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Die Afrikanische Union (Abkürzung AU; englisch African Union, französisch Union africaine) ist eine zwischenstaatliche Organisation, die 2002 die Nachfolge der Organisation für Afrikanische Einheit (OAU) angetreten hat und sich für Kooperation auf allen Gebieten einsetzen soll. Geplant ist unter anderem ein Afrikanischer Gerichtshof. Sitz der Organisation ist Addis Abeba. Mitgliedstaaten sind alle Staaten Afrikas – zurzeit 53 – außer Marokko, das wegen des Konfliktes um die Demokratische Arabische Republik Sahara aus der Vorgängerorganisation OAU ausgetreten ist und an einer Mitgliedschaft in der AU zur Zeit nicht interessiert ist. Die Zusammenarbeit mit Mauretanien ist seit August 2005 wegen des dortigen Militärputsches suspendiert.
Die Initiative zur Gründung der neuen Afrikanischen Union geht auf den libyschen Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi zurück. Er war vehement für die Idee einer Union eingetreten und hatte mit großem finanziellen Aufwand bei den afrikanischen Staatschefs dafür geworben. Al-Gaddafi erklärte sich bereit, viele Institutionen der AU zu finanzieren und überzeugte dadurch viele Skeptiker. Die Charta der Afrikanischen Union orientiert sich teilweise am Vorbild der Europäischen Union. Die Gründungsakte enthält unter anderem Erklärungen zur Achtung der Menschenrechte und zur Souveränität der Mitgliedstaaten, aber auch eine Passage zum Eingreifen der Union in Mitgliedstaaten unter bestimmten Voraussetzungen.
Bis alle Organe eingerichtet sind und die Ziele wie eine gemeinsame Währung verwirklicht werden könnte jedoch einige Zeit vergehen. Kurzfristig haben die wirtschaftlichen Aspekte des Zusammenschlusses größere Bedeutung. Weil Afrika nur mit zwei Prozent zum Welthandel beiträgt, wollen die Staaten nun gemeinsam auftreten, um diese Schwäche im Zuge der Globalisierung so weit wie möglich auszugleichen.
Im Februar 2003 einigte sich die AU auf eine Eingreiftruppe und einen AU-Sicherheitsrat nach Vorbild der Vereinten Nationen mit Interventionsrecht. Dieser wurde am 25. Mai 2004 offiziell gegründet.
Im März 2004 wurde die erste Sitzung des panafrikanischen Parlaments innerhalb der AU feierlich eröffnet. Erste Parlamentspräsidentin ist Gertrude Mongella. Das AU-Parlament hat beratende Funktion und hat seinen Sitz in der südafrikanischen Stadt Midrand, wo am 16. September 2004 auch die erste Arbeitssitzung stattfand.
Seit Dezember 2004 engagiert sich die AU mit einer Friedensüberwachenden Mission (AMIS) in der Krisenregion Darfur im Sudan.
Auf Grund des Militärputsches in Mauretanien wurde dieser Mitgliedstaat am 5. August „bis zur Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung“ vorübergehend aus der AU ausgeschlossen.
Das wirtschaftliche Entwicklungsprogramm der AU heißt NEPAD.
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