Adolf_von_Baeyer.jpg Johann Friedrich Wilhelm Adolf Ritter von Baeyer (* 31. Oktober 1835 in Berlin; † 20. August 1917 in Starnberg), deutscher Chemiker
Ab 1872 war er Professor für Chemie in Straßburg, ab 1875 in München als Nachfolger von Justus von Liebig, wo nach seinen Angaben ein neues Laboratorium gebaut wurde. 1881 verleiht ihm die Royal Society in London die Davy-Medaille, 1885 wird er in den erblichen Adelsstand des Königreichs Bayern erhoben. Im Jahre 1903 erhält er die erstmals von der Deutschen Chemischen Gesellschaft verliehene Liebig-Denkmünze.
Baeyers zahlreiche Arbeiten haben gewisse Gruppen der organischen Chemie wesentlich ausgebaut und dem chemischen Verständnis erschlossen. Nach einigen Untersuchungen über Kakodylverbindungen durchforschte Baeyer die Harnstoff- und Harnsäuregruppe, die Kondensationsprodukte des Acetons etc. Eine Reihe von Arbeiten beschäftigte sich mit den Kondensationsprodukten, welche durch Einwirkung von Aldehyden auf Kohlenwasserstoffe und Phenole und besonders von Phthalsäureanhydrid auf Phenole und Oxyphenole entstehen. Die Bildung dieser "Phthaleine" führte zur Entdeckung des Eosins, welches in großen Mengen für die Färberei hergestellt wurde. Seit 1866 beschäftigte sich Baeyer mit der Körpergruppe, zu welcher das Indigoblau gehört, und es gelang ihm die künstliche Synthese des Indigoblaus in solcher Form, dass dieselbe praktisch im großen ausgeführt werden konnte. Im Lauf dieser Untersuchungen hat Baeyer das Indol, Oxindol und Dioxindol dargestellt und den Zusammenhang dieser Körper sowie des Isatins mit dem Indigoblau aufgeklärt. Er führte auch die Benutzung des Zinkstaubes als Reduktionsmittel ein und entdeckte das Skatol. In seinem Laboratorium stellten Grabe und Liebermann das Alizarin aus Anthracen dar, und Fischer entdeckte das Bittermandelölgrün.
Baeyer erhielt 1905 den Nobelpreis für Chemie
Seit 1911 wird der Adolf-von-Baeyer-Preis in unregelmäßigen Abständen verliehen.
Mit nach ihm ist auch die Baeyer-Villiger-Oxidation, siehe hier; Nach ihm ist die Baeyer-Spannung von alicyclischen Verbindungen benannt.
Adolf von Baeyer stellte das Reagenzglas als das wichtigste Werkzeug für Chemiker heraus.
Mann | Deutscher | Chemiker (19. Jh.) | Nobelpreisträger für Chemie | Geboren 1835 | Gestorben 1917
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