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Der Admiralspalast ist ein traditionsreicher Veranstaltungsort in der Friedrichstraße 101/102 in Berlin-Mitte. Er zählt zu den wenigen erhaltenen großen Vergnügungsstätten Berlins aus der Jahrhundertwende. Im Sommer 2006 soll das denkmalgeschützte Gebäude nach umfangreichen Sanierungs- und Umbauarbeiten wiedereröffnet werden.

Geschichte


Über einer Solequelle wurde 1873 das Admiralsgartenbad von den Architekten Walter Kyllmann und Adolf Heyden gebaut.

1910 wurde das Gebäude abgerissen und nach Plänen der Architekten Heinrich Schweitzer und Alexander Diepenbrock ein Eispalast errichtet. Im Jahr darauf wurde das Haus unter dem Namen Admiralspalast eröffnet und zu eine der großen Vergnügungsstätten Berlins. Außer einer Eisarena und dem Bädertrakt im Seitengebäude beherbergte das Haus im Vorderhaus zur Friedrichstraße Kegelbahnen, ein großes Café und ein Lichtspieltheater. Die reich ausgestatteten Räumlichkeiten der Bäder hatten Tag und Nacht geöffnet. In der Eisarena wurden „Eisballette“ aufgeführt, die eigens von dem Leiter des Hausorchesters Julius Einödshofer komponiert wurden.

Rund 10 Jahre später wurde das Konzept des Hauses geändert. Nach Umbauten wurde der Admiralspalast unter der Leitung von Hermann Haller zum Revuetheater. Eröffnet wurde mit der Revue „Drunter und drüber“ für die Walter Kollo die Musik komponierte. Bis zur Übernahme durch den Rotter-Konzern 1931 wurden viele Revuen dort aufgeführt. Später verlagerte sich der Schwerpunkt auf Operetten. Johannes Heesters spielte hier den Danilo in Die lustige Witwe. 1939 wurde der Admiralspalast dann mit dem Metropol-Theater, das sich in der Behrensstraße befand, vereinigt. 1944 wurden die Theater schließlich geschlossen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg zog interimsweise das Ensemble der Deutschen Staatsoper in das vom Krieg weitgehend verschonte Gebäude ein. Nachdem die Oper 1955 in ihr angestammtes und wiederaufgebautes Haus Unter den Linden zurückziehen konnte, wurde der Admiralspalast zum Metropol-Theater. Bis zur Schließung 1997 wurden in dem großen Saal mit 1.400 Plätzen Operetten und Musicals mit einem festen Hausensemble aufgeführt.

Außerdem befindet sich seit dem 2. Oktober 1953 das politische Kabarett Die Distel im Vorderhaus des Admiralspalastes.

Nach einer längeren Zeit des Leerstandes übernahm Falk Walter 2005 den Gebäudekomplex, der derzeit aufwändig saniert wird. Der Admiralspalast soll wieder im alten Glanz mit Theater, Luxusbad, Café, Restaurant und Club entstehen. Für die Sanierung des Bades sind noch originale Marmorfliesen, Mosaiken und Glasmalereien vorhanden, die in einem Lichtenberger Depot lagerten.

Die Wiedereröffnung soll am 11. August 2006 mit der Dreigroschenoper unter der Regie von Klaus Maria Brandauer stattfinden.

Weblinks


Theater (Berlin)

 

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