article

Adolfmenzel.jpg Adolph Friedrich Erdmann von Menzel (* 8. Dezember 1815 in Breslau; † 9. Februar 1905 in Berlin) war ein bedeutender deutscher Maler, Zeichner und Illustrator des 19. Jahrhunderts.

Bereits zu seinen Lebzeiten war er ein berühmter historischer Maler, dessen patriotische Arbeiten, initiiert durch die Expansion Preußens im 19. Jahrhundert, den Geschmack der Öffentlichkeit traf. Im 20. Jahrhundert wurde er vor allem für seine behutsame Behandlung des Lichts und die Originalkompositionen seiner kleinen Genrebilder geachtet.

Leben


Menzel wurde am 8. Dezember 1815 in Breslau geboren. Bereits 1828, als Menzel gerade 13 Jahre alt gelangte eines seiner Werke zur Ausstellung: Ein Bild einer säugenden Tigerin. 1834 war er Mitglied im "Verein der jüngeren Künstler. 1850 nahm man ihn in die Künstlergemeinschaft Tunnel über der Spree auf, zu der auch Theodor Fontane, Theodor Storm und Paul Heyse gehörten; später war er auch Mitglied des "Nebentunnels" (Fontane) Rütli. Mitglied der Königlichen Akademie der Künste wurde er 1850, drei Jahre darauf ernannte man ihn zum Professor der Akademie. Allerdings betrachtete der Autodidakt Menzel den universitären Alltag mit seinen Malklassen durchaus kritisch. Während einer Reise in das Gebiet des preußisch-österreichischen Krieges 1866 zeichnete Menzel verletzte und gefallene Soldaten. 1870 erhielt Adolph Menzel den Orden Pour le Merite. Es folgen verschiedene Ausstellungen von Menzels Werken in Berlin, Paris, Venedig, Hamburg und München. Zu Ehren seines 70. Geburtstags findet 1885 eine Ausstellung in Paris statt, die sein internationales Ansehen zeigt. 1898 wurde Menzel zu Ritter des Hohen Ordens vom Schwarzen Adler ernannt und damit in den erblichen Adel erhoben. Am 9. Februar 1905 starb Menzel in Berlin.

Menzel war körperlich missgestaltet (Zwergenwuchs), weshalb er vom Militärdienst befreit wurde. Fontane nannte ihn liebevoll einen ganz grandiosen kleinen Knopp.

Werk


Menzel war Freilichtmaler, Schöpfer intimer Innenraumbilder, Maler von großen Darstellungen geschichtlicher Ereignisse und Staatskünstler des deutschen Kaiserreichs. Von ihm stammt eine berühmte Serie von Szenen aus dem Leben Friedrichs II. im 18. Jahrhundert. Menzel malte in der Zeit des Realismus, in der er immer um Anerkennung rang. Trotz seiner zahlreichen Ehrungen blieb er doch immer misstrauisch und verschlossen. Er ist ein klassischer Vertreter des Berliner Realismus. In seinen Bildern wurde auf eine genaueste Wiedergabe der Details geachtet. Seine Werke waren Gelegenheitsarbeiten; er nannte sie „Erinnerungen“. Er besuchte nicht wie viele Deutsche Künstler Rom, sondern ihn zog es immer wieder nach Paris. Menzel nahm auch Einfluß auf nachfolgende Künstler, etwa Max Liebermann. Besonders in der mittleren Schaffensperiode zeigen seine Bilder impressionistische Tendenzen. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang auch, daß Menzel durch seine thematische Vielfalt (Krönungsbild, Eisenwalzwerk) immer wieder von verschiedenen Seiten ideologisch vereinnahmt wurde.

Werke


(Auswahl)
  • Gestaltung der Bene Merenti, 1835
  • etwa 400 Zeichnungen zu Franz Kuglers „Geschichte Friedrichs des Großen“, die in Holzstichtechnik vervielfältigt wurden, 1839-1842
  • 200 Illustrationen zu den Werken Friedrichs des Großen, 1843-1849
  • Das Balkonzimmer, 1845
  • Predigt in der Klosterkirche, 1847 (Galerie Neue Meister Dresden)
  • Aufbahrung der Märzgefallenen, 1848
  • Die Ruinen des Nymphenbades, 1850 (Hamburger Kunsthalle)
  • Tafelrunde Friedrich II. in Sanssouci, 1850
  • Christus als Kind im Tempel unter den Lehrern, 1851
  • Das Flötenkonzert Friedrich des Großen in Sanssouci, 1852
  • "Platz für den großen Raffael, 1855–1859 (Germanisches Nationalmuseum Nürnberg)
  • Kronprinz Friedrich besucht den französischen Maler Antoine Pesne auf dem Malgerüst in Schloss Rheinsberg, 1861
  • Ein Nachmittag im Tuileriengarten, 1867 (National Gallery London)
  • Pariser Wochentag, 1869
  • Abreise Königs Wilhelms I. zur Armee am 31. Juli 1870, 1870
  • Das Eisenwalzwerk, 1875 (Alte Nationalgalerie Berlin)
    Das Bild ist im Original 2,5 Meter breit und war eines der ersten Industriebilder der damaligen Zeit. Zur Erstellung des Gemäldes wurden von Menzel über hundert Skizzen in der schlesischen Königshütte gezeichnet. Er dokumentiert damit anschaulich und eindrucksvoll die Stimmung und die harten Arbeitsbedingungen für die Arbeiter in der beginnenden Industrialisierung Europas.
  • Ball souper, 1878
  • Prozession in Hofgastein, 1880
  • Piazza d'Erbe in Verona, 1884 (Galerie Neue Meister Dresden)

Weblinks


Mann | Deutscher | Maler | Zeichner | Illustrator | Ehrenbürger | Geboren 1815 | Gestorben 1905

Adolph von Menzel | Adolph von Menzel | Adolph von Menzel

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Adolph von Menzel".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld