Die Agrarsoziologie (auch, in etwas erweiterter Bedeutung: Land- und Agrarsoziologie) ist eine Teildisziplin der Soziologie, die sich mit der ländlichen Gesellschaft befasst. Im Mittelpunkt steht dabei die Soziologie der Landwirtschaft und des Dorfes. Themen sind etwa die Modernisierung ländlicher Räume, Normen und Werte bäuerlicher Familien, der Lebenssituation von Landfrauen oder auch die Darstellung der dörflichen Sozialstruktur.
Bis in die 1970er Jahre war die Agrarsoziologie stark von einerseits völkischen und andererseits auf eine an Industriegesellschaft orientierter, nachholender Modernisierung orientiert. Jüngere WissenschaftlerInnen, die seitdem dazu gestoßen sind, stehen eher in Verbindung mit Vorstellungen eines regional angepassten, ökologischen Landbaus. Hingewiesen sei hier auf den jährlich erscheinenden Kritische Agrarbericht.
Akademisch ist die Agrarsoziologie häufig in agrarwissenschaftlichen Fakultäten angesiedelt, zusammen mit Gebieten wie der Agrarpolitik oder der Agrargeschichte. Zum Teil wird eine deutliche Abgrenzung zur allgemeinen Soziologie vorgenommen. Abteilungen für Agrarsoziologie gibt es an den Universitäten Bonn, Hohenheim, an der Georg-August-Universität Göttingen, an der HU Berlin, an der TU München sowie an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Zu nennen ist außerdem der Fachbereich für ökologische Agrarwissenschaften der Universität Kassel.
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