B Escorial 18.jpg | Albrecht Dürer 002.jpg, 1507)]] Domenichinoadam eve.jpg, 1620)]] Adam und Eva waren nach dem im Buch Genesis in den Kapiteln 2 bis 5 niedergelegten biblischen Schöpfungsbericht das erste Menschenpaar und Stammeltern aller Menschen.
Adam (hebräisch Mensch; der vom Acker adamah Genommene) wurde demnach von Gott aus dem Lehm des Ackerbodens erschaffen, danach wurde ihm der Lebensatem eingehaucht. Darauf ließ ihn Gott in einen tiefen Schlaf fallen, entnahm ihm eine Rippe und schuf aus dieser seine Partnerin Eva (chawah die Belebte). Nach jüdischen Mythen hatte Adam vor Eva eine andere Frau, Lilith, die wie er aus Erde gemacht wurde.
Adam und Eva lebten zunächst im Paradies. Dort überredete sie eine Schlange, die in späteren Deutungen mit dem Teufel in Verbindung gebracht wird, entgegen der Weisung Gottes vom Baum der Erkenntnis zu essen. Da sich Adam und Eva nach Genuss der Früchte mit Feigenblättern bekleideten, könnte mit der verbotenen Frucht eine Feige gemeint sein, die in der Bibel als Symbol für Heilung steht. Das gängige Bild vom Apfel als verbotener Paradiesfrucht beruht jedenfalls nicht auf der Bibel, sondern auf einer falschen Übersetzung des lateinischen Wortes malus, das sowohl „böse“ als auch „Apfel“ bedeuten kann.
Die in dem Essen der verbotenen Frucht zum Ausdruck kommende Abkehr von den Geboten Gottes gilt sowohl in der jüdischen als auch in der christlichen Religion als Rebellion gegen Gott, das Christentum spricht vom Sündenfall.
Als Folge der Rebellion beschreibt die Bibel zunächst die Entdeckung der Nacktheit durch Adam und Eva, die sie zum Flechten eines Lendenschurzes bringt. Der damit verbundene Verlust der Unschuld wird von Gott entdeckt, der sie daraufhin zur Rede stellt. Als Folge werden beide aus dem Garten in Eden vertrieben. Eva muss fortan die Leiden der Kindsgeburt auf sich nehmen, Adam wird der harte und mühselige Ackerbau auferlegt. In den klassischen Worten aus Genesis 3,19:
In der biblischen Erzählung zeugt Adam nach der Vertreibung aus dem Paradies mit seiner Frau Eva drei Söhne: Kain, Abel und Set. Das biblische Buch Genesis 5,4 erwähnt außerdem nicht namentlich genannte Töchter und weitere Söhne.
Ähnliche Vorstellungen zum Stammelternpaar gibt es auch in anderen Mythologien. So finden sich Adam und Eva zum Beispiel in der germanischen Mythologie als Ask und Embla.
In der Sicht des antiken jüdischen Philosophen Philo von Alexandria hat die Rebellion die folgende Bedeutung: Es existieren zwei Schöpfungen, die des himmlischen und die des irdischen, aus Lehm geschaffenen und der Vergänglichkeit unterworfenen Menschen. Adam steht für die Vernunft, Eva für die Sinnlichkeit, die Schlange für die Lust. Der Aufstand gegen Gott entsteht durch eine Störung der betrachtenden Vernunft, wobei die Schlange als Vehikel der Versuchung dient.
Das Christentum entwickelt aus dem jüdischen Verständnis den Begriff der Erbsünde, sie begreift Adam als Typ und intime Identifikationsfigur des Menschen. Dieser ist, wie der Apostel Paulus im Römerbrief 5,12-21 beschreibt, wie alle Menschen und Lebewesen der Erde, dem Tod und der Vergänglichkeit unterworfen. Diesem „alten Menschentypus Adam“ wird Jesus Christus als der „neue Adam“ gegenübergestellt, von dem es heißt, seine ebenso typische jüdische, wie Identifikation ermöglichende Geschichte führe zu einem Leben über die Mächte des Todes hinaus.
Während mancherorts die Aufklärung widerrufen wird und im Kreationismus die biblische Schöpfungsgeschichte zur historischen Realität erhoben wird (ungeachtet der Vielfalt anderer Schöpfungsgeschichten mit anthropologisch ebenbürtiger Legitimation), wird das Gleichnis, das in der metaphorischen Sprache liegt außer Acht gelassen: Adam und Eva sündigen nicht nur durch den Konsum des Apfels, sie erlangen auch Erkenntnis: Durch den Genuss des Apfels fällt das Paradies. Dadurch werden sie sich nicht nur ihrer Sterblichkeit bewusst, sondern sie erlangen Zeugungsfähigkeit und erfahren den Kampf ums Überleben. Man kann daher die Symbole „Schlange“ und „Apfel“ als sexuelle Symbole betrachten, die erlebte Scham ist völlig verständlich. Nachdem Adam und Eva ihre Sexualität entdeckt haben und so die Fähigkeit selbst Leben zu erschaffen, empfinden sie die Zeugung als Sünde gegen Gott und verhüllen sich vor ihm. Durch diesen Prozess der Erkenntnis wird überhaupt erst Schuldfähigkeit erlangt: vor dem Genuss des Apfels waren sie uninitiiert, quasi Minderjährige; danach müssen sie sich verantworten vor Gott. Die Frage, wie lange sie vor dem Sündenfall im Paradies lebten ist von daher müßig: solange der Baum vorhanden war, war klar, dass sie ihn im Laufe der Ewigkeit eines Tages ausprobieren würden: der Sündenfall wäre nach dieser psychologischen Sicht völlig unumgänglich.
Diese Interpretation der Schöpfungsgeschichte legitimiert sich aus der historischen Stellung der Geschichte in der Bibel: Sie ist die älteste Erzählung, möglicherweise viel älter als der Rest des alten Testaments. Unter Annahme, dass sie zwar nicht historisch ist, gleichwohl die Frage des „woher kommen wir eigentlich?“ einer nomadischen Frühkultur beantworten soll, ist verständlich, dass sie eine der wenigen Stellen der Bibel ist, die keinen Autor hat. Zu der Zeit als diese Geschichte in die Kultur der Vor-Abrahamischen Juden einfloss, war das spät-alttestamentarische Gottesbild noch bei weitem nicht so entwickelt wie wir es heute begreifen können. Daher nahm diese Schöpfungsgeschichte einen enormen Einfluss auf die Entwicklung der Abrahamischen Religion zum Judentum und so fort. Dadurch schnitt sie allerdings ihre eigenen Wurzeln zu ihrem Verständnis ab: Dogmen entstanden, Glaubensinhalte wurden geschaffen, welche zusammen wiederum die Sicht auf die ursprüngliche Vieldeutigkeit dieser Geschichte verstellen. Um so kritischer muss man eine Forderung nach wort-wörtlicher Wahrheitsbedeutung betrachten: Sie ist nicht nur höchst fragwürdig, sondern verhindert auch ein Auseinandersetzung mit dieser literarischen Lesweise. Isaac Newton behauptete 1686, dass ihm die Erkenntnis der wahren Natur der Physik durch einen Apfel gekommen sei: der Apfel habe sich vom Stamm gelöst und habe ihn aus dem Schlaf gerissen. Man kann sich fragen, wieso Newton gerade den Apfel als Symbol seiner Erkenntnis wählt, seine Gravitationstheorie wurde zu einer der Säulen der Aufklärung.
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