Adaptive Control of Thought (ACT) ist eine Theorie zur Erklärung von menschlichem Denken und Gedächtnis (vgl. auch prozedurales und deklaratives Gedächtnis). Sie wurde federführend von John R. Anderson entwickelt (http://act-r.psy.cmu.edu/people/ja/). Ziel ist es, zu verstehen wie Menschen ihr Wissen strukturieren und weshalb sie zu intelligentem Verhalten in der Lage sind. ACT liegt in zahlreichen Versionen vor. Meist bezeichnet der Suffix hinter "ACT" eine spezielle Erweiterung in eine bestimmte Richtung der Forschung (bspw. ACT-R). ACT ist eine sog. Kognitive Architektur. Kognitive Architekturen stellen für den Modellierer eine Art "Werkzeugkasten" dar, mit dem er/sie bestimmte Phänomene der menschlichen Kognition modellieren kann (bspw. das Lesen eines Satzes inkl. Bedeutungsextraktion). Solche Kognitiven Architekturen stellen insofern einen Gegensatz zur sog. "Modellierung from scratch" dar, indem bestimmte Voraussetzungen - die experimentell fundiert sind - schon implementiert sind. Dies können bspw. Latenzzeiten beim Erkennen eines Wortes o.ä. sein.
ACT umfasst zwei "Gedächtnisse" (deklarativ und prozedural, s.o.). Im deklarativen Gedächtnis werden die sog. "Chunks" abgespeichert, diese sind Wissenseinheiten, die wiederum aus bestimmten "Slots" bestehen, die mit Inhalten gefüllt werden. Im prozeduralen Gedächtnis werden die Regeln gespeichert, mit denen die Chunks weiterverarbeitet werden. Diese Regeln sind in der "wenn... dann..."-Form formuliert. Wenn also eine bestimmte Voraussetzung erfüllt ist, stößt die Regel eine bestimmte Aktion an. Ein weiterer wichtiger Bestandteil von ACT sind die sog. "Buffer". Diese stellen die Schnittstelle zu wichtigen Funktionen der menschlichen Kognition wie z.B. der Sensorik und Motorik dar. So werden bspw. im "Visual-Buffer" Chunks erstellt, die die Sensorik (sozusagen das "Auge" von ACT) gerade aus der (virtuellen) Umgebung extrahiert hat. Mit Hilfe geeigneter Regeln können diese Chunks in das deklarative Gedächtnis überführt werden.
U.a. ist in ACT die sog. "Theory of Spreading Activation" realisiert, die maßgeblich von John R. Anderson entwickelt wurde und die Begründungsgrundlage für die sog. "Priming-Effekte" darstellt.
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