Marktordnungen für Agrarprodukte sind ein zentrales Instrument der Agrarpolitik der Europäischen Union. Marktordnungen sind für nahezu jedes Agrarprodukt vom Getreide über Zucker bis hin zu Bananen erlassene EU-Verordnungen.
Die Hauptfunktion von Marktordnungen ist die Abgrenzung des EU-Binnenmarktes vom Weltmarkt mit seinen zum Teil viel niedrigeren Preisen. Die Preise für Agrarprodukte werden also innerhalb der EU künstlich hoch gehalten, um die heimischen Produzenten vor Konkurrenz aus dem Nicht-EU Ausland zu schützen. Um ihrer Aufgabe gerecht werden zu können, sehen die Marktordnungen als Steuerungselemente unter anderem Abschöpfungen, Ausfuhrprämien und Einfuhrkontingente vor.
Im Rahmen der WTO wird in wiederholten Runden über Änderungen der Marktordnung verhandelt.
Teilweise sind Abschöpfungen an gewisse Quoten gekoppelt und nach diesen gestaffelt. Wareneinfuhren, die innerhalb der ersten Quote liegen (z.B. die ersten x Tonnen Bananen welche in einem Jahr eingeführt werden), werden mit einer niedrigen Abschöpfung belegt, Waren, die innerhalb der nächsten Quote liegen (z.B. mehr als x Tonnen Bananen, aber noch keine y Tonnen Bananen), werden mit einer höheren Abschöpfung belegt, und alle Einfuhren, die über diesen Quoten liegen, werden mit der vollen Abschöpfung belegt. Dies ist zum Beispiel in der Marktordnung für Bananen so geregelt, was dazu führt, dass am ersten Werktag jedes Jahres riesige Mengen Bananen für die zollrechtliche Überführung in den freien Verkehr angemeldet werden und die Quote schon ganz am Anfang des Jahres erschöpft ist. (Die Bananenmarktordnung wurde eingeführt, um die in Spanien, vor allem auf den Kanarischen Inseln produzierten Bananen gegen Importe aus Südamerika konkurrenzfähig zu machen.)
Ausfuhrvergütungen werden für die Ausfuhr von Agrarprodukten (auch weiter verarbeitete Produkte wie z.B. Tiernahrung) aus der EU an den Exporteur gezahlt, damit Agrarprodukte aus der EU auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig sein können. Die Höhe der Ausfuhrvergütung entspricht in etwa dem Unterschied zwischen Weltmarktpreis und Binnenpreis in der EU. Bei Agrarprodukten, die in der EU zuviel produziert werden (z.B. Milchsee oder Butterberg), liegen die Erstattungen zum Teil auch darüber, um den Export dieser Waren finanziell interessanter zu machen.
Eine Ausnahme ist Hartweizen, dessen Preis in der EU niedriger ist als auf dem Weltmarkt, da Hartweizen als Grundlage von Teigwaren eine sehr gefragte Ware ist. Hier gibt es keine Abschöpfungen und es werden sogar Ausfuhrabgaben erhoben, um den Preis der Ware auf Weltmarktniveau zu heben.
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"Agrarmarktordnung".
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