Ahmet Zogu (in deutsch- und englischsprachiger Literatur zumeist Ahmed Zogu; * 8. Oktober 1895 als Ahmet Bej Zogolli in Burgajet, † 9. April 1961 in Suresnes, Frankreich) war von 1925 bis 1928 Präsident Albaniens und von 1928 bis 1939 König der Albaner.
Beim Kongress von Lushnja im Januar 1920, als die Albaner begannen, ihr Land wieder selber zu regieren, war auch Zogu dabei. In der in Lushnja gewählten Regierung unter Sulejman Bej Delvina erhielt der junge Zogu den Posten des Innenministers. In dieser Position erlangte er rasch Einfluss. In kurzer Abfolge kam es zu rechtmäßigen und unrechtmäßigen Regierungswechseln, wobei auch Zogu mit Waffengewalt seinen Machtkreis erweiterte. Wiederholt konnten Zogu und seine treue Gefolgschaft aus Mat auch Aufstände abwehren, wie beispielsweise 1922 einen von Bajram Curri. Am 2. Dezember 1922 wurde Zogu siebter Ministerpräsident Albaniens seit dem Kongress von Lushnja.
Obwohl Zogu sich verhältnismäßig lange in diesem Amt halten konnte, war er nicht unumstritten. Politische Gegner führten ein Attentat auf ihn aus: Am 23. Februar 1923 wurde er im Parlament angeschossen, aber nicht lebensgefährlich verletzt. Neuer Ministerpräsident wurde der Vater seiner Verlobten. Ein vereinter Aufstand der Opposition im Frühjahr 1924 war erfolgreich: Zogu flüchtete aus dem Land nach Jugoslawien und Fan Noli wurde neuer Ministerpräsident. Im Dezember des gleichen Jahrs war Zogu aber bereits wieder zurück in Tirana. Mit jugoslawischer Unterstützung hatte er eine große Armee zusammengestellt. Dafür versprach er ihnen ein kleines Stück Albanien, das Kloster Shen Naum am Ohridsee. Die meisten Oppositionellen verließen das Land. Palace_of_king_Zog_durres.jpg
Die Macht, die die neue Verfassung Zogu einräumte, war sehr weitläufig. Trotz allem war es ihm nicht einfach, die großen Probleme des sehr rückständigen Landes zu lösen. Vor allem fehlten dem Staat die notwendigen Finanzen, um notwendige Reformen durchzuführen und den Staatsapparat mit Militär aufrecht zu erhalten. Zogu musste sich immer wieder die Loyalität von regionalen Stammesführern und Beis erkaufen. Seine Herrschaft stützte er vor allem auf Bündnisse mit lokalen Feudalherren. Deshalb scheute er davor zurück, ein Steuersystem einzuführen, das den großen Grundbesitz angemessen an der Finanzierung des Staates beteiligt hätte. Weil aber Grundsteuern die einzige Möglichkeit für den Staat gewesen wären, nennenswerte Einnahmen zu erzielen, hatte die albanische Regierung unter Zogu fast keine eigenen Einkünfte und der Finanzbedarf musste über Kredite im Ausland gedeckt werden, was zu politischer Abhängigkeit führte. Es gelang Zogu zumindest, langsam das Gefühl einer albanischen Nation in den Albanern zu wecken, für die zuvor meist nur der eigene Clan von Bedeutung gewesen war.
Um nicht in die Abhängigkeit eines einzigen, nicht immer freundlich gesinnten Staates zu gelangen, wandte sich Zogu von Jugoslawien ab und suchte in Italien Unterstützung. In den Jahren 1926 und 1927 erkauften sich die Italiener großen Einfluss auf der anderen Seite der Adria.
Zogus Regime brachte Albanien eine gewisse Stabilität und einen mit italienischem Geld erkauften kleinen Aufschwung. Mit italienischer Unterstützung wurden die Armee und der Behördenapparat aufgebaut, Straßen und Brücken errichtet und erste Sümpfe trocken gelegt. Das kleine Albanien gelangte aber so immer mehr in die finanzielle Abhängigkeit und unter die Kontrolle von Italien. Dessen Diktator Mussolini zielte darauf ab, seinen Einfluss auf dem Balkan auszuweiten. Zogus Versuche, sich allmählich wieder von Italien zu lösen und sich andere Partner zu suchen, stießen in Westeuropa auf taube Ohren.
Innenpolitisch setzte Zogu vom Beginn seiner Herrschaft im Jahr 1924 auf Repression. Eine freie Presse existierte nicht. Während seiner Regentschaft als König füllten sich die neu eingerichteten Gefängnisse mit politischen Gegnern. (Der auf der Burg in Gjirokastra von den italienischen Faschisten, deutschen Nazis und albanischen Kommunisten weiter betriebene Kerker des Zogu-Regimes ist heute als Museum eingerichtet. Dort wird auch an die Opfer der ersten albanischen Diktatur erinnert.)
Am 27. April 1938 heiratete Zog die - verarmte - ungarisch-amerikanische Hochadelige Geraldine Apponyi. Zuvor hatte er jahrelang mit Franziska Janko (Tochter eines Wiener Gärtners und spätere Baronin Franziska Buttlar) zusammengelebt, die ihre letzten Lebensjahre in einer Wiener Nervenanstalt verbrachte (laut Bericht in der „Revue“ Nr. 40 vom 3. Oktober 1953).
Am 5. April 1939 gebar Königin Geraldine einen Sohn, Leka I. Nur zwei Tage später, am 7. April, fielen italienische Truppen in Albanien ein, nachdem Zogu zuvor italienische Forderungen, die einem unabhängigen Staat unzumutbar waren, abgelehnt hatte. Albanien wurde zum italienischen Protektorat und Teil des italienischen Königreiches unter Viktor Emanuel III. Zogu und seine junge Familie mussten nach Griechenland fliehen.
Zogu sollte seine Heimat nicht wieder sehen. Nach Aufenthalten in Großbritannien und Ägypten starb er am 9. April 1961 in Frankreich an Magenkrebs.
Versuche, in Albanien Revolutionen anzuzetteln, führten nicht zum Erfolg. Erst nach dem Zusammenbruch des Kommunismus wurde die Frage nach der Monarchie wieder aktuell. Das albanische Volk sprach sich in einem Referendum 1997 gegen die Wiedereinführung der Monarchie unter Zogus Sohn Leka aus.
Herrscher (Albanien) | Albaner | Mann | Geboren 1895 | Gestorben 1961
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