| Wappen | Karte |
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| Ahlen-wappen.gif | Lage der Stadt Ahlen in Deutschland.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen |
| Kreis: | Warendorf |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | 80 m ü. NN |
| Höchster Punkt: | 167 m ü. NN (Bergehalde) |
| Niedrigster Punkt: | 61 m ü. NN |
| Nord-Süd Ausdehnung: | 14,5 km |
| West-Ost Ausdehnung: | 14,0 km |
| Fläche: | 123,14 km² |
| Einwohner: | 55.434 (01. Januar 2006) |
| Bevölkerungsdichte: | 450 Einwohner je km² |
| Postleitzahlen: | 59227 / 59229 |
| Vorwahlen: | 02382 Ahlen, 02528 Vorhelm, 02388 Dolberg |
| Kfz-Kennzeichen: | WAF |
| Gemeindekennzahl: | 05 5 70 004 |
| Website: | www.ahlen.de |
| Bürgermeister: | Benedikt Ruhmöller (CDU) |
| Regierende Partei: | CDU |
Die Stadt Ahlen liegt im Münsterland im Norden des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen (Deutschland) und ist eine Mittlere kreisangehörige Stadt des Kreises Warendorf im Regierungsbezirk Münster. Der Ort ist nicht zu verwechseln mit der Stadt Aalen im Ostalbkreis.
Als Ursprung der Stadtsiedlung wird ein Siedlungsansatz an einem Übergang über die Werse angenommen, der zum Schnittpunkt zweier wichtiger Straßen wurde und gleichzeitig Ausgangspunkt für eine dritte Straße war (Hamm–Ahlen–Warendorf; Beckum–Ahlen–Herbern ; Ahlen–Münster).
Die in den ersten Jahrhunderten langsam wachsende Siedlung bildete sich um einen bischöflichen Amtshof. Im Schutze dieser Kirchenburg ließen sich zunächst Handwerker und Händler nieder, um mit den Bauern und Bewohnern des Amtshofes Handel zu treiben.
In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts begann der Fernhandel in der Stadt, so tauchten die Namen Ahlener Kaufleute beispielsweise im 13. Jahrhundert in den Rechnungen Lübecker Kaufleute auf. In diese Zeit fällt auch die Errichtung einer Stadtmauer (1271) mit fünf Tortürmen. Ahlen war Mitglied der norddeutschen Hanse. Die Beseitigung der Stadtbefestigungen begann 1765 und seit 1929 sind die letzten Reste davon verschwunden.
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Die Stadt scheint sich im 13. Jh. rasch entwickelt zu haben. Um 1285 war die Bevölkerung soweit angewachsen, dass man neben der "Alten Pfarre" (St. Bartholomäus) eine „Neue Pfarre“ (St. Marien) gründete. Hierdurch entstanden ein Alt- und ein Neukirchspiel. Diese Entwicklung lässt den Schluss zu, dass Ahlen zu dieser Zeit zu den 18 größten Städten in Westfalen zählte. Das Wachstum der Stadt beruhte bei hoher Sterblichkeit, niedrigerer Geburtenquote als auf dem Lande und einem zeitweilig hohen Frauenüberschuss vor allem auf der ländlichen Zuwanderung. In der Neustadt bildete sich durch diese Zuwanderung eine Ackerbürgerschicht.
Das Aufblühen der Stadt wurde im 14. Jahrhundert durch die in ganz Europa wütende Pest gestoppt. Im Bürgerbuch des Jahres 1389 waren nur noch 63 Familien verzeichnet. Erst 1454 enthielt eine Bürgerliste wieder 212 Familien, woraus sich eine Einwohnerzahl von etwa 1300 errechnet. Zu diesem Zeitpunkt existierten in der Stadt vier Stadtviertel, die nach den jeweils benachbarten Stadttoren benannt waren und etwa gleiche Größen hatten.
Die einzelnen Stadtviertel waren für die Verteidigung der Tore und Teile der Stadtmauern verantwortlich und bildeten darüber hinaus Hudegenossenschaften für die Hudenutzung der gemeinen Mark.
Um 1454 lebten in Ahlen sieben Adelsfamilien sowie deren Bedienstete auf bischöflichen Burgmannshöfen.
Im Jahre 1803 fiel die Stadt erstmalig mit dem Fürstbistum Münster an Preußen. Mit dem endgültigen Übergang an Preußen im Jahre 1816 setzte für die Stadt eine neue Entwicklung ein, die zu einem raschen Bevölkerungswachstum führte. Aus der Ackerbürgerstadt, in der im Jahre 1871 nur 3.535 Menschen wohnten, war bis zum Jahr 1964 eine mittelgroße Industriestadt mit 44.203 Einwohnern geworden. Hierzu trugen mehrere technisch-wirtschaftliche Entwicklungen bei, die für die Stadt von besonderer Bedeutung waren:
In den Jahren 1846/1847 wurde die Cöln-Mindener Eisenbahn durch Ahlen gebaut. Hierdurch erhielt die Stadt gegenüber anderen Städten ihrer Umgebung einen erheblichen Standort- und Mobilitätsvorteil. Auch der Bau der Eisenbahn selbst trug vorübergehend durch eine Vielzahl zugewanderter Eisenbahnarbeiter – vor allem aus dem südlichen Westfalen und der Eifel zu einer Belebung der Stadt bei. Es sind jedoch auch soziale Konflikte belegt, die durch die fremden Arbeiter ausgelöst wurden. Nach dem Abschluss des Eisenbahnbaus blieb nur eine geringe Zahl der zugewanderten Arbeiter in der Stadt, unter ihnen auffallend viele aus dem Ravensberger Land.
Durch die Anwerbung tüchtiger Fachkräfte aus dem Rheinland, aus Sachsen, dem Vogtland, Thüringen, dem Harz, Böhmen, Schlesien, der Oberpfalz, Franken und Oberbayern war es der Metallverarbeitenden Industrie gelungen, sich auf die Herstellung emaillierter Geschirre zu spezialisieren und so eine Stanz- und Emailleindustrie aufzubauen, die schließlich den Ruf der Stadt bestimmte. Im Jahr 1892 waren es bereits fünf Werke und 1968 bereits 20 Werke. Die Arbeit in diesen „Pöttkesfabriken“ wurde überwiegend von Arbeitern aus der zugewanderten Landbevölkerung getan. Neben der Emailleindustrie etablierten sich aber auch Maschinen- und Werkzeugfabriken, Schuhfabriken und Holzverarbeitende Werke.
Auf Grund der aus verschiedenen Wanderungswellen entstandenen Beziehungen zur Eifel entwickelte sich ein reger Handel mit Emaillegeschirren aus den Ahlener Werken, der von ehemaligen Wanderarbeitern aus der Eifel getragen wurde.
1904 erhielt die „Neue Pfarre“ einen neuen Kirchenbau im neugotischen Stil. Die Marienkirche ist noch heute die größte Kirche in Ahlen und mit ihrem fast 75 m hohen Westturm ein Wahrzeichen der Stadt. Historisch bedeutsam sind das romanische Südportal sowie der Taufbrunnen und das Pestkreuz aus dem Kloster Maria Rose.
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Nachdem im Jahr 1909 die Zechenbahn fertig gestellt war, begannen die eigentlichen Abteufarbeiten für eine Doppelschachtanlage, die 1913 fertig gestellt war. Gleichzeitig erfolgte der Bau von Werkssiedlungen (auch „Kolonie“ oder „Zechensiedlung“ genannt) für die zugewanderten Arbeiter. Allein in den Jahren 1912 und 1913 verzeichnete die Stadt einen Wanderungsgewinn von knapp 5.000 Personen. Die Belegschaft der Zeche Westfalen bestand aus ca. 1.200 Beschäftigten. Ihre Herkunft war sehr breit gestreut: zu 36% stammten sie aus Westdeutschland mit dem Schwerpunkt Westfalen, zu 31% aus Ostdeutschland und zu 19% aus dem Ausland. Nur ein geringer Teil stammte aus Nord-, Mittel- und Süddeutschland. Unter den Ausländern fanden sich vor allem Polen, Tschechen, Slowenen, Kroaten, Ungarn, Italiener, und Holländer. Während des ersten Weltkrieges wurden darüber hinaus auch 410 Kriegsgefangene im Bergbau eingesetzt.
In den folgenden Jahrzehnten wurde die Zeche zu einem wirtschaftlichen Magneten für die Stadt und zog durch verschiedene Erweiterungen ihres Betriebes weitere Zuwanderungen nach sich. In den Jahren 1936 und 1937 wurde ein dritter Schacht in Dolberg errichtet. Der Wanderungsgewinn hatte bis zum Jahr 1939 zur Ansiedlung von insgesamt 8.298 Personen aus allen deutschen Landsmannschaften und 21 Nationen geführt. Unter ihnen entwickelte insbesondere die starke Gruppe der Polen ein kulturelles Eigenleben.
Die raschen und tief greifenden Veränderungen der Bevölkerungsstruktur beeinflussten vor allem das politische Leben der Stadt. Das bis zum Beginn der „Steinkohlenära“ als „schwarz“ bezeichnete Ahlen, wo 1870 eine wichtige Gründungsversammlung der Deutschen Zentrumspartei stattgefunden hatte, stand seit der Kommunalwahl 1919 den auf 1/3 aller Wählerstimmen angewachsenen Sozialdemokraten gegenüber. Als Folge der Zersplitterung der bürgerlichen Parteien und nach der Entstehung der kommunistischen Partei verloren die Zentrumspartei – aber auch die Sozialdemokraten – rasch an Einfluss. Seit 1920 war der in der politischen Arbeit erprobte Max Reimann als Bergarbeiter auf der Ahlener Zeche tätig und dieser übernahm 1921 die Leitung der örtlichen KPD. Es kam in dieser Zeit zu häufigen Streiks und Demonstrationen, die aus der schlechten sozialen Lage der Bergleute resultierten. Das blieb auch für die politischen Kräfteverhältnisse in der Stadt nicht ohne Folgen: Im Jahr 1929 rückten die Kommunisten in der Stadtverordnetenversammlung mit 24,4% der Stimmen auf den ersten Platz vor. Aus dieser Zeit ist der Ausspruch überliefert: „Wenn es in Ahlen und Hamborn ruhig ist, ist es in ganz Deutschland ruhig“.
Heute gibt es nur noch zwei lebende Mitglieder der Ahlener jüdischen Gemeinde. Diese allerdings leben nicht mehr in Ahlen. Neben Frau Spiegel ist der Autor, Regisseur und Schauspieler Imo Moszkowicz der letzte noch lebende Ahlener Jude. Seine Familie wurde nach Auschwitz deportiert. Dort kamen Moszkowiczs Mutter und seine Geschwister um. Er selbst wurde zur Zwangsarbeit für die IG Farben verurteilt und ins KZ Buna/Monowitz verschleppt.
Im Kriegsjahr 1943 wurde Ahlen in eine Lazarettstadt verwandelt und war bei Kriegsende mit 1.800 Verwundeten belegt. Das Lazarett befand sich im Gebäude des Klosters St. Michael, heute das bischöfliche Gymnasium der Stadt. Mit Zunahme des Luftkrieges suchten viele Ausgebombte Schutz in unzerstörten Kleinstädten und Landgemeinden. Ahlen wurde im Rahmen dieser Hilfe Patenstadt für Gelsenkirchen und Aachen. Am 9. September 1944 zogen insgesamt 1.461 Evakuierte in Großtransporten in die Stadt ein. Doch Ahlen hatte selbst Verluste durch den Krieg zu beklagen: Durch 45 Luftangriffe seit 1940 kamen in der Stadt nahezu 300 Menschen um. Ungefähr 5% der Stadtfläche waren zerstört.
Schlimmeres konnte in den letzten Kriegswochen durch das mutige Handeln des Oberfeldarztes Dr. Paul Rosenbaum verhindert werden. Er übergab das zur offenen Stadt erklärte Ahlen am 31. März 1945 kampflos an amerikanische Truppen. Zum Dank für diesen Einsatz wurde ein zentraler Platz nach ihm benannt.
Durch den zweiten Weltkrieg sank die Stammbelegschaft der Zeche um 27% ab, während die Gesamtbelegschaft jedoch um 36% stieg. Der Grund hierfür war der Austausch deutscher Bergleute, die zum Militärdienst eingezogen wurden, gegen Kriegsgefangene und Zivilverschleppte (siehe Verschleppung), die in Ausländerlagern am Stadtrand untergebracht waren. Bei Kriegsende gab es in Ahlen 5.971 Fremdarbeiter in 26 Lagern. Bis zur Rückführung der Zwangsarbeiter und Gefangenen im Herbst 1945 kam es zu zahlreichen Racheakten an der Zivilbevölkerung.
Am 3. Februar 1997 wurde die Bedeutung des Ahlener Programms für die heutige CDU mit dem Abstand von 50 Jahren in einer Feier am Entstehungsort durch den damaligen CDU-Generalsekretär Peter Hintze wie folgt gewürdigt (Auszug):
Das Leben in der Stadt war jedoch von anderen Ereignissen bestimmt: Vom 5. November 1945 bis 15. August 1946 war Ahlen Auffang- und Durchgangslager für den damaligen Kreis Beckum. In dieser Zeit erreichten 70 Flüchtlingstransporte die Stadt. Bis 1950 nahm die Stadt in mehreren großen Schüben ca. 4.000 Heimatvertriebene auf, besonders Schlesier und Ostpreußen. Die Zuwanderung der Flüchtlinge wurde neben der Zeche der wichtigste Faktor für den inneren und äußeren Strukturwandel. Die vorhandenen Industriebetriebe konnten ihre Belegschaften stark vermehren und es entstanden aus der Initiative der Flüchtlinge neue Betriebe, die vorhandene Nischen im Wirtschaftsbesatz nutzten.
Mit der Verbesserung der Wirtschaftslage Ende der 1950er Jahre kam es auch zu umfangreichen Bautätigkeiten. Im Süden der Stadt entstand ein ausgedehntes „Ostdeutsches Viertel“ in dem die Straßennamen auf die Herkunft der Bewohner deuten. Die Bautätigkeit wurde durch die Abteufarbeiten an Schacht V der Zeche Westfalen (1953–1956), den Bau der Westfalenkaserne (1958–1961) und die Errichtung kommunaler und kirchlicher Gebäude (städtisches Gymnasium, Hallenbad, Christuskirche, Pauluskirche) mitgeprägt.
Das deutsche Wirtschaftswunder führte auch in Ahlen zu einem Überangebot von Arbeitsplätzen. Durch die Vermittlung staatlicher Institutionen und durch eigene Initiativen der Wirtschaft kamen zwischen 1960 und 1965 insgesamt ca. 1.000 „Gastarbeiter“ nach Ahlen. Die Einwohnerzahl war so von 1945 (29.322) bis 1964 auf 44.203 gestiegen.
Durch die Eingemeindung des Amtes Ahlen mit den Gemeinden Altahlen, Dolberg und Neuahlen wurde 1969 die Einwohnerzahl von 50.000 überschritten. Der Ahlener Fußballverein LR Ahlen, der 1996 aus der Fusion zweier kleiner Vereine entstand, spielte von 2000 bis 2006 in der 2.Bundesliga. Nach dem Abstieg wurde - wegen Rückzug des Hauptsponsors - im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 31.5.2006 der Vereinsname in "Rot-Weiß Ahlen" umbenannt.
Bereits 1999 schafften die Handballer der Ahlener SG den Aufstieg in die 2.Bundesliga, in der Saison 2005/2006 belegten die Handballer den 2.Tabellenplatz, in der Relegation zur 1. Bundesliga scheiterten sie dann jedoch.
Ahlen ist durch die Zeche Westfalen bekannt, die dort 2000 stillgelegt wurde.
- bgcolor="#efefef" | Partei | Wahlergebnis | - align="center" bgcolor="#FFFFFF" | CDU | 50,94% (-1,3 Prozentpunkte) | - align="center" bgcolor="#FFFFFF" | SPD | 35,36% (-5,5 Prozentpunkte) | - align="center" bgcolor="#FFFFFF" | Grüne | 8,12% (+3,9 Prozentpunkte) | - align="center" bgcolor="#FFFFFF" | FDP | 5,58% (+3,0 Prozentpunkte) |
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Die CDU stellt mit 23 Ratsmitgliedern den Bürgermeister, die SPD hat 15 Sitze im Rat, die Grünen 4.
Die FDP, die zuerst eine Fraktion mit 2 Mitgliedern stellte, hat heute keine Fraktion mehr, da ein Fraktionsmitglied diese verlassen hat, insgesamt hat der Rat 3 fraktionslose Mitglieder.
Das Fritz Winter-Haus würdigt den Bauhausschüler und einen der bedeutendsten Maler der Nachkriegszeit. Fritz Winter selbst gründete 1975 zusammen mit seiner Nichte das Fritz-Winter-Haus in den Räumen seines Elternhauses in Ahlen. Das Konzept der Ausstellungen folgt dem Erbe Wintes in der Präsentation überwiegend ungegenständlicher Kunst.
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