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Die Adipositas bzw. Fettleibigkeit (auch: Fettsucht, Obesitas, selten Obesität) ist eine Bezeichnung für starkes Übergewicht durch eine über das normale Maß hinausgehende Vermehrung des Körperfettes. Die Abgrenzung zwischen den verschiedenen Schweregraden erfolgt meist über den Körpermasseindex (BMI).

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Definition und Abgrenzung


Adipositas bedeutet starkes Übergewicht und zu viel Körperfett. Übergewicht wird mittels Körpermassindex (BMI) gemessen und klassifiziert. Besonders nachteilig sind Fettdepots im Bauchraum und an den inneren Organen. Indikatoren für den Anteil von Körperfett und dessen Verteilung sind der Bauchumfang und das Taille-Hüft-Verhältnis.

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Kategorie BMI (kg/m²)
Normalgewicht 20–25
Übergewicht 25–30
Adipositas Grad I 30–35
Adipositas Grad II 35–40
Adipositas Grad III > 40

Das Körpergewicht und auch der BMI allein sagen über das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung als Folgeerscheinung des Übergewichts nichts aus. Für das kardiovaskuläre Risiko ist weniger das Ausmaß des Übergewichts als vielmehr das Fettverteilungsmuster entscheidend: besonders nachteilig wirken sich hier Fettdepots im Bauchraum und an den inneren Organen aus. Dieses innere Bauchfett - Fachleute nennen es „intraabdominales Fett“ oder „viszerales Fettgewebe“– ist sehr stoffwechselaktiv. Es beeinflusst den Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel (Zuckerstoffwechsel), so dass Fettstoffwechselstörungen und Diabetes die Folge sein können.

Eine erste Selbstdiagnose ist einfach: Bauchumfang messen. Ein erhöhtes Risiko liegt für Frauen ab 88 cm vor, bei Männern beginnt der Risikobereich ab 102 cm.

Sportlich hochtrainierte Menschen haben viel Muskelgewebe von hoher Dichte und können damit einen hohen BMI erreichen, ohne zu viel Fettgewebe zu haben oder übergewichtig zu sein.

Ursachen


{| zu unterscheiden sind:
a) genetische Faktoren
b) zu viel und falsche Ernährung einerseits - zu wenig Bewegung (Energieverbrauch) andererseits
c) gestörtes Essverhalten als Sucht

Übergewicht tritt gehäuft in industrialisierten Ländern auf, wo nur noch wenige Menschen harte körperliche Arbeit verrichten und Nahrung im Überfluss vorhanden ist und Menschen oft unter "Sinnkrisen" leiden. Die sogenannten Schwellenländer sind aber ebenfalls zunehmend betroffen.

Genetische Faktoren (Erbanlage) prägen den Grundumsatz, die Nahrungsverwertung und das Fettverteilungsmuster. Die Nahrungsverwertung war zu Zeiten der "Jäger und Sammler" ein wichtiges Überlebensmerkmal: wer den Überschuss in Fettzellen abspeichern konnte, konnte in Zeiten des Mangels davon zehren. Heute gibt es Kühlschränke, Gefriertruhen und Konserven. Fettspeicherung ist nicht nur nicht mehr sinnvoll, sondern ein negatives Merkmal. Es gibt keine genetische Begründung für Übergewicht.

Lebensgewohnheiten (sozio-kulturelle Faktoren, Ernährungssoziologie) verführen sowohl zu zu viel essen, als auch zu ungesund essen und zu zu wenig Bewegung.

  • sitzende Tätigkeit
  • Auto, Fahrstuhl, Rolltreppe
  • passive Freizeit (Fernsehen, Computerspiele, Rumhängen)
  • Frust, Langeweile, Stress
  • Waren-Überangebot
  • Essen als Ersatz für emotionale und persönliche Zuwendung
  • Erziehung: "der Teller wird leer gegessen", "iss was dann wirst du was"
  • keine gemeinsamen Mahlzeiten, Fertignahrung statt Kochen
  • Kinder von not- und kriegserfahrenen Eltern
  • negative Vorbilder: übergewichtige Eltern haben übergewichtige Kinder
  • Fastfood: Portionengröße, Essgeschwindigkeit, Fettgehalt
  • Zucker, Backwaren, Schokolade, Erdnusscreme
  • Chips, Pommes, Majo
  • Geschmacksverstärker Glutamat (verhindert Sättigungsgefühl)
  • Cola, Bier
  • Werbung für Süßes und Fettes
  • Geschmacksprägung durch Zuckerzusatz (Softdrinks, Baby-Nahrung, gesüsster Tee)
  • Jojo-Effekt bei Diät
  • Übergewicht als Schönheitsideal in anderen Kulturen
  • Informationsmangel, fehlende Aufklärung
Alle diese Faktoren sind lediglich "Verführungen". Entscheidend ist immer das persönliche Verhalten. Und das unterliegt dem freien Willen. Deshalb kann man jederzeit die Energiebilanz zu meinen Gunsten verbessern (solange keine psychische Störung oder Sucht vorliegt).

Essstörung und Sucht sind immer dann anzunehmen, wenn die Veränderung der Ernährungsgewohnheiten und die Veränderung der Bewegungsgewohnheiten schwierig sind oder unmöglich scheinen. Davon sind viele Übergewichtige und Fettleibige betroffen. Zu den Ursachen von Essstörung und Sucht siehe dort.

Stoffwechselkrankheiten sind nur in etwa 2% aller Fälle ursächlich für Übergewicht: Schilddrüsenunterfunktion, Störungen des Kortisonhaushaltes (Cushing-Syndrom). Einige Medikamente können eine Gewichtszunahme begünstigen: Hormone, Antidepressiva, Neuroleptika, Kortikosteroide. Vermutet wird auch ein Zusammenhang mit einer Infektion durch das Adenovirus des Typ Ad-36.

Manche Wissenschaftler und einige Eltern dicker Kinder behaupten, eine Allergie gegen bestimmte Nahrungsmittel führe zu Übergewicht. Das hieße, wenn man bestimmte Nahrungsmittel oder Nahrungsmittelzusätze wegließe, würde man abnehmen. Das ist aber weder ausreichend bestätigt noch wissenschaftlich bewiesen worden.

Folgen


Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) werden allgemein als hohe Risikofaktoren für die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen angesehen. Kommen noch zwei der Risikofaktoren Diabetes (Zuckerkrankheit), Fettstoffwechselstörungen (erhöhtes Cholesterin, bzw. LDL) oder Bluthochdruck hinzu, wird die Gefahr einer Herz-Kreislauf-Erkrankung (kardiometabolischen Risikofaktoren) nochmals deutlich erhöht, ebenso das Sterberisiko. Rauchen und Stress erhöhen zusätzlich das Risiko von Verschluss der Herz- und Gehirnversorgenden Gefäße.

Adipositas ist mitverantwortlich für ein gehäuftes Auftreten vieler Zivilisationskrankheiten. Sie erhöht das Risiko für Hypertonie (Bluthochdruck), Diabetes mellitus Typ 2 (Altersdiabetes, Zuckerkrankheit), Herzinfarkte, Arteriosklerose, Schlaganfälle, Brustkrebs, Arthritis und Arthrose, Gelenkschmerzen, Fußdeformitäten (Stempelfuß), Gallenblasenerkrankungen, Gicht und das Obstruktive Schlafapnoe-Syndrom. Die Gefährlichkeit einer Venenschwäche/Venenthrombose, ebenfalls durch Übergewicht bedingt, wurde lange Zeit verkannt.

Auch die seelischen Folgen der Adipositas sind gravierend. Die Betroffenen fühlen sich als Versager und Außenseiter. Oft treten psychische und sogar wirtschaftliche Schäden für die Betroffenen auf, weil Fettleibigkeit gesellschaftlich nicht toleriert wird und Betroffene oft ausgegrenzt werden.

Die durchaus auch finanziellen und sozialwirtschaftlichen Folgen von Übergewicht sind enorm. Ernsthafte Schäden am Stütz- und Bewegungsapparat (Gelenkschäden, Muskelverspannungen, Knochendeformation, Schäden an Bändern, Sehnen und Schleimbeuteln, Wirbelsäulenverkrümmung und Bandscheibenvorfall, sowie Knochenwachstumsstörungen bei Kindern und Jugendlichen) führen zu unzähligen Sekundär-Therapien und schweren Operationen.

Behandlung


Je nach Ursache sind unterschiedliche Therapien angezeigt.

Gewichtsreduktion

Eine Gewichtsreduktion führt nicht nur zu einer Verringerung des Risikofaktors Adipositas, sondern hat weiterhin positive Effekte auf alle Herz- und Kreislauf-Risikofaktoren. Jedoch fällt das Abnehmen häufig schwer: sind die Fett-Reserven auf den Hüften und am Bauch erst einmal angelegt, baut der Körper sie nur schwer ab. Besonders bei starkem Übergewicht erweist sich die Behandlung als sehr schwierig. Insbesondere Rückschläge oder ausbleibender Erfolg veranlassen den Patienten (aber auch den Behandler und die Angehörigen) häufig dazu, das Vorhaben ganz aufzugeben. Zudem liegen oft Begleiterkrankungen vor, die den Leidensdruck des Patienten erschweren und parallel behandelt werden müssen. Sinnvoller ist daher die frühe Einübung eines gesunden Lebensstils, um eine Gewichtszunahme zu vermeiden.

Ernährung und Bewegung

Ernährung und Bewegungsverhalten sind in hohem Maße eine Gewohnheitssache. 0k9093-1i.jpg Für Patienten ohne psychische Krankheitselemente kann eine einfache Information zur gesünderen Ernährung und Unterstützung bei der Ernährungsumstellung und zu mehr Bewegung durchaus Erfolg haben. Es ist allerdings wissenschaftlich nicht ganz gesichert, welche Ernährungsform am ehesten Abhilfe schafft. Meist wird zu mehr Ballaststoffen (s. a. Vollwertkost) und Fette vermeiden geraten, und gesättigte Fette sollen durch Nahrungsmittel mit essentiellen Fettsäuren ersetzt werden. Steigerung der körperlichen Bewegung ist der zentrale Gegenspieler in der Energiebilanz. Insbesondere Ausdauersport wie Fahrradfahren, Schwimmen, Wandern und Joggen dienen konsequent über Monate und Jahre durchgeführt der Gewichtsreduktion.

Essstörung

Bei einer Essstörung ist meist eine mehrwöchige Therapie in einer Spezialklinik erforderlich (siehe Psychosomatische Klinik), ergänzt durch regelmäßige langjährige Mitarbeit in einer Selbsthilfegruppe (z.B. Overeaters Anonymous).

Therapie

Wenn eine Verhaltensänderung bei Ernährung und Bewegung schwierig ist, dann wird klar, dass Adipositas nicht nur eine Zivilisationserscheinung ist, sondern dahinter ernsthafte und ursächliche psychosoziale Probleme stehen. Um diese zu bewältigen, ist eine speziell ausgerichtete Psychotherapie erforderlich. Ziel ist, die individuellen Ursachen für die Essstörung zu identifizieren und alternative Verhaltensweisen zu lernen. Bewährt hat sich auch die Therapie in einer Gruppe. Parallel arbeitet der Betroffene regelmäßig in einer Selbsthilfegruppe mit Gleichgesinnten.

Ambulante oder stationäre Rehabilitation in einer Fachklinik für Essstörungen bzw. psychosomatischen Klinik ist ein ausgezeichneter Start auf dem Weg zur Veränderung von Verhalten und Lebensstil. Sie wird i.d.R. von der Kranken- oder Rentenversicherung finanziert.

"Diät"

Angesichts der vielfachen Ursachen für die Entstehung von Übergewicht und Adipositas gibt es keine einzelne Maßnahme, die allein die Entgleisung des Gewichts nachhaltig beendet. Vielen Anbietern von Diäten gelingt es immer wieder, Betroffene von ihrem besonderen Weg zu überzeugen, so dass es diesen gelingt, ihr Essverhalten für die Dauer der Diät ganz nach den Diätregeln auszurichten. Es kommt so oft zu sehr schnellen radikalen Gewichtsminderungen. Wenn die Diäten aber nicht zu einer über die Zeit der Diät hinaus verwirklichten grundlegenden Änderung des gesamten Ess- und Bewegungsverhaltens führen, setzen sich nach der Diät die alten Gewohnheiten wieder durch. Dadurch und durch den Jojo-Effekt kommt das Übergewicht unweigerlich wieder. Als Einstieg in eine neue Ess- und Lebensweise eignen sich aber alle Diäten, die zu besserer Auswahl der Nahrung, zu ihrer fachgerechten Zubereitung und kluger Einteilung der Nahrungsaufnahme am Tage führen. Eine wichtige Hilfe bei den Bemühungen um eine dauerhafte Kontrolle des Körpergewichts ist die regelmäßige ausreichende körperliche Bewegung. Hilfen wie die Hinführung zu anderen Geschmacksvorlieben als süß, fett und kalorienreich zu essen und eine Kontrolle des Hungergefühls durch medikamentöse Weckung des Esshormons Serotonin können nur ergänzende Hilfen sein. Ohne die umfassende Änderung des Ess- und Bewegungsverhaltens bewirken sie nichts.

pharmakologische Intervention

Wenn die Umstellung des Ess- und Bewegungsverhaltens schwierig ist, muss die Ursache dafür gefunden und behoben werden. In besonders schwierigen Fällen kann eine dauerhafte Befreiung von den Zwängen des Hungers eine wertvolle Hilfe sein. Pharmakologische Therapie soll aber ausschließlich vom Arzt durchgeführt werden. In den U.S.A. wird vielfach das dort frei verkäufliche 5-Hydroxy-Tryptophan (5-HTP) außer für die Verbesserung des Wach- und Schlafverhaltens auch als Gegenspieler von Serotonin für die Reduzierung des Körpergewichts auf Dauer eingenommen. Hinreichende Studien hierüber gibt es noch nicht, es wird aber nur über geringfügige Nebenwirkungen berichtet. Die dauernde Einnahme des Vorhormons 5-HTP bedarf aber der ärztlichen Kontrolle, zumal es nicht nur im Liquor des Gehirns ankommt, sondern im ganzen Körper. Bei der Hungerkontrolle durch Serotonin-Wiederaufnahmehemmer wie auch bei dem einzigen in Deutschland noch zugelassenen fälschlicherweise "Appetitzügler" genannten Medikament Reductil hat es erhebliche körperliche Nebenwirkungen gegeben. Langfristeinsatz von 5-HTP ist deshalb kritisch zu beobachten.

Wenn alle konservativen Behandlungsmethoden versagen, kommt die Adipositaschirurgie in Frage.

Verbreitung


Wie die epidemiologischen Daten zeigen, nimmt die Adipositas in allen Ländern zu, in denen ein ausreichendes Nahrungsangebot zumindest für Teile der Bevölkerung vorhanden ist. Mögliche genetische Ursachen werden mit dem Argument verneint, dass sich der Genpool der Bevölkerung in den vergangenen ein bis zwei Jahrzehnten nicht signifikant geändert habe. Dies wird von anderer Seite mit dem Hinweis auf einen über Jahrmillionen wirksamen Selektionsdruck in Frage gestellt: der Selektionsdruck machte den Menschen zum Meister im Energiesparen. Schon vor Jahrtausenden wurde er dort sesshaft, wo eine günstige Umgebung Ackerbau und bequemere Ernährung zuließ. Im Wesentlichen geschieht heute nichts anderes. Die Sesshaftigkeit beziehe sich auf die eigenen vier Wände, zu denen auch das Auto gezählt werden kann. So sei es kein Wunder, dass kaum eine der zahlreichen angebotenen Diäten nachhaltig wirke und dass kaum ein Programm zur Reduktion des Übergewichts bislang nachhaltig erfolgreich war.

Die Adipositas als komplexes Krankheitsbild betrifft alle Bevölkerungsschichten und Altersgruppen (jedoch nicht im jeweils gleichen Maße) und beschränkt sich keineswegs auf die Industrieländer. Waren im Jahre 1995 weltweit noch 200 Millionen Erwachsene adipös, so waren es im Jahre 2000 schon 300 Millionen, davon 115 Millionen in Entwicklungsländern. Waren in Österreich 1991 noch 8,5 % der Erwachsenen adipös, so waren es im Jahre 2000 schon 11 %. Europaweit sind 10–20 % der Männer und 15–25 % der Frauen adipös. Dabei wird ein Anstieg der Adipositasprävalenz Richtung Süden und Osten beobachtet. Dies gilt auch für Österreich – mit dem höchsten Anteil an Übergewichtigen im Osten des Landes und dem niedrigsten Anteil in Tirol und Vorarlberg.

In Deutschland wird seit Jahrzehnten ein Anstieg der Prävalenz beobachtet. So wies im Jahre 1999 nur noch die Hälfte bis ein Drittel der Bevölkerung einen medizinisch gewünschten BMI bis 24,9 auf. Studien aus den Jahren 1998 und 1999 zufolge waren 18,3 bis 24,5 % der Bundesbürger mit einem BMI größer/gleich 30 adipös.

Weltweit leben rund eine Milliarde Menschen mit starkem Übergewicht (WHO). Sollte sich dieser Trend fortsetzen, wird die Zahl der übergewichtigen Menschen innerhalb der nächsten 10 Jahre auf 1,5 Milliarden ansteigen. Nachdem das Problem jahrzehntelang auf die wohlhabenden Industrieländer beschränkt war, beobachtet man in jüngster Zeit einen Anstieg der ernährungsbedingten Krankheiten auch in Schwellenländern wie Indien oder China. Zur Zeit wird bei Übergewicht eine jährliche Verdoppelung beobachtet.

In den USA sind nach Untersuchungen bis zu 90 Prozent aller Männer und 70 Prozent aller Frauen von Übergewichtigkeit bedroht. Bei mehr als einem Drittel wurde sogar Fettleibigkeit diagnostiziert.*

Diätkritische Position


Gewichtsregulation

Bis zur Entdeckung des Hormons Leptin im Jahre 1994, war unbekannt, dass Fettzellen nicht nur Fett speichern sondern auch Nachrichten an das Gehirn senden. Seitdem wurden zahlreiche Hormone entdeckt, die die Nahrungsaufnahme, den Appetit, den Grundumsatz und den Energieverbrauch beeinflussen. Seit der Entdeckung von Leptin wurden noch ghrelin, orexin, PYY 3-36, cholecystokinin, adiponectin und viele andere untersucht. Insgesamt haben Forscher über 250 Gene und 40 Botenstoffe entdeckt, die unseren Appetit regulieren

Leptin und Gherlin haben entgegengestzte Effekte. Leptin reduziert den Hunger und wurde lange als Waffe gegen Adipositas gehandelt. Es stellte sich jedoch heraus, das Dicke meistens zwar genug Leptin produzieren, aber nicht darauf reagieren. Gherlin ist ein potentieller Grund, warum es nach einer Diät so schwer fällt, das Gewicht zu halten. Der Gherlinspiegel steigt und steigert den Hunger.

Die meisten Menschen scheinen ein individuelles Gewicht zu haben, dass ihr Körper auf jeden Fall erreichen will Set-Point genannt. Stark vereinfacht handelt es sich beim Gewicht um einen Regelkreis, der so funktioniert:,

  • Gewicht größer Set-Point: Hunger runter, unbewusste Bewegungen rauf
  • Gewicht kleiner Set-Point: Hunger rauf, unbewusste Bewegungen runter, Gewebe abbauen, Temperatur senken

In der Realität handelt es sich um mehrere Regelkreis, die unbewußt ablaufen und äußerst kompliziert sind. Greift man an einer Stelle ein, wird dies an einer anderen kompensiert. Dies macht die Behandlung von Adipositas so schwierig.

Ursachen

Als Ursachen für Adipositas gelten genetische Gründe, Ernährung und psychologische Ursachen.
genetische Gründe
Bei Adoptivkindern fand man einen starken Zusammenhang zwischen ihrem BMI und dem ihrer leiblichen Eltern aber keinen Zusammenhang zwischen ihrem Gewicht und dem ihrer Adoptiveltern. Die Gene und nicht die Erziehung bestimmen also das Gewicht.Stunkard AJ et al(1986) An Adoption study of human obesity N England Journal Med 314:193-198
Ernährung
Im "Lexikon der populären Ernährungirtümer"Udo Pollmer: Esst endlich normal (2005) Piper, ISBN-10: 3-492-04791-2 sind zahlreiche Studien, die sich mit den Ernährungsgewohnheiten von Dicken und Dünnen beschäftigen. Überraschenderweise essen Dicke weniger als Dünne.
Autoren der Studie Dicke pro Tag Dünne pro Tag
Beaudoin und Meyer 59 übergewichtige Frauen 1964 58 dünne Frauen 2198
Lincoln 101 übergewichtige Männer und Frauen 3144 98 schlanke Männer und Frauen 3319
Dies bedeutet aber nicht, dass das Gewicht gar nicht von dem abhängt was man isst. Die Ernährung ist nur nicht in der Lage das unterschiedliche Gewicht von Dicken und Dünnen zu erklären.

psychlogische Ursachen
In den 70ern und 80ern Jahren wurde versucht Adipositas durch Verhaltenstherapie und Psychoanalyse zu behandeln. Ohne Erfolg. In den meisten Fällen hat Adipositas keine psychologischen Ursachen.

Abnehmen

In den Medien wird ständig von neuen Methoden bereichtet mit, mit dennen man ganz leicht abnehmen kann. Es wird der Eindruck vermittelt, dass wenn Dicke sich nur richtig anstrengen würden, sie auch abnehmen könnten. Dies entspricht nicht den Tatsachen.Dauerhaft abzunehmen ist für die meisten Dicken unmöglich.Garner, D. M., & Wooley, S. C. (1991). Confronting the failure of behavioral and dietary treatments for obesity. Clinical Psychology Review, 11, 729-780. 98% aller Versuche abzunehmen scheitern schon in den ersten fünf Jahren. Bei 90 % ist das Gewicht dann sogar höher als das Ausgangsgewicht. Diäten machen dick!

Selbst Adipositas-Bekämpfungs-Aktivisten wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. raten mitlerweile: "Dabei sollte eine Stabilisierung des Gewichts bzw. eine mäßige Gewichtssenkung um 5 bis 10 % dem Streben nach Ideal- oder Normalgewicht vorgezogen werden" Prävention und Therapie der Adipositas http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/050-001.pdf

Abnehmen ist nicht gesund
Ständig kann man von Ärzten und in den Medien hören wie ungesund ein hohes Gewicht ist. "Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) sind hohe Risikofaktor für die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen." Dabei wird die entscheidende Frage aber übersehen: Wenn Dicke abnehemen, nützt dies ihrer Gesundheit? Die Antwort ist Nein. Wenn Dicke versuchen abzunehmen verbessert sich dadurch ihre Gesundheit nichtBacon, L., Stern, J. S., van Loan, M. D., Keim, N. L. (2005). Size acceptance and intuitive eating improve health for obese, female chronic dieters. Journal of the American Dietetic Association, 105, 929-936. Eine Ausnahme sind Diabetiker. Sie sollten sich mehr bewegen und 5kg abnehemen. Dies bedeutet nicht, dass Dicke genau so gesund sind wie Dünne. Abenhemen nützt ihnen nur nicht.

=Die Folgen von Diäten
= Obwohl die meisten Diäten und Ernährungsumstellungen das Gewicht nicht dauerhaft verringern, können sie dauerhafte Gesundheitsschäden verursachen. Bei einer Diät baut der Körper nicht nur Fettgewebe ab, sondern auch Muskeln und KnochenThe Minnesota Experiment 1945. Um Energie zu sparen, wird das Immunsystem heruntergefahren. Auch der Herzmuskel wird abgebaut. In einer im Jahr 1991 im "New England Journal of Medicine" veröffentlichten Studie wurde gezeigt, dass Menschen mit konstantem Gewicht ein 70% geringeres Risiko haben, an Herzkrankheiten zu erkranken, als Menschen mit schwankendem Gewicht. Eine Abhängigkeit vom Ausgangsgewicht oder der sportlichen Aktivität der Teilnehmer wurde nicht festgestellt.

Der Stress, den eine Diät verursacht, kann zu Bluthochdruck und Gereiztheit führen. Auch Osteoporose kann eine Folge von Diäten sein. Studien haben gezeigt, dass Fett vor Osteoporose schützt. Weitere durch Diäten verursachte Krankheiten sind: Ängste, Herzinfarkt, Depressionen, Menstruationsstörungen, Gewichtszunahme, Magersucht und Bulimie.

Während einer Diät verringert sich die Lust auf Sex.

Gewichtsreduktionsprogramme
Bei den nichtchirugischen Gewichtsreduktionsprogrammen liegt die Gewichtsabnahme langfristig bei weit unter 10%. Für die meisten gibt es gar keinen Erfolgsnachweis.
=Diäten/Ernährungsumstellung
= Es wurde nicht nachgewiesen, ob sich die Gesundheit verbessert hat.
Programm Gewichtsverlust
Weight Watchers-Programm Heshka S, Anderson JW, Atkinson RL, Greenway FL, Hill JO, Phinney SD, Kolotkin RL, Miller-Kovach K, Pi-Sunyer FX. Weight loss with self-help compared with a structured commercial program. A randomized trial. JAMA 2003; 289: 1792-98 3-4,5 kg
DGE-Programm "Ich nehme ab" Scholz GH, Flehmig G, Scholz M, Klepzig Y, Gutknecht D, Kellner K, Rademacher C,Oberritter H, Hauner H. Evaluation des DGE-Selbsthilfeprogramms „Ich nehme ab“. Teil1:Gewichtsverlust, Ernährungsmuster und Akzeptanz nach einjähriger beratergestützter Interventionbei übergewichtigen Personen. Ernährungs-Umschau 2005; 52: 226-31 2,3 kg (Frauen) und 4,1 kg (Männer)

=Medikamente
=

Der Gewichtsverlust durch Medikamente liegt bei weit unter 10 %.

Medikament Gewichtsverlust
SibutraminPadwal R, Li SK, Lau DCW. Long-term pharmacotherapy for obesity and overweight. The Cochrane Database of Systematic Reviews 2003, Issue 4. Art. No. CD004094.pub2. DOI: 10.102/14651858.CD004094.pub.2 2,8-4,4kg
OrlistatPadwal R, Li SK, Lau DCW. Long-term pharmacotherapy for obesity and overweight. The Cochrane Database of Systematic Reviews 2003, Issue 4. Art. No. CD004094.pub2. DOI: 10.102/14651858.CD004094.pub.2 2,8 kg

Behandlung

Wie kann die Gesundheit von Dicken verbessert werden? Studien haben gezeigt, dass bei Adipositas Gewichtsreduktion nicht die optimale Behandlung isthttp://www.medicalnewstoday.com/medicalnews.php?newsid=25384. Viel erfolgreicher können die Gesundheitsprobleme von Dicken behandelt werden, wenn die Dicken es schaffen ihr Gewicht zu akzeptieren und ihr Verhalten ändern. Gesunde Ernährung, die nicht zu Gewichtsverlust führt, Sport und Selbstakzeptanz sind sinnvoller als Gewichtsverlust und haben eine viel höhere Erfolgsquote. Eine dauerhafte Gewichtsreduktion zu erreichen schaffen nur 5% aller Patienten, so dass die Methode Abnehmen als gescheitert angesehen werden mussGarner, D. M., & Wooley, S. C. (1991). Confronting the failure of behavioral and dietary treatments for obesity. Clinical Psychology Review, 11, 729-780..

Kritik

Studien

Siehe auch


Weblinks


Organisationen und Hintergrundinformationen

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