article

Air Berlin wurde 1978 von dem Amerikaner Kim Lundgren als Berliner Charterfluggesellschaft unter US (FAA) Zulassung im US-Bundesstaat Oregon gegründet, da nach dem Zweiten Weltkrieg bis zum Fall der Mauer 1989 nur Flugzeuge der Siegermächte Berlin anfliegen durften.

Geschichte


Der erste Flug der Gesellschaft ging am 28. April 1979 mit einer Boeing 707 von Berlin nach Palma de Mallorca, später wurden auch Ziele in den USA angeflogen. Schon bald wurde die Boeing 707 durch zwei kleinere Boeing 737 ersetzt und Air Berlin spezialisierte sich auf Ziele in der Mittelmeerregion. Auch heute noch ist Mallorca das wichtigste Ziel von Air Berlin. Täglich verkehrt der so genannte Mallorca Shuttle von 16 deutschen Städten aus nach Palma de Mallorca.

Nach dem Fall der Mauer fiel auch die Lufthoheit der Alliierten, sodass ein Zulassungswechsel zum Luftfahrt-Bundesamt (LBA) notwendig wurde. Dieser weltweit einmalige Vorgang, 1992 von dem Geschäftsführer Joachim Hunold vollzogen, änderte das Firmenprofil grundsätzlich. Aus der vormals kleinen Nischengesellschaft entstand die zweitgrößte Fluggesellschaft Deutschlands mit über 40 Boeing 737 und einem linienähnlichen Netzwerk. Seit 2004 kooperiert Air Berlin mit der österreichischen Fluggesellschaft NIKI. 2005 beförderte das Unternehmen 13,5 Millionen Fluggäste, was eine Steigerung von 12,5% im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Zum 1. Januar 2006 änderte Air Berlin seine Unternehmensform von einer GmbH & Co. KG in eine Kapitalgesellschaft nach britischem Recht (plc & Co. KG). In diesem Fall ist die plc anstelle einer GmbH ein ausländischer persönlich haftender Gesellschafter (Komplementär) der deutschen KG. Als Grund für diese Änderung werden bilanzrechtliche Vorteile und bessere Abschreibungsmöglichkeiten genannt.

Der Börsengang war zunächst für den 5. Mai 2006 angesetzt. Das Volumen für diesen von der Commerzbank und Morgan Stanley organisierten Vorgang betrug 870. Mio. €. Am 4. Mai 2006 wurde der Börsengang jedoch verschoben. Offizielle Gründe hierfür wurden nicht angegeben. Gerüchten zufolge wurden im Vorfeld jedoch nicht genügend Aktien gezeichnet, da die Preisspanne von 15 € bis 17,30 € zu hoch angesetzt gewesen sei http://www.n-tv.de/664156.html .

Am 10. Mai 2006 wurde der Preis dann mit 12 Euro je Aktie bekannt gegeben, woraus sich ein Gesamterlös von 510. Mio. € ergibt, also rund 360 Mio. € weniger als geplant. Die meisten Aktien hält der Geschäftsführer der Air Berlin. Die Erstnotierung fand am 11. Mai 2006 statt. Der Börsengang von Air Berlin dürfte somit als "weniger geglückt" gelten.

Flugziele


Air_Berlin-Catering-EDDH.jpg]]

Wichtigstes Ziel im Streckennetz von Air Berlin ist seit Beginn Palma de Mallorca, das mit dem Sommerflugplan 2006 200 Mal pro Woche angesteuert wird. Auch andere bekannte Ferienziele am Mittelmeer, auf den Kanarischen Inseln, in Portugal, der Türkei und in Nordafrika werden regelmäßig angeflogen. Daneben gibt es zahlreiche Städte-Verbindungen, zum Beispiel nach Großbritannien, Österreich und in die Niederlande.

Als Drehkreuze für Umsteigeverbindungen nutzt die Air Berlin die Flughäfen in Nürnberg, Palma de Mallorca, London-Stansted, Berlin-Tegel, Düsseldorf und Zürich.

Flotte


Air Berlin F100 D-AGPE.jpg

AirBerlin plane Boeing 737-800.jpg

Die Air Berlin-Flotte besteht zur Zeit (Januar 2006) aus folgenden Flugzeugen:

Im November 2004 bestellt Air Berlin gemeinsam mit seinem Partner NIKI bei Airbus 70 Flugzeuge des Typs A320, für 40 weitere Maschinen wird eine Kaufoption vereinbart. Die Auslieferung soll im September 2005 beginnen. Die Flugzeuge für je 180 Passagiere werden künftig für Flüge innerhalb Europas eingesetzt.

Am 18. Oktober 2005 wurde der erste Airbus A 320 von Air Berlin auf dem Flughafen Berlin-Tempelhof offiziell vorgestellt und eingeweiht.

Geplante Erweiterung der Zusammenarbeit mit Germania


Die Fluggesellschaft Germania, die derzeit 577 Mitarbeiter beschäftigt und über eine Flotte von 44 Flugzeugen verfügt, soll in Kürze durch einen Managementvertrag an Air Berlin gebunden werden. Vorbild hierfür ist die bereits bestehende Partnerschaft der Air Berlin mit Niki. Bereits vor eineinhalb Jahren gingen beide Gesellschaften erstmals aufeinander zu: Air Berlin mietete Flugzeuge von Germania, im Gegenzug stellte Germania die von beiden stark umkämpften Flüge nach Zürich und Wien ein.

Kritik


Air Berlin wird von verschiedener Seite für seine Mitarbeiterpolitik kritisiert. Stein des Anstoßes sind dabei nicht zuletzt die wiederholten öffentlichen Äußerungen des Geschäftsführers, die Mitarbeiter seines Unternehmens brauchten keine Gewerkschaften oder Mitbestimmung. Bislang sind die Mitarbeiter der Air Berlin und der zugehörigen Unternehmen kaum organisiert. Während dies von Seiten der Air Berlin mit dem Hinweis auf ein gutes Betriebsklima kommentiert wird, vermuten Kritiker u.a. auf Seiten der Vereinigung Cockpit, dass das Unternehmen die Gründung von Betriebsräten systematisch unterbindet. Auch im Wechsel der Gesellschaftsform weg von der deutschen GmbH hin zur plc nach britischem Recht wird ein taktischer Schachzug zur Beschneidung der Arbeitnehmerrechte gesehen.

Verbraucherschützer werfen Air Berlin und anderen Luftverkehrsanbietern vor, sich einer Zusammenarbeit mit der vom Bund finanzierten "Schlichtungsstelle Mobilität" noch immer zu verweigern.

Im Streit mit dem Land Berlin um die Verlegung des Flugbetriebs von Tegel nach Schönefeld versuchte Air Berlin Druck auszuüben und drohte mit Verlegung des Sitzes und der Änderung des Firmennamens. Eine Klage, die Air Berlin wie auch andere Fluggesellschaften gegen die Schließung des Flughafen Berlin-Tegel angestrengt hatte, wurde inzwischen jedoch letztinstanzlich zurückgewiesen.

Weblinks


Fußnoten


Fluggesellschaft (Deutschland) | Unternehmen (Berlin)

Air Berlin | Air Berlin | Air Berlin | Air Berlin

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Air Berlin".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld