Als Afroamerikaner werden Amerikaner, insbesondere US-Amerikaner, afrikanischer Herkunft bezeichnet.
Auch die Bezeichnung Afro-American wurde inzwischen ersetzt. African-American ist die gesellschaftlich konsensuale, gebräuchliche Begrifflichkeit. Dieses Konzept geht von der Zugehörigkeit zu einer afrikanischen Diaspora aus. In der US-amerikanischen gesellschaftspolitischen Diskussion wird die Bezeichnung in ähnlichem Kontext wie black gebraucht, der Begriff Negro als rassistische Zuschreibung nicht mehr verwendet.
Gruppen von Nachfahren entflohener schwarzafrikanischer Sklaven, die ebenfalls oft nicht als afroamerikanisch gelten, sind
Seit 1619 wurden Afrikaner gekauft und per Schiff in den amerikanischen Süden gebracht. 1807 wurde der Import von Sklaven formal verboten, aber das Verbot wurde kaum beachtet. 1860 lebten in den USA 3,5 Millionen versklavte Afroamerikaner in den südlichen Bundesstaaten und 500.000 freie Afroamerikaner im ganzen Land. Die Sklaverei war sehr umstritten. Das Anwachsen des Abolitionismus kulminierte in der Wahl Abraham Lincolns zum Präsidenten der USA und war einer der Gründe für die Sezession der Konföderierten Staaten von Amerika, die den amerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865) auslöste.
Die Emancipation Proclamation von 1862 erklärt alle Sklaven in der Konföderation für frei; sie enthielt Ausnahmen für alle Sklaven in den Territorien, die sich nicht losgesagt hatten. Auf diese Weise wurde kein Sklave unmittelbar befreit, da das US-Recht über die konförderierten Staaten zu diesem Zeitpunkt faktisch keine Wirkung hatte. Das Thirteenth Amendment to the United States Constitution (1865) befreite alle Sklaven, auch die in den Staaten, die sich nicht abgespalten hatten. Während der Reconstruction erhielten Afroamerikaner im Süden das Recht zu wählen und öffentliche Ämter inne zu haben, sowie eine Reihe anderer Rechte, die ihnen vorher verweigert worden waren. Nach dem Ende der Reconstruction 1877 entzogen die weißen Landbesitzer den Schwarzen mit einer Vielzahl von Maßnahmen wieder das Wahlrecht, worin sie auch durch Entscheidungen des Obersten Gerichtshofes unterstützt wurden. Sie errichteten ein System der Segregation der Rassen und terrorisierten die Schwarzen mit Gewalt einschließlich Lynchjustiz. Den schwarzen Landarbeitern und Pächtern ging es kaum besser als vor dem Bürgerkrieg.
Die verzweifelte Lage der Afroamerikaner im Süden löste die Great Migration, die große Wanderungsbewegung im frühen 20. Jahrhundert aus. Sie führte zusammen mit dem Anwachsen der intellektuellen und kulturellen Elite im Norden zu einer Erstarken des Kampfes gegen die Gewalt und die Diskriminierung gegen Afroamerikaner. Eine der wichtigsten der neu entstehenden Gruppen war die National Association for the Advancement of Colored People. Sie führte einen langen juristischen Kampf, um die Segregation zu beenden, der in der Entscheidung des obersten Gerichtshofs Brown vs. Board of Education (1954) kulminierte. Danach war die Rassentrennung in Schulen verfassungswidrig.
Der Fall Brown vs. Board of Education war ein Meilenstein in der Geschichte der Bürgerrechtsbewegung. Sie war Teil einer langfristigen Strategie um die Jim Crow - Segregation im öffentlichen Erziehungswesen, in Hotels, in öffentlichen Verkehrsmitteln, in der Arbeitswelt und beim Wohnungsbau zu beenden und Afroamerikanern die Möglichkeit, das in der Verfassung garantierte Wahlrecht auch tatsächlich ausüben zu können, zu sichern. Die Bewegung erreichte in den 1960ern unter Führern wie Dr. Martin Luther King, jr., Whitney Young und Roy Wilkins, Sr ihren Höhepunkt. Zur gleichen Zeit sprach sich der Sprecher der Nation of Islam Malcolm X und später Stokely Carmichael von der Black Panther Party für black power aus. Die Ideen des schwarzen Nationalismus und des Panafrikanismus fanden breite Unterstützung unter einem Teil der Afroamerikaner. Die Bürgerrechtsbewegung führt zu einem Anwachsen der schwarzen Mittelschicht während sich die Lebensbedingungnen der armen Mehrheit spätestens seit Ende der 70er Jahre rasch wieder verschlechterten. Afroamerikaner stellten einen überproportional hohen Anteil an der rasch wachsenden Zahl der Gefangenen in den Gefängnissen und war besonders stark von dem Rückgang der Realeinkommen in den unteren Einkommensschichten betroffen.
| Region | Absolute Anzahl | Verteilung der afroamerikanischen US-Bevölkerung |
|---|---|---|
| Südstaaten | 19.528.231 | 53,6 % |
| Mittlerer Westen | 6.838.669 | 18.8 % |
| Nordosten | 6.556.909 | 18,0 % |
| Westen | 3.495.625 | 9,6 % |
Entwicklung der afroamerikanischen Bevölkerung in den USA
| Jahr | Anzahl | Anteil der US-amerikanischen Bevölkerung |
|---|---|---|
| 1790 | 757,208 | 19.3% |
| 1800 | 1,002,037 | 18.9% |
| 1810 | 1,377,808 | 19.0% |
| 1820 | 1,771,656 | 18.4% |
| 1830 | 2,328,642 | 18.1% |
| 1840 | 2,873,648 | 16.8% |
| 1850 | 3,638,808 | 15.7% |
| 1860 | 4,441,830 | 14.1% |
| 1870 | 4,880,009 | 12.7% |
| 1880 | 6,580,793 | 13.1% |
| 1890 | 7,488,788 | 11.9% |
| 1900 | 8,833,994 | 11.6% |
| 1910 | 9,827,763 | 10.7% |
| 1920 | 10.5 Millionen | 9.9% |
| 1930 | 11.9 Millionen | 9.7% |
| 1940 | 12.9 Millionen | 9.8% |
| 1950 | 15.0 Millionen | 10.0% |
| 1960 | 18.9 Millionen | 10.5% |
| 1970 | 22.6 Millionen | 11.1% |
| 1980 | 26.5 Millionen | 11.7% |
| 1990 | 30.0 Millionen | 12.1% |
| 2000 | 34.6 Millionen | 12.3% |
أمريكيون أفارقة | Afroamericà | Afro-amerikaner | African American | Afroamericano | Afro-américain | Afroamericano | אמריקאים-אפריקאים | Afrika-Amerika | Afroamericano | アフリカン・アメリカン | 아프리카계 미국인 | Afro-Amerikanen | Afroamerikanere | Afroamerykanin | Afro-americano | Афроамериканцы | Afroamerikanci | African-American | Afroamerikaner | 非裔美国人
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