Doric-style-5.jpg Der Akroter, das Akroterion oder die Akroterie (oberste Ecke oder Spitze) kommt häufig bei griechischer (also dorischer beziehungsweise ionischer oder korinthischer) und etruskischer bzw. römischer Tempelarchitektur vor, sowie bei Grabstelen. Er ist ein übliches Architekturobjekt zur Bekrönung von Giebelfirst und Giebelecke (dann Eckakroter genannt) sowie als Verzierung auslaufender Dachschrägen.
Der Akroter war auch in der Renaissance, im Klassizismus und im Historismus gebräuchliches Element der Ornamentik in der Architektur. Es beschränkte sich keinesfalls auf öffentliche Gebäude oder gar Immediatbauten, sondern war auch in der profanen Architektur gebräuchlich.
Anfänglich eine kreisförmige Scheibe aus bemaltem Ton, wurde der Akroter ornamental und plastisch immer reicher ausgebildet, meist unter Verwendung pflanzlicher Motive (Akanthus, Palmette), doch kommen auch vollplastische Akroterien in Form von Vasen, Dreifüßen oder Fabeltieren (Greif, Sphinx) vor, vereinzelt auch menschliche Gestalten. Ein Beispiel hierfür ist das Schatzhaus der Athener in Delphi (siehe Bild).
Im Altertum waren Akrotere im allgemeinen farbig. Überhaupt war die Giebelverzierung insgesamt in der Regel bemalt. Selbst Plastik in Form von Figuren war bemalt. In der Neuzeit ist es hingegen nicht üblich, Bauplastiken zu bemalen. Dieses liegt an dem Bild vom antiken Griechenland, wie es sich spätestens seit Johann Joachim Winckelmann durchsetzte. In der Vorstellung des Klassizismus war die Architektur der Griechen unbemalt. Archäologisch ist dieses Bild hingegen längst widerlegt.
Ornament | Archäologischer Fachbegriff | Tempelbau
Acroterion | Acrotère | Acroterio | Akrotērijs | Akroterion | Akroterion | Akroterion
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