| Familie Adenoviridae | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Reich: | Viren |
| Ordnung: | nicht klassifiziert |
| : | Adenoviridae |
| : | Mastadenovirus | Aviadenovirus Atadenovirus Siadenovirus
| Genom: | dsDNA linear |
| Baltimore: | Gruppe 1 |
| Symmetrie: | ikosaedrisch, isometrisch |
| Hülle: | keine |
Die Familie Adenoviridae (gr. αδἐνος, Drüse) umfaßt nicht-behüllte Viren mit einer doppelsträngigen, linearen DNA als Genom. Ihr Kapsid hat eine ikosaedrische Symmetrie und besitzt einen besonderen, die Virusfamilie charakterisierenden Aufbau aus so genannten Penton- und Hexon-Kapsomeren. An den Pentonen sind typische, antennenartige Fiberproteine verankert, die den Virionen der Familie ihr „satellitenartiges“ Erscheinungsbild geben. Die Familie beinhaltet derzeit 47 human- und tierpathogene Virusspezies mit zahlreichen Subtypen bei Säugetieren, Vögeln, Reptilien und Fischen.
Die ersten Adenoviren wurden 1953 von einer Arbeitsgruppe um W.P. Rowe aus Tonsillen und anderem (adenoidem) Drüsengewebe isoliert und in einer Zellkultur vermehrt. In der Geschichte der Molekularbiologie spielen die Adenoviridae eine bedeutende Rolle, da bei ihnen 1977 ein grundlegender Prozeß der Genexpression entdeckt wurde, das so genannte Spleißen. In der Gentechnik und der virologischen Forschung sind Adenoviren für das Einschleusen von DNA in Zellen und Organismen als gentechnische Vektoren von gewisser Bedeutung.
Die Pentone befinden sich an den Ecken der ikosaedrischen Symmetrie (an den Achsenpunkten der fünfstrahligen Symmetrieachse) und bestehen aus einem Pentamer des Pentonbasisproteins (VP III, 80 kD) und dem pentonbasisassoziierten Protein (VP IIIa, 66 kD). An den Pentonen setzen die, je nach Spezies zwischen 9 und 77,5 nm langen Fibern (spikes) an, die aus Trimeren des Fiberproteins (VP IV, 62 kD) zusammengesetzt sind. Das Fiberprotein vermittelt die Bindung an die Oberfläche der Wirtszelle und induziert die gruppenspezifischen Antikörper. Ein Nachteil von unbehüllten Viren gegenüber behüllten können die Adenoviren daher aufgrund der Fiberstruktur umgehen: Eine Anpassung an einen neuen Wirt oder eine neue Zielzelle (damit einem neuen Rezeptor) können unbehüllte Viren nur durch Mutationen ihrer äußersten Kapsidproteine realisieren; diese Mutationen können jedoch zu einer Instabilität des Kapsids oder dem vollständigen Verlust seiner Verpackungsfähigkeit führen. Die Adenoviren haben hingegen die Möglichkeit, mit Mutationen der Fiberstrukturen neue Varianten zu entwickeln und das komplexe Kapsid unverändert beizubehalten.
In Pflanzen und Pilzen findet sich, teils im Cytoplasma oder innerhalb der Mitochondrien, ein lineares Plasmid (z.B. das „Killer-Plasmid“ der Hefe), das eine ähnliche Anordnung der Gene für die ITRs, die Polymerase und das Terminale Protein zeigt.
Die Schwanzfibern vieler Mitglieder der Adenoviridae und das Coxsackievirus B nutzen den gleichen Rezeptor CAR (Coxsackie-Adenovirus-Rezeptor) zur Erkennung von Zielzellen. Darüberhinaus haben die adenoviralen Schwanzfibern strukturelle Ähnlichkeiten mit einem Anheftungsprotein innerhalb der Reoviridae.
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"Adenoviridae".
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