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Ahmadi-Muslime (Urdu احمدیہ Ahmadiyya) verstehen sich als Nachfolger Hazrat Mirza Ghulam Ahmad (* 1835, † 1908 aus Qadian), der diese islamische Konfession am 23.3.1889 in Indien gegründet hat. Sie teilte sich 1914 in die Untergruppen Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ, arabisch: الجماعة الأحمدية) und Lahore Ahmadiyya Movement (Ahmadiyya Anjuman Ishaat-i-Islam Lahore, AAIIL) auf.

Die Ahmadi-Muslime verstehen sich als Reformbewegung innerhalb des Islam, wobei sie eine Rückbesinnung auf den Kern der islamischen Glaubenslehre anstreben, was von Teilen der islamischen Welt als häretische Anmaßung verstanden wird. Die Ahmadi-Muslime grenzen sich allerdings scharf von militant-fundamentalistischen Strömungen ab und betonen die friedlichen und toleranten Elemente des Islam. Dabei stützen sie sich auf den Koran, die Sammlung der Taten und Aussprüche des Propheten (Hadith) und die Praxis des Propheten (Sunna). Die Ahmadiyya steht in der Scharia der hanafitischen Rechtsschule nahe.

Organisation und Aufgaben (AMJ)


Jeder Ahmadi gehört einer der drei Teilorganisationen der AMJ an: Khuddam-ul-Ahmadiyya (jüngere Männer), Lajna Imaullah (Frauen) oder Ansarullah (ältere Männer). Die Mitgliederstärke ergibt sich aus den Mitgliedern der Teilorganisationen, die alle drei gleich aufgebaut sind. Es gibt die vier Ebenen der Lokalgemeinde (Lokal Jamaat), Regional Jamaat, National Jamaat und die internationale Ebene. Auf jeder Ebene gibt es einen Vorsitzenden (Sadr), dazu viele Amtsträger, die alle kleinere Aufgaben wahrzunehmen haben: Pressearbeit, Bildung, Erziehung, Literatur, Sport, usw. In großen Jamaats kann es viele Amtsträger geben, während in kleinen Jamaats mehrere Funktionen von einer Person wahrgenommen werden.

Jede Teilorganisation verwaltet und führt sich selbst. Besonders ist das bei der Lajna (den Frauen) wichtig, wo es auch in der Führung keine Männer gibt. Es gibt allerdings eine Aufgabenteilung. So sind die Khuddam auch für den Aufbau der Veranstaltungen der Ansarullah und der Lajna zuständig, sowie für Sicherheitsdienste, da die Ahmadiyya Muslim Jamaat keine fremden Sicherheitsdienste nutzt. Essen wird nach Geschlechtern getrennt zubereitet – Männer kochen für Männer, Frauen kochen für Frauen. Für die Technik sind noch weitgehend die Männer zuständig, weil es an kompetenten Frauen fehlt. Es wird aber daran gearbeitet, dass die Frauen auf ihren Veranstaltungen auch die Technik selbst bedienen. Beim gemeinschaftseigenen Fernsehkanal MTA (Muslim Television Ahmadiyya) gibt es bereits Sendungen, die von Frauen gestaltet, moderiert und technisch umgesetzt werden.

Die wichtigste Veranstaltung ist die Jalsa Salana.

Geschichte


Die Ahmadiyya-Bewegung wurde 1889 gegründet. 1891 verkündete Hazrat Mirza Ghulam Ahmad, der vom Propheten Mohammed verheißene Mahdi und Messias zu sein, außerdem behauptete er, dass die prophezeite Wiederkunft von Jesus, Krishna und Buddha in seiner Person erfüllt worden sei. Sein gottgegebener Auftrag sei die Vereinigung aller Religionen unter dem Banner des Islam. Nach der Lehre der Ahmadiyya starb Jesus nicht am Kreuz; er wurde gerettet und emigrierte darauf nach Indien, wo er nach einer langen Lehrtätigkeit eines natürlichen Todes starb. In Srinagar, der Hauptstadt Kashmirs, soll sich sein Grab befinden.

Hazrat Mirza Ghulam Ahmad entstammt einer aristrokratischen Familie persischer Abstammung. Der Name „Ahmadiyya“ leitet sich nicht vom Namen des Gründers ab, sondern vom zweiten Namen des Propheten Mohammad, Ahmad („der Preisende“) im Gegensatz zu Mohammed („der Gepriesene“). Die Nachfolger von Hazrat Mirza Ghulam Ahmad werden von der AMJ als Kalifen (Nachfolger eines Propheten) bezeichnet.

Spaltung 1914

Nach dem Tod des ersten Kalifen spaltete sich die Gemeinschaft 1914 an der Frage, ob das Kalifat (d.h. die Institution der Nachfolge des Propheten Mirza Ghulam Ahmad) weiterhin Bestand haben sollte, oder ob das Kalifat durch ein Komitee (Anjuman) abgelöst werden sollte, das fürhin die Gemeinschaft verwalten sollte. Die Befürworter des Kalifats wählten Hazrat Mirza Bashiruddin Mahmood Ahmad, den ältesten Sohn von Hazrat Mirza Ghulam Ahmad, zum zweiten Kalifen und somit zum spirituellen Führer der Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ). Die Gruppe, welche das Kalifat ablehnte, errichtete in Lahore eine Art Präsidium (geleitet von einem Amir, etwa Präsidenten). Seitdem ist sie als die Lahore Ahmadiyya Movement (AAIIL) bekannt. Die Kalifen der AMJ werden von einem Wahlkomitee auf Lebenszeit gewählt. Seit 2003 ist Hazrat Mirza Masroor Ahmad als Khalifatul Massih V. das geistliche Oberhaupt der AMJ und Dr. Abdul Karim Saeed Pasha ist seit 2002 Amir der AAIIL. Die Mehrheit der Ahmadi-Muslime heute gehört der AMJ an.

Deutschland

Die AAIIL baute 1923/25 mit der Wilmersdorfer Moschee in Berlin die älteste erhaltene Moschee Deutschlands und die AMJ nach dem Krieg die Moscheen in Hamburg (1957) und Frankfurt/Main (1959). Nach der Teilung Indiens verlegte die AMJ ihren Hauptsitz 1954 nach Rabwah (Pakistan). Wegen der sich verschärfenden Verfolgung verlegte der vierte Kalif seinen Sitz 1984 nach London. Rabwah und Qadian gelten aber nach wie vor als die geistlichen Zentren der AMJ.

Die Zentrale für Deutschland für die AMJ ist das Baitus Sabuh in Frankfurt am Main.
Die AAIIL hat in Deutschland ihren Sitz in der Wilmersdorfer Moschee in Berlin.

Führung

  1. Hazrat Hakeem Maulvi Nooruddin (1908-1914)
  2. Hazrat Mirza Basheeruddin Mahmood Ahmad (1914-1965)
  3. Hazrat Mirza Nasir Ahmad (1965-1982)
  4. Hazrat Mirza Tahir Ahmad (1982-2003)
  5. Hazrat Mirza Masroor Ahmad (seit 2003)
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  1. Maulana Muhammad Ali (1914-1951)
  2. Maulana Sadr-ud-Din (1951-1981)
  3. Dr. Saeed Ahmad Khan (1981-1996)
  4. Dr. Asghar Hameed (1996-2002)
  5. Dr. Abdul Karim Saeed Pasha (seit 2002)
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  1. Maulvi Mubarak Ali Bengali, Imam (1922 - 1924)
  2. Maulvi Malik Ghulam Farid, Imam (1923 - 1924)
  3. Chaudhry Abdul Latif (1949 - ?)
  4. F. I. Anweri, Imam (? - ?)
  5. Abdullah Uwe Wagishauser, Amir (seit 1984) *
    Haidar Ali Zaffar, Imam (seit ?)
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  1. Hazrat Maulana Sadr-ud-Din, Imam (Gründer) (1922)
  2. Maulana Abdul Majid, Asstt. Imam (1921)
  3. Maulana Fazal Karim Durrani, Imam (1925)
  4. Dr. S. Muhammad Abdullah, Imam (1928)
  5. Dr. Mirza Aziz-ur-Rahman, Asist. Imam (1933)
  6. Dr. Nazir-ul-Islam, Asist. Imam (1938)
  7. Fr. Amina Mosler, Hausmeisterin (1937)
  8. Br. Muhammad Aman Hobohm, Imam (1949)
  9. Mr. Abdul Aziz Khan, Acting Imam (Febr. 1959)
  10. Maulana Muhammad Yahya Butt, Imam (Nov. 1959)
  11. Saeed Ahmad Chaudhry, Imam (1989) *
Kalifen der AMJ   Amire der AAIIL
  Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland   AAIIL-Geschäftsführer Deutschland

Lehre


Ahmadi-Muslime teilen die zentralen Werte des Islam (Gebet, Almosen, Fasten, ...). Die Lehre der Ahmadiyya unterscheidet sich – ausgenommen der nachfolgenden Details – kaum von der des orthodoxen Islam. Besonders die Frage der Nachfolge der Prophetschaft Mohammeds provoziert die Feindseligkeit der übrigen Muslime zur Ahmadiyya. Ahmadi-Muslime unterscheiden sich vom Mainstream des Islam in folgendem:

  • Der Qur'an enthält keine Widersprüche und es sind keine seiner Ayats aufgehoben (Abrogation), und der Qur'an hat Vorrang über Hadith und Traditionen. Das bedeutet, dass kein Koranvers einem anderen widerspricht und kein Hadith kann Versen des Qur'an widersprechen. Hadith, die im Widerspruch zum Qur'an stehen, werden von Ahmadi-Muslimen nicht akzeptiert. AAIIL: Abrogation

  • Jesus Christus, der am Kreuz hing, überlebte und wurde genesen in einer Grabkammer. Er starb in Kaschmir, nachdem er die „Verlorenen Stämme Israels“ gesucht hat. AAIIL: Bulletin 2001 Er hat auch die Ankunft des Propheten Muhammads vorhergesagt, was Christen als „Heiliger Geist“ missverstanden.

  • Der Jihaad darf nur zur Verteidigung in extremen Situationen von religiöser Verfolgung, nicht aber als politische Waffe oder als Vorwand für die Eroberung fremder Territorien geführt werden. AAIIL: True Meaning of Jihad Die Auswanderung ist dem Kampf vorzuziehen. (Sure 8:72, 22:58)

  • Der „Messias“ und „Imam Mahdi“ ist ein und dieselbe Person und der Islam wird den Anti-Christ (Dajjal) besiegen in einer ähnlich langen Zeitspanne, die das werdende Christentum brauchte sich zu etablieren (300 Jahre). Mainstream-Muslime glauben, dass Jesus Christus leibhaftig in den „Letzten Tagen“ vom Himmel steigen wird, um „die Schweine zu töten und die Kreuze zu brechen“ – und dies in wörtlicher Weise –, um den Islam wiederzubeleben. Ahmadi-Muslime glauben, dass die „Wiedergeburt“ des Islam durch eine spirituelle Erneuerung stattfindet (töten der Schweine), und der Sieg über das Christentum durch die Kraft der Argumente (Brechen des Kreuzes) erreicht wird. AMJ: Ausgewählte Hadith

Glaubensartikel

Die Glaubensartikel der Ahmadiyya Bewegung stimmen mit allen Muslime dahingehend überein, dass der Heilige Koran das Wort Gottes ist, das die Menschen führt und leitet, und dass der Heilige Prophet Muhammad die vollkommene Verkörperung der islamischen Lehren war, dessen Beispiel (Sunna) jeder Muslim für alle Zeit nacheifern soll. Jedoch bringt jedes neue Zeitalter neue Herausforderungen mit sich, und mit der Zeit geht auch das ursprüngliche Verständnis der Religion stückweise verloren. Aus diesem Grunde hat Gott den Muslimen versprochen, die Religion von Zeit zu Zeit zu erneuern bzw. zu reformieren.
Die gottgewollte Aufgabe eines Mujaddids (Beleber der Religion) ist es, die ursprünglichen Lehren der Religion wiederherzustellen, neue Wahrheiten aus dem Heiligen Koran hervorzuholen, die den Nöten, Herausforderungen und Zweifeln des neuen Zeitalters begegnen und den lebendigen Glauben im Herzen der Muslime durch das neue Wissen, die religiöse Erfahrung und die göttlichen Zeichen zu erwecken, die dem Mujaddid von Gott gewährt werden.

  • Der Islam ist international.
    Er lehrt, dass Gott Seine Propheten unter allen Völker der Erde berufen hat, und dass ein Muslim an sie alle glauben muss. Das Gute, die Wahrheit und gute Menschen lassen sich in allen Gesellschaften der Erde finden. Gott ist zu ihnen allen gerecht, ohne Unterschied der Nation, der Rasse oder selbst der Religion.

  • Der Islam ist tolerant.
    Er gibt jedem Mensch, die völlige Freiheit, einen Glauben und eine Religion anzunehmen, zu vertreten und auszuüben. Auch müssen die Muslims Meinungsunterschiede unter sich selbst der Religion.

  • Der Islam ist friedfertig.
    Er verurteilt den Gebrauch von Gewalt für jeglichen Zweck mit Ausnahme von unvermeidbarer Selbstverteidigung. Alle Kämpfe des frühen Islam waren rein Verteidigungskämpfe.

  • Der Islam ist nicht sektiererisch.
    Jeder Mensch, der die Kalima (den Spruch „Es gibt keinen Gott außer Allah, und Muhammad ist Sein Gesandter“) anerkennt, ist ein Bruder der Muslims.

  • Der Islam ist rational.
    Er plädiert für den Gebrauch der Vernunft und des Verstandes in allen Dingen, auch in religiösen Dingen, und gründet all seine Lehren auf Argumente und Tatsachen. Der Koran muss im Lichte des Wissens, der Wissenschaft und der Vernunft studiert werden.

  • Der Islam ist lebendig.
    Sein Gottesdienst besteht nicht aus Ritualen, sondern bietet Wege zur Weiterentwicklung. Er stellt religiöse Dinge nicht als Geschichten aus längst vergangener Zeit dar, sondern als heutige Erfahrungstatsachen. Die höchste von Gottes geistigen Gaben, dass Er die Menschen anhört und ihnen Antwort gibt, wird allen würdigen Anhängern des Islam gewährt, die zu allen Zeiten von Ihm Offenbarungen erhielten.

  • Der Islam ist progressiv.
    Der Heilige Koran offenbart ständig neue Schätze des Wissens als Antwort auf die neuen Probleme, Philosophien und Gedanken jedes Zeitalters.

  • Der Islam lehrt höchste Sittlichkeit.
    Der Hauptzweck der Religion ist es, die höchsten sittlichen Werte im Einzelnen zu entwickeln ( und nicht politische Macht zu suchen, durch die von oben herab ein Wechsel auferlegt würde). Ein Muslim muss stets eine höchste sittliche Gesinnung zeigen, selbst auf Kosten seines persönlichen oder nationalen Interesses.

  • Der Islam gewinnt die Herzen.
    Er trachtet danach, die Herzen und Sinne der Menschen auf einfühlsame, liebevolle Weise, durch Vernunftargumente und moralische Aufrufe zu gewinnen. Er verurteilt Fanatismus, Zwang und Intoleranz in religiösen Dingen. Weder wurde der Islam je durch physischen Zwang verbreitet, noch wird sein prophezeiter Triumph durch solche Mittel herbeigeführt werden.

  • Der Islam ist vollendet.
    Der Heilige Koran und das Leben des Heiligen Propheten geben der Menschheit für alle künftigen Zeiten eine abgeschlossene und vollkommene Leitregel. Der Heilige Prophet Muhammad ist das beste und vollkommene Beispiel für die höchste Sittlichkeit. AAIIL: Die Bewegung

Vergleich der Dogmen

Glaubenssatz Islamische Orthodoxie Lahore Ahmadiyya Movement Ahmadiyya Muslim Jamaat
Die Wiederkunft von Hazrat Isâ In den „Letzten Tagen“ wird Jesus leibhaftig vom Himmel herabsteigen. Jesus wird nicht leibhaftig wiederkommen. Die Berichte über seine Wiederkunft sind allegorisch zu verstehen und beziehen sich auf Hazrat Mirza Ghulam Ahmad.
Er würde „östlich von Damaskus“ auf ein Minarett herabsteigen und er würde die Erde nicht betreten können bevor jemand ihm eine Leiter anstelle. Die Prophezeiungen des zweiten Auftretens von Jesus wurde in der Person von Hazrat Mirza Ghulam Ahmad erfüllt. Als Zeichen dieser Erfüllung wurde das „Weiße Minarett“ in Qadian gebaut, das östlich von Damaskus liegt.
[http://www.alislam.org/library/books/promisedmessiah/index.htm?page=63#top" target="_blank" >*
Die Stellung von Ghulam Ahmad Die Meinungen gehen auseinander, aber die Überzeugung, dass er ein Apostat sei ist weit verbreitet. Viele Orthodoxe glauben, dass Mirza Ghulam Ahmad einer von 30 falsche Propheten ist, vor denen Prophet Muhammad vor 1400 Jahren gewarnt hatte. Er ist Prophet nur im allegorischen Sinn. [http://aaiil.info/misconceptions/nabirasul/nabirasul.htm Er ist Prophet in vollem Wortsinn mit der Ausnahme, dass er kein neues Gesetz (Qur'an) brachte.
Er war der „Mujaddid des 14. islamischen Jahrhunderts“. Er ist der Verheißene Messias (2. Erscheinen von Jesus) und der Imam Mahdi. *
Kalima Schahada Das Sprechen der Kalima ist notwendig, um Muslim zu sein. In manchen Ländern (Pakistan Bangladesh, ...) ist die Zustimmung zur Aussage „Mirza Ghulam Ahmad ist ein Apostat“ Voraussetzung, um als Muslim zu gelten. [http://pakistan.gov.pk/forms/pdf/form_a_dip_1_(rev)_for_persons_above_12_years.pdf Niemand, der die Kalima Schahada spricht, kann von jemand anders zum Nicht-Muslim erklärt werden.
  Trotzdem werden orthodoxe Muslime, die die Kalima sprechen, als „Kafir“ in Bezug auf ihren Unglauben an der Prophetenschaft von Mirza Ghulam Ahmad bezeichnet. *
Der Abschluss des Prophetentums Der Ausdruck im Qur'an „Siegel der Propheten“ wird dahingehend verstanden, dass Hazrat Muhammad der letzte Prophet ist. Hazrat Muhammad ist der letzte Prophet. Hazrat Muhammad ist der „größte“ und „beste“ Prophet, nicht aber der „letzte“ Prophet. Er brachte das Prophetentum zur Perfektion und schloss das religiöse Gesetz (Qur'an) ab.
Trotzdem schließt das nicht das Wiedererscheinen eines „alten“ Propheten aus, z.B. die Wiederkunft Jesu in den „Letzten Tagen“. Kein Prophet, weder ein neuer noch ein alter, kann nach ihm kommen. [http://aaiil.info/misconceptions/khatam/khatam.htm Propheten nach Muhammad müssen seiner Sunna (Beispiel) und Hadith (Botschaft) folgen. Sie müssen den Stempel Muhammads (Siegel) tragen, dürfen kein neues Gesetz (Qur'an) bringen und können ihn nicht in Perfektion übertreffen.
Mirza Ghulam Ahmad war der Mujaddid (Reformer) des 14. Islamischen Jahrhunderts, aber kein Prophet. Mirza Ghulam Ahmad war der Mujaddid (Reformer) des 14. Islamischen Jahrhunderts und ein (Muhammad nachgeordneter) Prophet. [http://www.alislam.org/library/books/promisedmessiah/index.htm?page=37#top
Jesus, Sohn der Maria Hazrat Isâ (Jesus) wurde in wunderbarer Weise durch die Jungfrau Maria (Maryam) geboren. Er starb nicht am Kreuz. *
Über das Kreuzigungsgeschehen gibt es mehrere Versionen: a) Gott hat Jesus errettet, indem er ein großes Durcheinander heraufbeschwor, so dass niemand recht weiß was geschah, b) ein anderer als Jesus wurde gekreuzigt (Verwechslungstheorie) oder c) Jesus hing zwar am Kreuz, wurde aber durch direktes Eingreifen Gottes vor dem Tod bewahrt und in den Himmel gezogen. * Hazrat Jesus entkam dem „verfluchten Tod“ am Kreuz und starb eines natürlichen Todes. Er wird nicht leibhaftig wiederkommen.
Jesus befindet sich im Himmel und wird von dort kurz vor der „Stunde“ wieder auf die Erde zurückkommen. Die Jesus-Lehre ist sehr ähnlich der von AMJ. Allerdings ist die Jesus-Lehre (bis auf die Jungfraugeburt) kein wesentlicher Glaubensbestandteil und der persönlichen Überzeugung des Einzelnen überlassen. *" target="_blank" > Nach der Errettung vom Kreuz wanderte Hazrat Jesus bis nach Kaschmir auf der Suche nach den „Verlorenen Stämmen“. Er starb nach einem langen Leben und wurde in Srinagar unter dem Namen Yuz Asaf (Jesus-Grab) beerdigt. [http://www.alislam.org/library/books/promisedmessiah/index.htm?page=50#top
Jihaad saghir Der gewaffnete Dschihad ist prinzipiell auch heute noch möglich. Traditionell wurde dieser Dschihad vom Amir-ul Mumin, dem Führer der Gläubigen ausgerufen. Mit der Abschaffung des osmanischen Kalifats und die Nationalstaaterei der islamischen Welt ist dies in dieser Form nicht mehr möglich. Hazrat Mirza Ghulam Ahmad hat das Recht, aus Glaubensgründen zur Waffe zu greifen, für aufgehoben erklärt. Es gehört zu den Prophezeiungen über das Erscheinen des Verheißenen Messias, dass er den (religiös begründeten) bewaffneten Dschihad abschaffen würde. *
Heute muss die Ausrufung des Dschihad wohl unter „Psychologischer Kriegsführung“ verbucht werden. Die Vorstellungen über die Voraussetzungen für den Dschihad variieren stark. Terroristische Gruppen verwenden den Dschihad-Begriff, um ihre Aktivitäten propagandistisch aufzuwerten und zu legitimieren. Heute steht Muslimen, die verfolgt und unterdrückt werden, die Möglichkeit offen auszuwandern und ein Gebiet zu finden, in dem sie in Frieden leben können. Der bewaffnete Dschihad wurde durch den Dschihad des Argumentes abgelöst. Nach einem Hadith ist „Tinte des Gelehrten wertvoller als das Blut des Märtyrers“.
Führung der Umma Sunnis: Der Kalif wird von der Umma entweder gewählt oder mindestens seine Ernennung bestätigt.
Der letzte osmanische Kalif wurde 1924 von Kemal Atatürk abgesetzt. Die Wiederaufrichtung des Kalifats ist zwar immer wieder Diskurs in der islamischen Welt, die Erfolgsaussichten werden allerdings als sehr gering eingeschätzt.
Der Nachfolger von Hazrat Ghulam Ahmad war Hakeem Maulvi Nooruddin. Nach seinem Ableben kam es zur Spaltung.
Shia: Der Imam muss Nachfolger von Muhammad und Ali sein. Die Schiiten warten auf das Wiedererscheinen des „Verborgenen Imam“. In Iran (12er-Schiiten) führt der ranghöchste Ayatollah stellvertretend die Führung der Umma. Die Fraktion, die die Idee des Kalifentums verwarf, wurde nach ihrem Hauptsitz kurz „Lahori“ genannt. Sie bildete eine Art Präsidium mit einem Amir als Leiter. Die Gruppe, die am Kalifentum festhält, wurde nach ihrem Hauptsitz auch kurz „Qadiani“ genannt. Sie wählte Hazrat Mirza Basheerudin Mahmood Ahmad zum 2. Khalifa.

Motto

Liebe für alle, Hass für keinen.

Symbole

Das Weiße Minarett von Qadian.

Gegenwart


Nach eigenen Angaben hat die Ahmadiyya Muslim Jamaat heute geschätzte 200 Millionen Mitglieder. Nicht-Ahmadi-Muslime kommentieren diese Zahl so: Da die Ahmadis sich selbst zu den Muslimen zählen, wäre jeder fünfte Muslim (Gesamtzahl etwa 1000 Millionen) ein Ahmadi – dies scheint stark übertrieben zu sein. Eine eigene Grafik soll diese Zahl (bis 2002) belegen. Diese Steigerungsraten solle bis heute (2006) eine deutliche größere Gesamtzahl bewirkt haben.

In Deutschland zählt die AMJ etwa 40.000 Mitglieder in 244 Gemeinden. Ahmadiyya Muslim Jamaat: Lokale Gemeinden Die AAIIL hat eine Gemeinde in Berlin-Wilmersdorf mit 60 Mitgliedern.

Die derzeitige Hauptverwaltung von Ahmadiyya befindet sich in Rabwah, Pakistan. Größere Gemeinden der Ahmadiyya Muslim Jamaat bestehen außer in Südost-Asien in Europa (England, Deutschland) und Nord-Amerika (USA, Kanada). Ihre größten Erfolge erzielte Ahmadiyya in West- und Ostafrika, wo sie sich auch im Bildungs- und Sozialwesen engagiert (Bau von Schulen und Krankenhäusern).

Moscheebau in Europa

Am 10. September 1982 wurde die Moschee Basharat in Pedro Abad (Provinz Córdoba, Spanien) von Hazrat Mirza Tahir Ahmad, dem vierten Kalifen der Ahmadiyya, eingeweiht. Dies war der erste Moscheebau seit etwa 700 Jahren in Spanien.

Als erste Moschee in Europa wurde 1924 die Fazl Moschee in London eingeweiht. Mit der Baitul Futuh wurde am 3. Oktober 2003 eine 10.000 Gläubige fassende Moschee in London eingeweiht.

AMJ verfolgt einen „100-Moscheen-Plan für Deutschland“. Die Durchführung dieses Plans wird in den betroffenen Orten zum Teil kritisch gesehen. In Schlüchtern (Hessen) wurde als Reaktion auf den Plan, in der Gemeinde eine Moschee zu errichten, eine Bürgerinitiative ins Leben gerufen, um den Bau zu verhindern. In Usingen (Hessen) wurde in einer im Dezember 2004 eingeweihten Moschee Feuer gelegt, die Täter sind bis heute unbekannt (Stand: 2005).

Im Jahr 2004 wurden insgesamt sechs neue Moscheen in Deutschland eingeweiht, sodass sich die Anzahl der Gebetszentren, die jetzt auch als Moschee erkennbar sind, sich auf etwa 15 erhöht hat.

Verfolgung

Wegen der Ablehnung der orthodox-islamischen Christologie wird sie von vielen Muslimen nicht als islamisch anerkannt und ihre Anhänger in einigen Ländern religiös verfolgt. //www.thepersecution.org/ www.thepersecution.org In Pakistan wurden extra Parteien gegründet, die sich den Kampf gegen den Qadianismus zum Programm gemacht haben, in Saudi-Arabien sind es die Wahhabiten, die Ahmadi-Muslime bekämpfen. So werden Ahmadi-Muslimen keine Visa ausgestellt, womit ihnen praktisch die Wallfahrt unmöglich gemacht wird.

Pakistan 1974
Am 21.09.1974 wurde die Ahmadiyyat vom pakistanischen Parlament auf Druck der pakistanischen Mullahs zu einer nicht-muslimischen Religionsgemeinschaft erklärt. * Formal wurden sie damit auf eine Stufe mit Juden, Christen, Buddhisten, Sikhs und Hindus gestellt, praktisch aber führte es zur Legitimierung von Gewalt gegen Ahmadis, ihre Moscheen wurden geschändet oder niedergebrannt, usw.

Pakistan 1984
Den Mullahs ging der Beschluss von 1974 nicht weit genug, so dass die pakistanische Regierung zu weiteren Verschärfungen der Gesetze gezwungen wurde. Unter Zia-ul-Haq wurde 1984 die Ordinance XX Government of Pakistan - Religious and Ahmadi-specific Laws; The Gazette of Pakistan, Extraordinary published by Authority Islamabad, April 26, 1984 verabschiedet, was den Ahmadis Missionstätigkeiten verbot, das Verbreiten von Schrifttum und es den Ahmadi-Muslimen verbot sich selbst als Muslime zu bezeichnen. Von ihren Moscheen wurden Schilder mit der Aufschrift "Moschee" entfernt, Schriftzüge übermalt. Nach der Ordinance ist es Ahmadis verboten sich selbst als Muslim zu bezeichnen, sei es in Wort oder Schrift oder durch visuelle Darstellung, direkt oder indirekt, oder zum Gebet aufruft wie es andere Muslime tun, ist mit Gefängnis bis zu 3 Jahren bedroht. Aufgrund dieser Schwierigkeiten verließ der 4. Kalif Mirza Tahir Ahmad Pakistan und wanderte nach London aus.

Bangladesh
In Bangladesh (dem ehemaligen Ostpakistan) sind dieselben orthodoxen Gruppen aktiv wie in Pakistan. Sie haben erreicht, dass das gesamte Schrifttum der Ahmadiyyat verbieten zu lassen. Druck, Vertrieb, Verkauf, Besitz und Lektüre von Ahmadiyya-Literatur wurde unter Strafe gestellt. Die Klage gegen dieses Verbot ist noch beim High Court anhängig. The Daily Star March 09, 2006 Eine Verschärfung der Gesetze (ähnlich wie die Ordinance XX in Pakistan) wird angestrebt.

Indonesien
Der Ursprung der Ahmadiyyat in dem größten muslimischen Land der Erde geht auf das Jahr 1925 zurück. Juristisch anerkannt wurde sie erstmals 1953 von der indonesischen Regierung. Das Ministerium für religiöse Angelegenheiten hat aber 1984 in einem Rundbrief seine Regionalbüros angewiesen, Ahmadiyyat als Irrlehre zu betrachten, seit die Anhänger Hazrat Mirza Ghulam Ahmad als Prophet verehren. 2005 startete die islamische Orthodoxie in Indonesien eine Initiative, um die Ahmadiyyat auch dort nach pakistanischem Vorbild amtlich zu einer nicht-islamischen Religion erklären zu lassen. Seitdem kommt es zu Übergriffen gegenüber Einrichtungen der Ahmadiyya Muslim Jamaat, zuletzt in einem Dorf der Provinz Südsulawesi, wo Unbekannte in der Nacht zum 30. April 2006 in die „Nur Rabwah Moschee“ eindrangen und Verwüstungen anrichteten. Jakarta Post vom 1.5.2006

Kritik an der AMJ


Kritik in Deutschland

Die Sozialwissenschaftlerin Hiltrud Schröter stellt in ihrem Buch Ahmadiyya-Bewegung des Islam die These auf, dass es sich bei der Ahmadiyya um eine Gruppierung handle, die eine Gesellschaftsordnung nach Maßgabe der Scharia anstrebe, die eine Trennung von Religion und Staat nicht vorsehe. In den Schriften der Ahmadiyya fänden sich antidemokratische, antichristliche und antisemitische Auffassungen, die die Harmlosigkeit der Ahmadiyya in Frage stellten. Die Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Main stellte im Februar 2003 ein Ermittlungsverfahren ein, das die Ahmadiyya Muslim Jamaat e.V. wegen Beschimpfung eines religiösen Bekenntnisses gegen Schröter angestrengt hatte. Staatsanwaltschaft beim Landgericht Frankfurt am Main vom 7.2.2003 - Az.: 6100 Js 239185/02

Entgegen anderslautenden Bekundungen wird die Ahmadiyya vom Verfassungsschutz weder als extremistisch noch gewalttätig eingestuft. Berliner Morgenpost: Verfassungsschutz-Chefin äußert sich im Streit um Moschee-Neubau Kinzigtal-Nachrichten: Toleranz wird angemahnt Kinzigtal-Nachrichten: Ahmadiyya unauffällig Auch vom Zentralrat der Juden in Deutschland werden die antisemitischen Vorwürfe nicht bestätigt.

Kritik orthodoxer Muslime

Die Kritik orthodoxer Muslime ergeben sich größtenteils aus den Lehrunterschieden. Der wichtigste Kritikpunkt ist dabei aus der Interpretation des koranischen Begriffs Siegel des Propheten woraus orthodoxe Muslime den Abschluss des Prophetentums verstehen, Ahmadis hingegen glauben, dass nachfolgende Propheten das Siegel Muhammads tragen müssen.

Ein oft (besonders in Pakistan/Indien) erhobener Vorwurf ist, dass das Ahmadiyyat von den Briten gepflanzt seien. Der Hintergrund ist hierbei, dass im indischen Befreiungskampf verschiedene islamische Gruppen zum Dschihad gegen die Engländer aufriefen, während Hazrat Mirza Ghulam Ahmad dies ablehnte mit der Begründung, solange die Engländer die Religionsfreiheit garantierten, sei ein Dschihad nicht zulässig. Die Ahmadiyyat wurde daraufhin von islamischen Extremisten als Verräter eingestuft.

Fußnoten


Literatur


Selbstdarstellungen der Ahmadiyya

  • Maha Dabbous, Hadayatullah Hübsch: Sind Ahmadis Muslime?; Frankfurt 1994 (Verlag der Islam); ISBN 3-921458-94-3
  • Masud Ahmad: Jesus starb nicht am Kreuz; Frankfurt (Verlag der Islam); ISBN 3-921458-81-1
  • Sir Muhammed Zafrullah Khan: Grundsätze der islamischen Kultur; Frankfurt (Verlag der Islam)
  • Sir Muhammed Zafrullah Khan: Die Frau im Islam; Frankfurt (Verlag der Islam)
  • Hazrat Mirza Ghulam Ahmad: Die Philosophie der Lehren des Islam, Frankfurt 1996 (Verlag der Islam); ISBN 3-921458-97-8

Polemiken gegen die Ahmadiyya

  • Hiltrud Schröter: Ahmadiyya-Bewegung des Islam; Frankfurt 2002 (Dr. Hänsel-Hohenhausen); ISBN 3-8267-1206-4
  • Mohammed Al Khoder Hussein /Abu Al Aala Al Maudoodi / Abu Al Hassan Ali Al Hassani Al Nadwi; Der Qadianismus, Destruktive Bewegungen; Liga der islamischen Welt; Mekka / Cairo; (124 S.)

Historische Darstellungen

  • Yohanan Friedmann: Prophecy Continuous: Aspects of Ahmadi Religious Thought and Its Medieval Background, Oxford University Press India 2003 (2. Auflage) ISBN 0195662520
  • Antonio Gualtieri: The Ahmadis. Community, Gender, and Politics in a Muslim Society, Montreal 2004 ISBN 0773527389

Sonstige

  • I. Gill, M. Backhausen; Die Opfer sind schuld - Machtmißbrauch in Pakistan; Akropolis; 1993; ISBN 3-929528-08-8

Weblinks


Ahmadiyya | Islam in Deutschland

أحمدية | Ahmadi | Ahmadía | Ahmadismo | Ahmadi | אחמדים | Ahmadiyya | Ahmadija | Ahmadija | Äxmädiyä

 

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