Afrika Bambaataa (* 10. April 1960 in der New Yorker Bronx als Kevin Donovan) ist ein New Yorker Hip Hop-DJ und Party-Organisator der späten 1970er, frühen 1980er Jahre. Er zählt zu den stilprägenden Figuren der Anfangszeiten im Hip Hop.
Die Grundidee dazu hat Bambaataa bereits in jungen Jahren, als er den Film Zulu von Michael Caine sieht. Beeindruckt durch den Sieg der Zulus, kommt ihm die Idee, selber eine eigene Zulu Nation zu gründen. Später gibt er sich den Namen „Afrika Bambaataa“ (Bambaataa heißt laut verschiedenen Webseiten etwa soviel wie „liebevoller Anführer“). Einen großen und prägenden Einfluss haben auf ihn die musikalischen Größen dieser Zeit, allen voran Sly & The Family Stone, George Clinton und James Brown.
Afrika Bambaataa wächst in der New Yorker Bronx der 60er Jahre auf. Er ist aktives Mitglied der damals wichtigsten Gang der Bronx, den Black Spades. Die Nation of Islam beeindruckt ihn. Nach dem Todesfall eines guten Freundes stellt Bambaataa jedoch die Street Gangs in Frage. Obwohl er den Zusammenhalt und andere Ideale seiner Black Spades in positiver Erinnerung behält, verlässt er sie schließlich.
Afrika Bambaataa erinnert sich an den Zulu-Film und setzt seine Idee von der eigenen Zulu Nation um. Wert legt Bam, wie er gerne genannt wird, speziell auf das, was er „das fünfte Element der Hip Hop-Kultur“ nennt: Auf das Wissen in allen möglichen Lebensbereichen, welches er ständig sammelt und weitergibt, auf Weisheit, Verständnis, Umwandlung des Negativen ins Positive, den Glauben an einen (gemeinsamen) Gott, Freiheit, Gerechtigkeit, Gleichheit, Frieden, Einigkeit, Liebe, Respekt, Arbeit und nicht zuletzt auf Freude am Leben. Schließlich sind die ersten bekannten DJ-Legenden wie Kool DJ Herc oder Grandmaster Flash sowie das Aufkommen der weiteren Hip Hop-Elemente Rap, Graffiti und B-Boying der letzte Auslöser für die Idee, dieses alles für die Nachwelt zu bündeln, und für seine eigene Karriere als DJ und MC. Mit seiner Zulu Nation macht er sich weltweit unermüdlich stark für die Pflege der Hip Hop-Kultur.
Prägende Veröffentlichung für die Frühzeit ist Planet Rock von 1982 zu nennen, entstanden durch eine Zusammenarbeit mit der Soulsonic Force, Tom Silverman, Arthur Baker und John Robie. Sie verwenden neben einem Mix aus verschiedenen anderen Klängen die Melodie von Kraftwerks Trans-Europa-Express, einem Stück, das zuvor in den Clubs der Schwarzen für Aufsehen gesorgt hat. Planet Rock wird ein Klassiker des Hip Hop und des Techno; da Wegbereiter wie Westbam oder die Technolegenden aus Detroit dadurch zum eigenen Schaffen angeregt werden, wäre ohne das Stück wohl einiges heute anders. Zunächst kommt es zum Rechtsstreit mit Kraftwerk, bis die Aufteilung der Einnahmen geklärt ist. Kraftwerk dürften an dem Stück nicht schlecht mitverdienen und ihm einen Teil ihres Ruhmes verdanken, denn kaum ein anderes wird bis heute so oft geremixt. Bambaataa hat nach Kraftwerk ebenfalls das Vergnügen des Kopiertwerdens, etliche Samples aus Planet Rock tauchen in Tracks anderer DJs auf. Die Kombination aus Kraftwerk-Elementen und Rap beeinflusst oder begründet Technolectro, Miami Bass und Electro. Zum Beginn des neuen Jahrtausends bringen verschiedene Popmusiker Songs mit diesen Einflüssen heraus. Das Video hat Kultstatus durch seine Dokumentation von Old School Partys, Liveauftritten der Band und Einspielungen von Weltraumaufnahmen.
Die folgenden Platten Looking For The Perfect Beat und Renegades Of Funk sind Planet Rock-ähnlich. Aus dieser Verkleidungs- und Electro-Phase stammen auch die Filme A Street History und Beat Street sowie das zusammenfassende Planet Rock The Album.
Bedeutende Momente finden für Afrika Bambaataa 1984 statt, als er sein Vorbild James Brown für den gemeinsamen Song Unity gewinnen kann. Dieser klingt typisch nach James Brown. Mit John Lydon von den Sex Pistols bringt Afrika Bambaataa das Stück World Destruction heraus. Es ist eine explosive Mischung aus Hip Hop, Punk und Rock und richtet sich vor allem gegen Kriege.
Einen neuen Weg schlägt Bambaataa 1986 mit Beware The Funk Is Everywhere ein. Dieses Album fällt bis auf Bambaataas Theme weniger elektronisch, dafür Hip Hop-lastiger aus als Planet Rock. Um zu zeigen, wo der Funk noch sein kann, bringt er auch 80er-Rock- und Popsongs auf die Platte.
The Light von 1988 hat wieder ein anderes Konzept. Afrika Bambaataa produziert das Album mit Künstlern unterschiedlicher Musikstile, wie Bootsy Collins, George Clinton, Boy George, Yellowman und UB40. Zu dieser Phase gehört auch die Sho Nuff Funky. Die Musik reicht vom Reggae über Funk bis hin zu klassischen Klängen. Das Stück Reckless mit UB40 hat den größten Erfolg.
Ende der 1980er arbeitet Afrika Bambaataa am weltweiten Naturschutz-Projekt One World One Voice mit. Neben ihm tragen dutzende Musiker wie Bob Geldof, Clannad oder die Gipsy Kings ein kurzes Stück zu einem Gesamtmix bei und setzen in dem weltweit ausgestrahlten Dokufilm ein Zeichen für die Situation und Rettung der Erde. Aus dem gleichen Grund macht er ebenfalls mit vielen Künstlern das Video Earth Rise. Ähnlich engagiert er sich gegen das Thema Apartheid und wirkt an einer Veranstaltung anlässlich der Befreiung Nelson Mandelas mit.
1991 beginnt Afrika Bambaataa damit, House- und Technoklänge in sein Schaffen zu integrieren. Die Alben Decade Of Darkness, 12 Mixes und Jazzing sowie die dazugehörenden Singles entstehen in Zusammenarbeit mit De-Point und lassen sich am ehesten im Bereich des Eurodance einordnen.
Mit Time Zone und der Soulsonic Force veröffentlicht Bam nebenbei wieder Electro- und Hip Hop-Platten, Warlocks And Witches, Computer Chips, Micro Chips And You, Lost Generation und ihre Auskopplungen genießen unter seinen Fans ein besseres Ansehen als ihre Vorgänger.
Der Soundtrack für ein Computerspiel wird We Funk This Party Out von 1996, an dem auch Melle Mel und Kurtis Blow mitwirken.
Nach einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit Westbam unter dem Namen I.F.O. bringt Afrika Bambaataa Ende der 1990er mit Leftfield Afrika Shoxx heraus. Das Video mit dem Schwarzen, der sich durch die Großstadt New York City quält und im wahrsten Sinne des Wortes nach und nach an ihrer Härte zerbricht, ist eines der bekanntesten von Chris Cunningham und schafft es nach MTV und VIVA. Bambaataa spielt eine Nebenrolle.
2000 beginnt die Zusammenarbeit mit Hardy Hard unter dem Namen Sirius B. Bekannt wird Sirius B durch das Video Tell-Lie-Vision von 2003, weil dieses auf dem Titelstück von Spiegel TV basiert. Es läuft während des Jahres bei Sunshine Live, VIVA und MTV.
2001 fertigt Afrika Bambaataa die Filmmusik für einen Basketball-Werbespot von Nike aus Geräuschen, die beim Ausüben dieser Sportart entstehen. Der Spot wird nur in Amerika ausgestrahlt, in Deutschland läuft ein ähnlicher.
2004 erscheinen die Alben Everyday People und Dark Matter Moving At The Speed Of Light (Electro).
Im Frühjahr 2005 nimmt Afrika Bambaataa an einer Demonstration gegen den New Yorker Hip Hop-Radiosender Hot 97 teil. Der Grund: Hot 97 hat einen Song herausgebracht, der die Opfer der Tsunami-Katastrophe in Asien und Afrika diskriminiert. Weiterhin kritisiert Bambaataa frauenverachtende Kommentare des Senders und dessen häufige Benutzung des Wortes „Nigger“.
Geplant sind die Veröffentlichung eines Sirius-B-Albums, eines The Machine-Tonträgers und eines Buches.
Maxis:
Alben:
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