehe auch
actor | acteur | Soziologie | Individuum | Person nach Eigenschaft