Adoptivkaiser nennt man die fünf römischen Kaiser Nerva, Trajan, Hadrian, Antoninus Pius und Mark Aurel, die das Prinzip der Adoption des ihnen am geeignetsten erscheinenden Nachfolgers praktizierten.
Schon in der römischen Republik hatten einzelne Adlige Angehörige eines anderen Adelsgeschlechts adoptiert, um so den Fortbestand des eigenen Geschlechts zu sichern. Der an Stelle des Sohnes Adoptierte erhielt den Namen, das Geld und das Klientel des Adoptivvaters und wurde rechtlich wie ein leiblicher Sohn behandelt. Das Fehlen geeigneter männlicher Leibeserben zwang auch Caesar und Augustus, sich zur Sicherung ihrer Nachfolge der Adoption zu bedienen.
Erst im 2. Jahrhundert jedoch wurde die Adoption als „Auswahl der Besten“ propagandistisch aufgewertet (Vernachlässigung der Blutverwandtschaft, Beteiligung des Senats an der Nachfolge; jeder Senator konnte adoptiert werden). In der Realität war dieses Vorgehen allerdings das Resultat der Kinderlosigkeit der jeweiligen Vorgänger. Die leibliche Erbfolge wurde nicht grundsätzlich aufgehoben, denn ein leiblicher Sohn eines Kaisers oder zumindest sein Umfeld hätten einen Bürgerkrieg provozieren können, wenn er nicht Kaiser wurde. Auch zeichnete sich der „beste“ Nachfolger meist weniger durch seine Qualifikation als durch seine Verwandtschaft zum amtierenden Kaiser aus; so war etwa Hadrian der engste männliche Verwandte von Trajan (der ihn aber übrigens vielleicht gar nicht als Nachfolger vorgesehen hatte). Marc Aurel, der als erster Kaiser seit 96 wieder einen regierungsfähigen Sohn hatte, brach dann auch sogleich mit dieser Praxis und erwählte seinen Sohn Commodus zum Nachfolger. Die nachfolgenden Kaiser versuchten denn auch alle eine eigene Dynastie zu begründen.
Die Herrschaft der fünf Kaiser von 96 bis 180 n. Chr. galt und gilt auch heute noch als Glanzzeit des Römischen Reiches und als Vorbild guter monarchischer Herrschaft. Unter Trajan erreichte die römische Herrschaft auch ihre größte territoriale Ausdehnung. Einige Althistoriker verweisen heute allerdings darauf, dass besonders Hadrian, Antoninus Pius und Marc Aurel ihren guten Ruf vielleicht zu Unrecht genießen.
Diese Kaiser werden, besonders im Englischen, auch als die „fünf guten Kaiser“ bezeichnet.
Siehe auch:
Pet dobrih careva | Els cinc bons emperadors | Five Good Emperors | Emperadores Antoninos | Antoniar leinu | Antonins (Rome) | Cinco bos emperadores | Pet dobrih careva | 五賢帝 | 네르바-안토니누스 왕조 | Adoptiefkeizers | Pięciu dobrych cesarzy | Cinco bons imperadores | Пять хороших императоров | Пет добрих царева | 五贤君
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