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Agrigento
 

Agrigent (ital. Agrigento) ist eine Stadt mit 59.056 Einwohnern (Stand am 30. April 2005) an der Südküste Siziliens, 4 km vom Meer entfernt gelegen. Agrigent ist die Hauptstadt der Provinz Agrigent.

Geographie


Die Stadt liegt auf 213 m über dem Meeresspiegel auf einer nach Osten und Norden steil sowie nach Westen langsam abfallenden Felshöhe und wird von zwei Flüssen umschlossen, Hypsas und Akragas. Diese vereinen sich unterhalb der Stadt auf halber Strecke zum Meer.

Das Stadtgebiet wird durch ein tiefes Tal in zwei Hälften geteilt, von denen sich der nordwestliche Teil bis zu 328 m, der südöstliche bis zu 351 m über den Meeresspiegel erhebt. Die Akropolis liegt im nordwestlichen Teil. Das Stadtgebiet umfasst eine Fläche von etwa 450 ha in Form eines irregulären Rechtecks. Die Gesamtfläche der Gemeinde umfasst 244 km², die Bevölkerungsdichte beträgt etwa 217 Einwohner/km².

Die Nachbargemeinden sind: Aragona, Cattolica Eraclea, Favara, Joppolo Giancaxio, Montallegro, Naro, Palma di Montechiaro, Porto Empedocle, Raffadali, Realmonte, Sant'Angelo Muxaro und Siculiana.

Geschichte


Agrigent-web.jpg Es wird vermutet, dass der Ort schon früh von einer Ansiedelung der Sikaner eingenommen war, denn ihnen wird das weit in den Fels geschlagene Gängesystem zugeschrieben. Außerdem wurde eine vorgriechische Nekropole westlich der Stadt gefunden.

Um das Jahr 582 v. Chr. errichteten Auswanderer aus Gela hier die Stadt Akragas, die später in der Römerzeit Agrigentum genannt wurde. Die Geschichte der antiken Stadt ist unter Archäologische Stätten von Agrigent beschrieben.

Als die Araber im Jahre 827 n. Chr. Agrigentum eroberten, stand an der Stelle der antiken Stadt nur noch ein unbedeutendes Dorf auf dem nördlichen Hügel der antiken Stadt, der ehemaligen Akropolis. Unter dem Namen Kerkent oder Gergent entstand dort eine bedeutende arabische Siedlung, die sich zu einem Zentrum der arabischen Besiedlung Siziliens entwickelte und mit Palermo um die Vorherrschaft konkurrierte.

1087 wurde Gergent von den Normannen erobert. Roger II. errichtete hier ein Bistum. Unter anderem durch den Handel mit Nordafrika und durch die Landwirtschaft wurde Gergent zu einer wohlhabenden Stadt.

Mit der Ausweisung der Araber durch Friedrich II. verlor die Stadt wirtschaftlich an Bedeutung. Unter spanischer und bourbonischer Herrschaft sank sie wieder zu einer unbedeutenden Provinzstadt ab. 1927 nahm die Stadt, die inzwischen Girgenti genannt wurde, den latinisierten Namen Agrigent an.

Sehenswürdigkeiten


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Altstadt

  • Dom San Gerlando: errichtet im 11. Jahrhundert auf den Fundamenten eines Jupitertempels, im 16./17. Jahrhundert umfangreich erneuert. 1966 wurde der Dom von einem Erdrutsch beschädigt. Vom spätgotischen Campanile (15. Jahrhundert) aus hat man eine schöne Aussicht.
  • Porta Atenea, Stadttor aus dem 19. Jahrhundert
  • Via Atenea, die Hauptstraße Agrigents
  • S. Spirito (13. Jahrhundert), Zisterzienserkirche und -kloster im Chiaramonte-Stil (Spätgotik), im Inneren Stuckarbeiten von Giacomo Serpotta
  • S. Maria dei Greci (13. Jahrhundert), Hauptkirche der griechischen Christen im Mittelalter
  • S. Lorenzo (17. Jahrhundert), bedeutendste Barockkirche Agrigents
  • Museo Diocesano, Museum mit Freskenmalereien und Reliquienschreinen aus der byzantinischen Zeit

Tal der Tempel

Außerhalb des Ortes

  • Geburtshaus von Luigi Pirandello, 2 km außerhalb der Stadt im Wohnviertel Villaseta
  • San Leone, der Strand der Stadt, der Ort liegt 4 km südlich, er hat mehrere schöne Strände

Söhne und Töchter der Stadt


  • Empedokles (ca. 490 v. Chr. - ca. 430 v. Chr.), Philosoph, Arzt, Politiker, Sühnepriester und Dichter
  • Philinos von Akragas, Historiker im 3. Jahrhundert v. Chr.
  • Luigi Pirandello (1867 - 1936), Schriftsteller, Nobelpreisträger für Literatur

Sonstiges


1994 war Agrigent Austragungsort der Radsportweltmeisterschaft, bei der Jan Ullrich die Goldmedaillie im Einzelzeitfahren erringen konnte.

Literatur


  • Hanns-Peter Mederer: "Lasst die dröhnende Harfe uns wecken". Die Schauplätze der Wettkämpfe und Siegesfeiern in Pindars Epinikien. In: Antike Welt 8. 2003. S. 433- 440.

Weblinks


Ort auf Sizilien

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