Der Honda NSX ist ein zweisitziger Mittelmotor-Sportwagen von Honda. In Nordamerika und Hongkong wurde er unter dem Label der Marke Acura ebenfalls als NSX verkauft.
Nach aufwändiger Entwicklungs- und Abstimmungsarbeit (unter anderem mit Formel-1-Fahrer Ayrton Senna und auf der Nürburgring-Nordschleife) wurde das erste Modell 1990 vorgestellt (als Honda NS-X - New Sportscar Xperimental), zuerst mit 3,0 Liter V6 Motor, 274 PS und 5-Gang-Schaltgetriebe (Modellcode NA1), ab 1997 ein 3,2 Liter V6 Motor mit variabler Ventilsteuerung (VTEC), 206 kW (280 PS) und 6-Gang-Schaltgetriebe (Modellcode NA2). Fast komplett aus Aluminium gefertigt, war der Honda NSX weltweit das erste Serienfahrzeug aus Vollaluminium (unter Verwendung von Kunststoffteilen). Der 3-Liter-Motor wurde auch nach 1996 noch weiterverwendet in der 4-Gang-Automatik-Version (F-matic), angegebene Leistung hier: 256 PS.
Honda gab eine Beschleunigung von 5,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h an und eine Höchstgeschwindigkeit von 270 km/h (3-Liter-Version) bzw. 274 km/h (3,2-Liter), je nach Motor- und Getriebeversion auch andere Werte. Die offiziellen PS-Leistungsangaben sind eher zu niedrig gegriffen, da bis vor kurzem in Japan eine freiwillige Selbstbeschränkung auf maximal 280 PS existierte und viele Modelle (auch von anderen Marken) diesen Wert de facto zum Teil deutlich übertrafen. Beim 3,2-Liter NSX-Motor wurden schon Exemplare mit annähernd 300 PS auf dem Prüfstand gemessen.
Seit 1992 wurde nur in Japan zusätzlich der NSX Type R (NSX-R) angeboten, eine nochmals gewichtsreduzierte Version mit dem gleichen Motor, ebenfalls nur in Japan gab es einen Type S und Type S zero. Weltweit wurde jedoch ab 1995 der NSX-T (für Targa-Top) verkauft mit herausnehmbarem Dachmittelteil. 2002 wurde (wieder nur für Japan) ein neuer NSX-R vorgestellt, eine verbesserte Version des im selben Jahr modellgepflegten NSX (keine Klappscheinwerfer mehr).
Nach einigen Sondermodellen (z.B. „Zanardi-Edition“ - nicht in Deutschland) in den letzten Jahren wurde die Produktion im September 2005 eingestellt. Deutschlandweit wurden 271 NSX verkauft, weltweit wurden ca. 18.000 Stück ausgeliefert. Produziert wurde der NSX weitgehend in Handarbeit in einer eigens dafür gebauten Fertigungsstätte in Tochigi (wo später auch der Honda S2000 und der Honda Insight gebaut wurden), in den letzten beiden Produktionsjahren in Suzuka. Der Verkaufspreis des NSX lag in den neunziger Jahren zwischen 150.000 und 175.000 DM (die höheren Preise für das T-Modell) und ab 2001 bei ca. 80.000 bis 90.000 EUR. Diese Preise machten den NSX zu einem absoluten Exoten unter den Sportwagen, durch das gegenseitige PS-Wettrüsten der anderen Hersteller wurde der NSX jedoch schnell nicht mehr salonfähig und er verkam als vermeintlich überteuerter, im Vergleich zu anderen leistungsschwacher japanischer „Möchtegern-Ferrari“ in den Verkaufsräumen. Die Fahrleistungen und das Handling waren jedoch zu Beginn der 90er Jahre beeindruckend und auch heute noch ist der NSX auf Rennstrecken in kundiger Hand (und mit abgeschalteter Traktionskontrolle) durchaus konkurrenzfähig.
Der teuerste japanische Seriensportwagen wurde bereits Mitte der 90er Jahre in Deutschland mit z.T. erheblichen Rabatten auf den Listenpreis verkauft. Einige Händler vertrauten darauf, dass im Straßenverkehr auftauchende NSX (am besten mit Händler-Aufklebern) neue Kunden für die „Brot-und-Butter-Modelle“ von Honda in die Schauräume locken könnten. Dieser Image-Transfer war auch dem Stammwerk erhebliche Verluste pro verkauftem Wagen wert; die Schätzungen gehen hier bis zu 100.000 DM pro Auto; realistisch betrachtet waren es wohl deutlich weniger. Umkehrschluss: Der NSX-Käufer bekam trotz der hohen Listenpreise einen vergleichsweise preiswerten Exoten (mit technischen Besonderheiten wie elektronisch gesteuerte Drosselklappe, variables Sperrdifferential „LSD“, Titan-Pleuel, Platin-Zündkerzen und Bose-HiFi-Anlage), der noch dazu erheblich günstiger im Unterhalt (Wartung, Reparaturen, Verschleiß) war als etwa ein Ferrari 348 oder 355. Die Versicherungsprämien lagen jedoch ähnlich hoch; vor allem wegen der aufwändigen Unfallreparaturen, die bei Arbeiten an der Aluminiumkarosserie besondere Schweißmaschinen und -kenntnisse erforderten.
Käufer eines gebrauchten NSX sollten wissen, dass es kaum einen unproblematischeren 90er-Jahre-Sportwagen gibt, der auch mit hohen Kilometerleistungen (es gibt Exemplare mit über 300.000 km) keine Zerfallserscheinungen zeigt (auch dank des nicht rostenden Aluminiums) und der mit außergewöhnlichem Komfort und der Umgänglichkeit eines Civic auch als Alltagsfahrzeug eingesetzt werden kann. Allerdings sollten die Wartungsintervalle - vor allem der Zahnriemenwechsel alle 100.000 Kilometer oder 8 Jahre - genau beachtet werden. Sogar Wintereinsätze mit passenden Reifen sind dank der guten Traktion kein Problem. Problematischer wird der Wagen nur beim Handling im Grenzbereich; vor allem bei Nässe. Trotz (oder manchmal gerade wegen) der abschaltbaren Traktionskontrolle sind dann durch das Mittelmotorkonzept mit mehr Gewicht hinten und Lastwechselreaktionen blitzartige Ausbruchsversuche des Hecks und schnelle Konterschwünge bei zu starkem Gegenlenken (Überkompensation) möglich. Dies passiert aber erst in Fahrdynamikbereichen, die im öffentlichen Straßenverkehr und mit „Normalfahrern“ nicht ausprobiert werden sollten.
Rennsport-Versionen des NSX und des NSX-R wurden und werden bis dato (2006) weltweit in verschiedenen Rennserien und Einzelrennen eingesetzt, etwa in der japanischen Super GT-Serie oder in Deutschland bei der Serie der Veranstaltergemeinschaft Langstreckenpokal Nürburgring und dem 24h-Rennen Nürburgring. 1993 waren die ersten professionellen und offiziell von Honda unterstützten Renn-Einsätze des NSX außerhalb Japans beim deutschen ADAC GT-Cup, wobei Armin Hahne gleich das zweite Saisonrennen in Zolder gewinnen konnte und Meisterschafts-Dritter wurde. 1994, im bereits letzten Einsatzjahr, gab es drei NSX-Siege und die Vizemeisterschaft. 1994 bis 1996 wurden verschiedene NSX-Rennversionen auch in der GT2-Klasse der 24-Stunden-Rennen von Le Mans eingesetzt, 1995 holte der NSX des japanischen Teams Kunimitsu den Klassensieg und den 8. Platz im Gesamt-Klassement. 1997 wurde ein NSX des Teams Realtime Meister der Klasse T1 in der US-Serie SCCA World Challenge.
Honda plant einen Sportwagen mit V10-Motor, der eine komplette Neuentwicklung sein soll. Japanische Autozeitschriften berichten über eine geplante Vorstellung bei der Tokyo Motor Show im Herbst 2007 und eine Markteinführung 2008. Nach neueren Gerüchten soll er keinen Mittelmotor mehr haben, sondern einen Frontmittelmotor (Einbaulage hinter der Vorderachse) und Allradantrieb. Damit gäbe es aber keinen echten NSX-Nachfolger mehr.
| Motor | V-6-Zylinder, variable Ventilsteuerung, Leichtmetall-Motorblock und -Zylinderkopf | Hubraum | 3.179 cm³ | Leistung | 206 kW (280 PS) | max. Drehmoment | 298 Nm | Höchstgeschwindigkeit | 274 km/h | Kraftstoffverbrauch, kombiniert (nach ECE) | 12,4 l/100 km |
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