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Aeroflot, eigentl. Aeroflot - Russische Luftfahrtlinien (russisch Аэрофлот – Российские авиалинии) ist die größte russische Fluggesellschaft. Seit 1992 ist die Aeroflot eine offene Aktiengesellschaft

Geschichte


Am 8. März 1923, der als Geburtsstunde von "Aeroflot" angesehen werden kann, wird in der jungen Sowjetunion der "Verein der Luftfahrtfreunde" gegründet. Der neue Verein macht es sich zum Ziel, Geldmittel für den Bau von Flugzeugen zu sammeln und die Vorteile der Luftfahrt zu propagieren. Nur wenige Tage später findet die konstituierende Versammlung der "Aktiengesellschaft Dobrolet" statt - der ersten Luftfahrtgesellschaft der Sowjetunion. Neben den Vereinsmitgliedern kaufen auch Funktionäre die zum Preis von je 1,05 Rubel emitierten Aktien. Selbst Lenin soll dabei 60 Aktien gekauft haben. Im gleichen Jahr wird die ukrainische Luftfahrtgesellschaft "Ukrwosduchput" sowie die Kaukasische "SakAvia" gegründet. Durch Parolen wie etwa "Wer nicht Aktionär von Dobrolet ist, der ist auch kein Bürger der Sowjetunion" eingeschüchtert, spenden die Arbeiter ihren Lohn und die Bauern ihre Erzeugnisse an den Verein unter Vorsitz von Dserschinski und Frunse, oder kaufen Aktien von Dobrolet. Für die erste Flotte der neuen Luftfahrtgesellschaft werden 15 Flugzeuge vom Typ Junkers F13 gekauft. Die erste Linie "Moskau - Nischni Nowgorod" wird am 16. Juli 1923 eröffnet. Bereits ein Jahr später stellt der Wegbereiter der russischen Flugzeugindustrie, Andrei Nikolajewitsch Tupolew seine aus Aluminium gebaute ANT-2 vor. Auslandsflüge kann Dobrolet immer noch nicht ausführen und so verlängert die Regierung der UdSSR den Vertrag mit der ausländischen, halbstaatlichen Fluggesellschaft "Deruluft" für die Flüge Moskau - Königsberg - Berlin. Im November 1930 fusioniert Dobrolet mit der Aktiengesellschaft Ukrwosduchput, die schon zuvor die SakAvia übernommen hatte. Die aktive Flotte der Fluggesellschaft zählt nun schon über 100 Flugzeuge, darunter mittlerweile einige sowjetische wie ANT-9 und K-5. Am 1. Februar 1932 wird der Verein der Luftfahrtfreunde, der mittlerweile zu einem riesigen Verband der zivilen Luftfahrt angewachsen war, sowie die Aktiengesellschaft Dobrolet zum Staatsunternehmen "Aeroflot" umgestaltet. Zu Sowjet-Zeiten war Aeroflot die größte Fluggesellschaft der Welt. Seit dem 14. April 2006 ist Aeroflot Mitglied im Skyteam (Air France, KLM, Delta etc).Aeroflot erhielt die erste Boeing 737-400 am 1. Mai 1998.

Flotte


(Stand:???)

Spekulationen zufolge will Aeroflot 22 Airbus A350 bestellen (siehe auch auf die Airbus A350).

Basisdaten


  • Anzahl der Fluggäste 2004: 6 862 000
  • Flottenstärke: 90 Flugzeuge
  • Anflugziele in der Sommersaison 2005: 100 Städte in 47 Ländern
  • Gewinn aus dem Geschäftsjahr 2004: 5 172 Millionen Rubel, 219 Mio. Dollar

Unfälle/ Zwischenfälle


Berlin-Schönefeld

Am 12. Dezember 1986 kam es beim Anflug einer aus Minsk kommenden Tupolev 134 mit der Registrierungsnummer CCCP-6579 zum Absturz in Berlin-Bohnsdorf bei dem 72 von 82 Passagiere ums Leben kamen. Verständigungsschwierigkeiten zwischen dem Piloten und der Anflugkontrolle stellten sich als Ursache heraus. Obwohl der Maschine die rechte Landebahn zugeteilt war, wurde die linke angeflogen. Statt nunmehr die Landung abzubrechen und den Flughafen erneut anzufliegen, versuchte der Pilot seinen Fehler zu korrigieren, streifte dabei jedoch die Baumwipfel eines Waldes in Bohnsdorf.

Meschduretschensk

Nahe dem sibirischen Meschduretschensk stürzte am 23. März 1994 ein Airbus A310 auf dem Weg von Moskau nach Hong Kong ab, nachdem der Pilot erst seine Tochter und danach seinen Sohn ins Cockpit gelassen hatte. Der Pilot hat daraufhin seiner Tochter einige Autopilot-Funktionen (HDG/S und NAV) demonstriert. Als er die Demonstration für seinen Sohn wiederholen wollte, fragte ihn dieser, ob er den Steuerknüppel bedienen dürfe. Er hat danach den Steuernküppel leicht - mit einer Kraft von 8-10 kg - nach links bewegt und danach in die neutrale Position zurückgestellt. Der Kapitän hat daraufhin die Autopilot-Funktionen auch seinem Sohn demonstriert und das Flugzeug mittels NAV auf den normalen Kurs zurückbringen wollen. Der Autopilot kam dabei in Konflikt mit dem Steuerknüppel, der in neutraler Position war, worauf der Autopilot zwar nicht abgeschaltet, aber von der Seitenrudersteuerung getrennt wurde. Schliesslich hat das Flugzeug mit 2.5° pro Sekunde bis zu einer Seitenlage von 45° gedreht. Der Kapitän hat daraufhin den Copiloten aufgerufen, die Kontrolle zu übernehmen während er seinen eigenen Sitz wieder einnehmen wollte. Da der Sitz des Copiloten komplett zurückgestellt war, hat es ihn zusätzliche 2-3 Sekunden gekostet, das Ruder zu übernehmen. Die Schräglage hat 90° erreicht, worauf das Flugzeug in die sog. Stall-Position und schliesslich ins Trudeln geriet. Zwei Minuten und sechs Sekunden später ist das Flugzeug auf der Erde aufgeschlagen. Keiner der 75 Insassen hat überlebt.

Siehe auch:


Weblinks


Fluggesellschaft (Russland)

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