| Wappen | Karte | |||
|---|---|---|---|---|
| Wappen Aichwald.svg | Karte_esslingen_in_deutschland.png | |||
| Basisdaten | ||||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |||
| Regierungsbezirk: | Stuttgart | |||
| Landkreis: | Esslingen | |||
| Geografische Lage: | ||||
| Höhe: | 285 - 480 m ü. NN | |||
| Fläche: | 14,68 km² | |||
| Einwohner: | 7.811 (Stand: Juli 2005) | |||
| Bevölkerungsdichte: | 532 Einwohner je km² | bgcolor="#FFFFFF" | Postleitzahl: | 73771-73773 |
| Vorwahl: | 0711 | |||
| Kfz-Kennzeichen: | ES | |||
| Gemeindeschlüssel: | 08 1 16 076 | |||
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Seestraße 8 73773 Aichwald | |||
| Offizielle Website: | www.gemeinde-aichwald.de | |||
| E-Mail-Adresse: | info@gemeinde-aichwald.de | |||
| Politik | ||||
| Bürgermeister: | Richard Hohler | |||
Die Gemarkung Aichwalds umfasst eine Fläche von 1468 ha. Rund 45% der Markungsfläche werden von der Landwirtschaft genutzt, jedoch in zunehmendem Maße im Nebenerwerb. Im Ortsteil Aichelberg wird an den Südhängen hin zum Remstal auf ca. 13 ha Wein angebaut. Nicht zu vergessen ist der für den Schurwald typische Erdbeer- und Himbeeranbau.
Meereshöhe, Markungsfläche:
Erste Siedlungen wurden auf dem Gebiet der heutigen Schurwaldgemeinde vermutlich bereits im 9. Jahrhundert errichtet. Während dieser sogenannten „Rodezeit“ wurden die bis dahin bewaldeten Gebiete in den Siedlungsraum eingeschlossen.
Auf Rodung weist im übrigen neben dem Ortsnamen „Lobenrot“ auch der Name des Schurwaldes hin. Diesem liegt mittelhochdeutsch „schure“ – die Schur, das Scheren, der Kahlschlag – zu Grunde.
Aus der Zeit des Spätmittelalters – hierunter wird gemeinhin der Zeitraum vom Untergang der Staufer (1268) bis zum Ende des 15. Jahrhunderts gefasst – sind nur wenige Urkunden vorhanden. Es lassen sich jedoch drei Familien nachweisen, welche in den fünf Aichwalder Ortsteilen die Herrschaft ausübten: Die bürgerliche Familie Rohrbeck aus Schorndorf und die adligen Herren von Schanbach und Stetten.
Ein erster Hinweis auf die Herren von Schanbach stammt aus dem Jahre 1259. Konkrete Quellen, die Auskunft über die Besitzungen und Rechte der ritterlichen Familie von Schanbach geben können, liegen jedoch nicht vor.
Als ihre Nachfolger sind die Herren von Stetten anzusehen. Sie werden als württembergische Lehnsleute bezeichnet. Angehörige dieser ritterlichen Familie hatten zudem mit dem Truchsessenamt eines der vier alten Hofämter inne: Der Truchsess war ursprünglich Vorsteher der Hofverwaltung des Landesherrn, insbesondere war er für die gräfliche Tafel zuständig. Bereits im 13. Jahrhundert entwickelten sich die Hofämter zu einer ehrenhalber verliehenen Würde. Die Orte Lobenrot, Schanbach und Krummhardt hatte die Truchsessen von Stetten von Württemberg zu Lehen erhalten; Aichelberg hingegen von der reichsunmittelbaren Fürstpropstei Ellwangen/Jagst. Aichelberg gehörte seit nachweislich 1373 mit hoher und niederer Gerichtsbarkeit den Herren von Stetten.
Hingegen übte in Aichschieß bis 1366 Heinrich Rohrbeck – ein Angehöriger der Schorndorfer Ehrbarkeit – die Ortsherrschaft aus. Vermutlich hatte er den Ort von der Familie Dürner von Dürnau bei Schnait, teckischen Lehnsträgern, erhalten: 1340 heiratete er in diese Familie ein.
1366 erwarb Württemberg von Heinrich Rohrbeck die Ortsherrschaft in Aichschieß. Somit stärkte Württemberg seine Position in den Aichwalder Orten. Mitte des 15. Jahrhunderts erwarb Württemberg von den eigenen Lehnsleuten – den Herren von Stetten - Krummhardt, die nördliche Dorfhälfte von Lobenrot sowie die südliche Dorfhälfte von Schanbach. Die Herren von Stetten waren in finanzielle Bedrängnis gekommen und waren somit zum Verkauf gezwungen. Anfang des 16. Jahrhunderts musste der letzte Truchsess von Stetten auch noch Aichelberg und die beiden Dorfhälften von Lobenrot und Schanbach veräußern. Der Besitz gelang im Jahre 1507 an Konrad Thumb von Neuburg.
Das Reich und insbesondere die Reichsstadt Esslingen versuchten das ganze Spätmittelalter hindurch, den territorialen Aufstieg Württembergs mit allen Mitteln zu verhindern. Immer wieder kam es deshalb zu kriegerischen Auseinandersetzungen, besonders vehement in den beiden Städtekriegen 1378 und 1449, in denen das Reich und Esslingen letztendlich unterlagen. Die im Spannungsfeld zwischen Württemberg und Esslingen gelegenen Dörfer auf dem Schurwald waren in diesem Kampf immer wieder die Leidtragenden: So wurde Aichschieß am 11. September 1449 in Brand gesetzt.
Während des gesamten 16. Jahrhunderts befanden sich die Herrschaftsrechte in den Aichwalder Gemeinden bei der ritterschaftlich organisierten Familie Thumb von Neuburg und der Herrschaft Württemberg. 1663 kam Aichelberg dann an die Herren von Holtz, die ihren Besitz 1812 an Württemberg verkauften. Die beiden Dorfhälften von Schanbach und Lobenrot erwarb Württemberg bereits 1664/66 von den thumbischen Erben.
So waren zu Beginn des 19. Jahrhunderts alle Orte des heutigen Aichwalds württembergisch geworden. Damit begann eine neue gemeinsame Entwicklung.
| CDU | 38,8 % | -3,3 | 7 Sitze | -1 |
| FWG | 29,1 % | +2,6 | 5 Sitze | ±0 |
| SPD | 21,1 % | -1,5 | 4 Sitze | ±0 |
| Die Grünen | 11,1 % | +2,3 | 2 Sitze | +1 |
Der Motorsportclub „Eiserne Hand“ e. V. wurde im Jahre 1954 gegründet und zählt heute rund 320 Clubmitglieder. Bereits 1964 wurde die erste Moto-Cross-Veranstaltung organisiert. Am 30. Januar 1966 wurde das erste Winter-Moto-Cross Deutschlands in Aichwald gestartet. Inzwischen verfügt der Club über die Tradition und Erfahrung von über 45 erfolgreichen Veranstaltungen. Als einer der renommiertesten Int. Moto-Cross-Veranstalter in der Bundesrepublik Deutschland genießt der Verein einen exzellenten Ruf. Die jährliche Motorsport-Großveranstaltung, das Int. ADAC-Moto-Cross Aichwald, ist die größte ehrenamtlich organisierte Sportveranstaltung im Landkreis Esslingen. Für die Organisation und Durchführung sind am Rennwochenende über 400 ehrenamtliche Helfer im Einsatz. Jahr für Jahr säumen über 8000 begeisterte Zuschauer die Rennstrecke. Seit Jahren werden Läufe zur Int. Deutschen Meisterschaft mit Beteiligung der kompletten Weltspitze aus mehreren Nationen ausgetragen. Presse, Fachpresse, Rundfunk und Fernsehen berichten von dem hochkarätigen Sportereignis in der Region Stuttgart bis ins europäische Ausland.
Zu den bedeutendsten Baudenkmalen Aichwalds zählt sicherlich die Aichelberger Feldkirche. Das evangelische Gotteshaus befand sich noch nach dem Zweiten Weltkrieg weit außerhalb des Ortes auf freier Flur. Mittlerweile markiert es die südliche Baugrenze des in den letzten Jahren stark angewachsenen Teilortes. Die Kirche ist wohl aus einer Mitte des 15. Jahrhunderts der Mutter Gottes geweihten Wallfahrtskapelle entstanden. Bereits um 1482, unter der Herrschaft der Herren von Stetten, wurde sie zur Pfarrkirche erhoben. Das Gotteshaus hatte eindeutig auch Verteidigungsaufgaben zu erfüllen, worauf die im ersten Turmobergeschoss befindlichen Schießscharten hinweisen.
Eine Rarität ist das winzige Krummhardter Kirchlein! Es zählt zu den hübschesten Gotteshäusern des Landkreises Esslingen: Die im 18. Jahrhundert entstandenen Bemalungen von Decke, Kanzel, Emporen- und Gestühlsbrüstungen verleihen dem Inneren eine heitere und zugleich festliche Note. Dem Besucher wird hier ein weitgehend ungestörtes Bild einer im sogenannten Bauernbarock ausgestalteten württembergischen Dorfkirche vermittelt. An die vorreformatorische Zeit – 1483 wird zum ersten Mal für Krummhardt eine Kapelle erwähnt – erinnert nur noch wenig: Vermutlich entstand das Kirchlein in seiner heutigen Form erst nach dem Dreißigjährigen Krieg.
Die evangelische Pfarrkirche ist das herausragendste Baudenkmal Schanbachs. Bezeichnenderweise stellt seit 1971 der bekannte Böblinger Modellhersteller Kindler & Briel das malerische Gebäude als getreue Kopie im Maßstab 1:160 her. Bei dem Gotteshaus handelt es sich um eine ungefähr um 1500 entstandene Chorturmkirche. Eine Besonderheit bietet auch die evangelische Kirche in Aichschieß: Sie besitzt mit ihren seit etwa 1890 wieder freigelegten frühgotischen Wandmalereien (um 1320) eine weit über den landesüblichen Durchschnitt hinausragende Kostbarkeit.
In allen Ortsteilen sind beachtliche, zum Teil vorbildlich hergerichtete Fachwerkhäuser zu finden. Dass zahlreiche Fachwerkhäuser verputzt sind, hängt nicht nur mit dem Bestreben der Eigentürmer zusammen, pflegeleichtere Fassaden zu bekommen. Seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts war es sogar modern geworden, Zierfachwerk zu verputzen. Somit konnte der teurere und damit begehrtere Steinbau vorgetäuscht werden. Zugleich sollte der Putz die Gefahr des Übergreifens der Flammen bei Hausbränden mindern.
Ein Umschwung in der Architekturmode, welcher etwa im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts einsetzte, bewirkte wieder die Beachtung und Freilegung der alten Fachwerkschmuckformen. Zahlreiche Gebäude wurden bis Mitte des 20. Jahrhunderts sogar im sogenannten Heimatstil neu erbaut. Gute Beispiele hierfür sind die ehemaligen Rathäuser in Schanbach (1940), Aichelberg (1948) und Aichschieß (1949).
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