WWII.png beteiligten Staaten]]
Achsenmächte (engl. Axis Powers) bezeichnet im Zusammenhang des Zweiten Weltkriegs
das Deutsche Reich und seine wechselnden Bündnispartner, insbesondere Italien und Japan, und damit die Kriegsgegner der Alliierten.
Daneben gab es die „Achse Berlin-Tokio“, so dass auch von einer „Achse Berlin-Rom-Tokio“ gesprochen wurde. Auf ihrem Höhepunkt der Macht beherrschten die Achsenmächte große Teile Europas, Asiens und des pazifischen Ozeans.
Der Begriff der „Achse“ wurde nach dem 11. September 2001 von George W. Bush als „Achse des Bösen“ wiederbelebt, in bewusster Konnotation zum Begriff „Achsenmächte“ aus dem Zweiten Weltkrieg.
Ursprung
Die Bezeichnung „Achsenmächte“ geht auf eine Rede
Mussolinis am
1. November 1936 zurück, in der er von einer „Achse Berlin-Rom“ sprach, nachdem kurz zuvor am
25. Oktober 1936 ein geheimer Freundschaftsvertrag zwischen dem faschistischen
Italien und dem
Deutschen Reich geschlossen worden war. Mussolini erklärte, dass die beiden Länder eine „Achse“ bilden würden, um welche sich die anderen europäischen Staaten drehen würden. Geschlossen wurde dieses Abkommen, als das
faschistische Italien – Nazideutschland ursprünglich keineswegs freundlich gesonnen – sich aufgrund des
Äthiopienkriegs der Kritik des
Völkerbundes ausgesetzt sah, von Deutschland jedoch Beistand erhielt. Später wandelte sich diese Freundschaft in ein Bündnis, von Mussolini
Stahlpakt benannt. Ein entsprechender Bündnisvertrag wurde vom deutschen Außenminister
Joachim von Ribbentrop und seinem italienischen Kollegen
Galeazzo Ciano Graf von Cortelazzo im Beisein
Hitlers am
22. Mai 1939 in Berlin unterzeichnet.
Flag of Germany 1933.svg]]
Flag of Italy (1861-1946).svg (1861-1946)]]
Flag of Japan.svg]]
Am
27. September 1940 schlossen die „Haupt-Achsenmächte“ den
Dreimächtepakt:
Kurzzeitig erhielt der italienische Name
Roberto eine neue Bedeutung als Abkürzung von
Rom-
Berlin-
Tokio.
Zugehörigkeit zur „Achse“
Ob bestimmte Länder tatsächlich Teil der „Achse“ gewesen sind, wird heute kontrovers diskutiert, besonders bei den Ländern, die der „Achse“ erst unter Zwang und/oder vollständiger militärischer Besetzung beitraten. Länder, die formal dem Dreimächtepakt von 1940 beitraten (Deutschland, Italien und Japan als Gründungsmitglieder) gelten als Teil der „Achse“, außer
Jugoslawien, das durch die deutsche Wehrmacht besetzt wurde, nachdem seine Achsen-freundliche Regierung gestürzt worden war, als man den Vertrag unterzeichnet hatte. Auch
Kroatien, ein nominell unabhängiges Land, das durch eine Teilung Jugoslawiens entstanden war, galt als Mitglied der „Achse“.
Thailand trat dem Dreimächtepakt zwar nicht bei, schloss aber 1942 ein militärisches Bündnis mit Japan und erklärte den USA und Großbritannien den Krieg.
Mehrere Länder gehörten formell dem Dreimächtepakt zwischen Deutschland, Italien und Japan an:
Hungary_1940_flag.JPG]]
Ungarn war unter der autoritären Herrschaft Admiral
Miklós Horthys mit dem Deutschen Reich während des
Ersten Weltkriegs als Bestandteil der Doppelmonarchie von
Österreich-Ungarn verbündet. Ungarn hatte am Niedergang der
Tschechoslowakei seinen Anteil, von der es
Ruthenien und Teile der Südslowakei zurückerhielt. Ungarn unterzeichnete am
20. November 1940 formal den Dreimächtepakt. Ungarn beteiligte sich auch am
deutschen Überfall auf die Sowjetunion. 1940 erhielt Ungarn auch Teile
Transsylvaniens und anderer Grenzgebiete zurück, die nach dem Ersten Weltkrieg an
Rumänien abgetreten werden mussten. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor Ungarn diese Gebiete wieder.
Rumania.gif]]
Ursprünglich ein traditioneller Verbündeter
Frankreichs und
Großbritanniens, trat Rumänien am
23. November 1940 dem Dreimächtepakt bei, um sich vor der
sowjetischen Aggression zu schützen. Am
28. Juni hatte die Sowjetunion die rumänische Provinz
Moldau besetzt und annektiert. Am
30. August 1940 wurde Rumänien von Deutschland gezwungen, Transsylvanien an
Ungarn abzutreten.
1941 rückte die Deutsche Wehrmacht in Rumänien ein, um das Land als Aufmarschgebiet für das
Unternehmen Barbarossa sowie als Rohstofflieferant von Öl und Getreide zu nutzen. Rumänische Streitkräfte kämpften an der Seite der Deutschen gegen die Sowjetunion und eroberten die Moldau zurück. Mit über 300.000 Gefallenen hat Rumänien nach Deutschland die höchsten Verluste der Achsenmächte in Europa zu verzeichnen. Nachdem Rumänien am
23. August 1944 den Alliierten beigetreten war, konnte das an Ungarn abgetretene Transsylvanien wieder zurückgewonnen werden, allerdings wurden von der UdSSR die Moldau,
Bessarabien und die
Bukowina einbehalten, zudem verblieb das 1940 verlorengegangene Gebiet der Süd-
Dobrudscha bei Bulgarien.
CoA_WWIISR.PNG]]
Die Slowakei erklärte sich
1939 von der
Tschechoslowakei unabhängig und schloss danach umgehend am
23. März 1939 einen Schutzvertrag mit Deutschland. Damit wurden dem Deutschen Reich weitreichende Einflussmöglichkeiten auf die slowakische
Wirtschafts- und
Außenpolitik eingeräumt.
Slowakische Streitkräfte beteiligten sich am deutschen
Polenfeldzug 1939 und am
Russlandfeldzug 1941–1945. Die Slowakei erklärte sogar
Großbritannien und den
USA den Krieg. Bis zum
Slowakischen Nationalaufstand am
29. August 1944 blieb der Slowakei eine Besetzung durch die Wehrmacht erspart. Nach der deutschen Niederschlagung des Aufstandes wurde durch
Partisanenverbände weiter starker Widerstand geleistet, bis das Land
1945 von
sowjetischen und tschechoslowakischen Truppen befreit wurde. In den befreiten Gebieten wurde die
Tschechoslowakische Republik ausgerufen.
Bulgarien, im
Ersten Weltkrieg ein Verbündeter Deutschlands, trat den Achsenmächten am
1. März 1941 bei. Zar
Boris III. entschied, sich mit dem Deutschen Reich zu verbünden, nachdem Hitler ihm alle des vom
Friedensvertrag von San Stefano betroffenen Gebiete zugesichert hatte, u.a. die Städte Nish,
Solun und
Skopje. Hitler versprach ebenso eine Wiedervereinigung mit den
mazedonischen „Brüdern“. Dadurch hatte der Kriegsbeitritt für Bulgarien eine eigenständig völkisch-nationale Komponente. Bulgarien verließ die „Achse“, als die
Rote Armee im Norden näherrückte und am
9. September 1944 die
Bulgarische Kommunistische Partei die faschistische Regierung Bulgariens stürzte und die
Volksrepublik Bulgarien ausrief. Bulgarien kämpfte an der Seite der Alliierten weiter, verzeichnete jedoch nach Kriegsende keine Gebietszuwächse.
Yugoslavia 1922-1941.png]]
Jugoslawien trat am
25. März 1941 den Achsenmächten bei, aber nur zwei Tage später ließ ein von
Großbritannien unterstützter
Staatsstreich Jugoslawiens Loyalität zur „Achse“ fraglich erscheinen. Obwohl König
Peter II. von Jugoslawien Bündnistreue schwor, wurde das Land von der
Deutschen Wehrmacht besetzt und die Hauptstadt
Belgrad am
6. April erbarmungslos bombardiert. Das jugoslawische Bündnis mit den Achsenmächten dauerte ganze zwölf Tage.
Jugoslawien wurde zerschlagen und verschwand von der Landkarte: Das Deutsche Reich annektierte Slowenien, Italien annektierte Dalmatien, Bulgarien annektierte Mazedonien und der italienische Satellitenstaat Albanien annektierte Montenegro. Aus Kroatien wurde der faschistische Unabhängige Staat Kroatien, der dann auch dem Dreimächtepakt beitrat. In Serbien wurde eine Marionettenregierung unter Führung des Achsen-freundlichen serbischen Generals Milan Nedić eingesetzt.
Die bulgarische Annexion Mazedoniens 1941 wurde von Ivan Mihailovs Innerer Mazedonischer Revolutionärer Organisation (IMRO) begrüßt. Bulgarien bezeichnete Mazedonien als historisch bulgarisches Land. Als die bulgarische Regierung die „Achse“ Anfang September 1944 verließ und dem Deutschen Reich den Krieg erklärte, bot Berlin Mihailov Unterstützung für mögliche Unabhängigkeitsbestrebungen Mazedoniens an, was Mihailov aber ablehnte.
Es formierte sich heftiger Widerstand gegen die faschistischen Besatzer Jugoslawiens. Die Partisanen unter Josip Broz Tito stellten die größte Widerstandsgruppe dar. Zeitweise gelang es ihnen, ganze Landesteile von der Nazi-Besetzung zu befreien und die Republik Uzicka innerhalb der serbischen Landesgrenzen auszurufen. Serbisch-königliche Tschetnik-Verbände bekämpften ebenfalls das kroatische Ustascha-Regime und die Nazis. Tschetniks und Partisanen bekämpften sich während des Krieges aufgrund unvereinbarer politischer Zielsetzungen auch gegenseitig. Jugoslawien wurde 1944 von jugoslawischen Widerstandskämpfern und der Roten Armee befreit.
Flag_of_Croatia_Ustasa.svg]]
Die faschistische
Ustascha rief am
10. April 1941 auf Teilen des besetzten jugoslawischen Gebiets den
Unabhängigen Staat Kroatien aus.
Ante Pavelić wurde zum Machthaber des neuen Staates. Der Staat wurde in erster Linie aus
nationalistischen Motiven gegründet, als Reaktion auf die pro-serbische königlich-jugoslawische Regierungspolitik. Hunderttausende Serben wurden von den Faschisten in Konzentrationslager deportiert, in denen die meisten starben.
Bandiera rsi.jpg]]
Die Italienische Sozialrepublik (
Repubblica Sociale Italiana – RSI) ersetzte
1943 das
Königreich Italien als Mitglied der Achsenmächte. Am
25. Juli 1943 enthob König
Viktor Emanuel III. in Übereinstimmung mit dem
Faschistischen Großrat Benito Mussolini seines Amtes und ließ ihn festnehmen. Italien schloss sich den
Alliierten an und erklärte Deutschland den Krieg. In einer spektakülaren Befreiungsaktion konnte Mussolini jedoch von einem SS-Einsatzkommando befreit werden.
Norditalien war von der Wehrmacht besetzt, und am 23. September 1943 rief Mussolini dort die Italienische Sozialrepublik aus. Dieser Staat, dessen
Regierungssitz sich in
Salò am
Gardasee befand, schrumpfte flächenmäßig zusehends wie die westlichen Alliierten gen Norden vorrückten. Die Italienische Sozialrepublik hörte Ende
1945 auf zu existieren, als die letzten verbliebenen deutschen Streitkräfte auf italienischem Boden sich zurückzogen oder kapitulierten und sich ergaben.
„Gleichzeitig kriegführende Staaten“
Flag of Finland.svg]]
Die Finnen bezeichnen sich heute ungern als ehemalige Verbündete des Deutschen Reichs. Vielmehr wollen sie als „gleichzeitig kriegführender Staat“ gesehen werden.
Finnland beteiligte sich am
deutschen Überfall auf die Sowjetunion. Finnisches Territorium durfte von der deutschen Wehrmacht als Aufmarschgebiet genutzt werden, und auch die eigene Armee wurde gegen die Sowjets
mobilgemacht. Der Name dieses sog.
Fortsetzungskriegs spielt auf den finnisch-sowjetischen
Winterkrieg an.
Die Finnen wollten im Winterkrieg verlorengegangene Gebiete zurückgewinnen und auch Ost-Karelien erobern. Einen Tag nach der deutschen Invasion erklärte Finnland der Sowjetunion den Krieg. Großbritannien erklärte Finnland nach wiederholten Ersuchen, die feindlichen Aktivitäten gegen die Sowjetunion einzustellen, am 6. Dezember 1941 ebenfalls den Krieg.
Finnland trat nie dem Dreimächtepakt bei, hingegen wurde der Antikominternpakt von 1941 unterzeichnet. Finnland lehnte es ab, seine Streitkräfte unter einen gemeinsamen deutsch-finnischen Befehlsstab zu stellen und bewahrte seine operative Unabhängigkeit. So wurde etwa die Teilnahme an der Leningrader Blockade und am Angriff auf die Murmanskbahn bei Louhi verweigert.
Mit dem insgesamt sechs Wochen währenden Ryti-Ribbentrop-Vertrag wandelte sich das Verhältnis zu einem formalen Militärbündnis, welches als deutsche Bedingung für die Gewährung dringend benötigter Waffen- und Luftunterstützung geschlossen wurde, als sich Finnland bei der Großoffensive der Roten Armee mit der Gefahr einer vollständigen sowjetischen Besetzung konfrontiert sah. Nachdem die Offensive mit Hilfe der deutschen Waffenlieferungen abgewehrt war, wechselte Finnland 1944 zu den Alliierten und ging im Lapplandkrieg zum Angriff auf deutsche Streitkräfte über.
Präsident Risto Ryti hatte sein persönliches Ehrenwort für die Einhaltung des Bündnisses gegeben, und nachdem er von seinem Amt zurückgetreten war, erklärte sein Nachfolger, Präsident Mannerheim, Rytis Abkommen mit den Deutschen für nichtig.
Nach dem Kriegsende drängten die Sowjets auf ein Gerichtsverfahren gegen Ryti und einige seiner Kabinettsmitglieder. Ryti wurde schließlich in einem umstrittenen Prozess ex post facto zu einer Gefängnisstrafe von zehn Jahren verurteilt.
Von den Achsenmächten abhängige und/oder kontrollierte Länder (Auswahl)
Siehe auch: Liste der Achsenmächte und ihrer Verbündeten
Flag of Thailand.svg]]
Japanische Streitkräfte drangen am Morgen des
8. Dezembers
1941 auf thailändisches Gebiet vor. Zunächst gelang es den thailändischen Grenztruppen, der Invasion standzuhalten, jedoch befahl Feldmarschall und Premierminister
Plaek Pibulsonggram die Einstellung des Widerstandes. Am
21. Dezember 1941 wurde ein Militärbündnis mit Japan unterzeichnet, am
25. Januar 1942 folgte die thailändische
Kriegserklärung an
Großbritannien und die
USA. Der siamesische
Botschafter in den Vereinigten Staaten, Seni Pramoj, stellte seine Abschrift der Kriegserklärung nicht zu. Auch wenn die Briten die Kriegserklärung erwiderten, indem sie ihrerseits Thailand den Krieg erklärten und es infolgedessen als feindliche Nation betrachteten, geschah dies bei den USA nicht. Die
Seri Thai-Bewegung entstand in dieser Zeit. Im Mai
1942 führten thailändische Streitkräfte ihre größte Offensive des Krieges durch und eroberten die Stadt Kengtung in Nord
burma von der chinesischen 93. Division.
Weitere Seri Thai-Strukturen wurden in Großbritannien und innerhalb Thailands aufgebaut. Königin Ramphaiphanee leitete die Sektion in Großbritannien, und der Regent Pridi Banomyong befehligte den weitaus größten Teil der Bewegung, den im Landesinneren. Unterstützt von Teilen des Militärs, gelang die Errichtung geheimer Flugplätze und Ausbildungslager und die Einschleusung allierter Agenten.
Mit der fortschreitenden Dauer des Krieges regte sich in der thailändischen Bevölkerung Unmut über die japanische Besetzung. Im Juni 1944 wurde Plaek Pibulsonggram in einem von Seri Thai eingefädelten Putsch gestürzt. Die neue Zivilregierung versuchte, sowohl Seri Thai zu unterstützen als auch gleichzeitig ein gutes Verhältnis mit den Japanern aufrecht zu erhalten.
Nach Kriegsende verhinderte der maßgebliche Einfluss der USA, dass Thailand als Achsenmacht angesehen wurde, Großbritannien verlangte aber drei Millionen Tonnen Reis als Reparationszahlung und die Rückgabe von Gebieten der britischen Kolonie von Malaya, die während des Krieges und der Invasion annektiert worden waren. Ebenso musste Thailand annektierte Teile von Britisch-Burma, Französisch-Indochina, Französisch-Kambodscha und Französisch-Laos zurückgeben.
Flag of Albania.svg]]
Unter dem glücklosen König
Ahmet Zogu befand sich Albanien seit den
1920er Jahren im Einflussbereich Italiens. Schon vor dem
Ersten Weltkrieg wurde die
italienische Sprache an albanischen Schulen gelehrt, und nach dem Krieg befand sich das Land unter dem „Schutz“ einer Vielzahl italienischer Festungen.
Am 7. April 1939 marschierten italienische Truppen in Albanien ein, besetzten rasch das Land und zwangen König Zogu ins Exil. Fünf Tage nach der Invasion beschloss das albanische Parlament den Anschluss an Italien in Personalunion, indem die albanische Krone Viktor Emanuel III. angeboten wurde, der somit König von Italien, Kaiser von Äthiopien und auch König von Albanien war. Am 10. Juni 1940 folgte Albanien Italien in den Krieg gegen Großbritannien und Frankreich. Albanien diente als Aufmarschgebiet für die italienische Invasion Griechenlands 1941. Albanische Truppen nahmen am Überfall auf Griechenland teil, und albanische Freiwillige dienten später in der 21. Waffen-Gebirgs-Division der SS „Skanderbeg“. 1941 erklärte Albanien auch den USA den Krieg.
Während der deutschen Besatzungszeit wurde in Weißrussland der „
Weißruthenische Zentralrat“ (
Bielaruskaja Centralnaja Rada – BCR) installiert, eine
Marionettenregierung, die historische weißrussische Staatsembleme benutzte. Vorsitzender des BCR war
Radasłaŭ Astroŭski. Dieser „Staat“ verschwand nach dem Rückzug der deutschen Ostfront
1944.
Flag of Belgium.svg]]
Nach den Erfahrungen der deutschen Besatzung, die Belgien im
Ersten Weltkrieg über sich ergehen lassen musste, war die gesamte Nation beim Gedanken an eine zweiten deutschen Besatzung entsetzt, insbesondere, da die belgische Delegation bei der
Pariser Friedenskonferenz 1919 wenig Einfluss hatte – auch wenn sie bei den
Reparationen keineswegs zu kurz gekommen war. Mehr aus diesem Grunde als aus politischen Erwägungen heraus war Belgien den Achsenmächten wenig freundschaftlich gesonnen, gleichwohl sich später Tausende Belgier (sowohl
Flamen als auch
Wallonen) der Waffen-SS unter dem berüchtigten belgischen Faschisten
Léon Degrelle freiwillig anschlossen.
Nachdem die Deutschen Belgien 1940 tatsächlich erneut besetzten, erlebten die niederländisch-sprachigen Flamen von den Deutschen eine gewisse Bevorteilung gegenüber den frankophonen Wallonen. Nach der deutschen Invasion der UdSSR erhielten flämische Freiwillige die Erlaubnis zum Beitritt in die Waffen-SS, wohingegen die Wallonen zunächst nur bei der Deutschen Wehrmacht aufgenommen wurden.
Flag of Denmark.svg]]
Dänemark wurde von Deutschland am
9. April 1940 im Zuge der
Operation Weserübung überfallen und blieb bis zum Kriegsende militärisch besetzt. Die Dänen hegten große Sympathien für die Alliierten, jedoch gab es auch Unterstützung für die Achsenmächte: Über 6000 dänische Staatsangehörige dienten bei der
Waffen-SS an der Ostfront in verschiedenen Verbänden.
Nachdem der italienische Versuch, Äthiopien im
ersten Italienisch-Äthiopischen Krieg 1895-96 zu erobern, gescheitert war, wurde das Land von den Italienern im zweiten
Krieg 1935-36 schließlich erobert. Der Sieg wurde am
9. Mai 1936 verkündet und der italienische König
Viktor Emanuel III. zum
Kaiser von Äthiopien gekrönt.
Die Republik Lokot (russisch: Локотская Республика) war
1941-
43 eine halb-autonome Region im deutschbesetzten Russland mit Sitz im kleinen Städtchen Lokot im
Oblast Orel (heute
Oblast Brjansk), unter Verwaltung einer Gruppe russischer
Kollaborateure, zunächst unter Leitung von
Konstantin Woskobojnik, gefolgt von
Bronislaw Wladislawowitsch Kaminski, dem Kommandanten der anti-kommunistischen
Russischen Volksbefreiungarmee (RONA). Die propagierte Befreiung von den
Bolschewiki fand durchaus Zuspruch in den von der Wehrmacht besetzten Gebieten; Die Republik Lokot ist geradezu ein Paradebeispiel für die Zusammenarbeit von Einheimischen mit den faschistischen Besatzern. Ein weiterer russischer anti-kommunistischer Anführer war
Andrei Andrejewitsch Wlassow und seine
Russische Befreiungsarmee (ROA).
Die Republik Lokot endete 1943, bald nachdem sich für die Achsenmächte bei der verlorengegangenen Schlacht von Stalingrad das Blatt drehte.
Flag of Luxembourg.svg]]
Das Großherzogtum
Luxemburg wurde am
10. Mai 1940 angegriffen und besetzt. Der geplanten vollständigen Eingliederung des CdZ-Gebiets Luxemburg in das
Großdeutsche Reich und seiner Verklammerung mit der südlichen Rheinprovinz zu einem neuen
Reichsgau Moselland kam die Befreiung durch die
US-Armee am
10. September 1944 zuvor.
Flag of Manchukuo.svg]]
Mandschuko war ein von Japan am
1. März 1932 errichteter Marionettenstaat in der Mandschurei.
Die Unabhängigkeit Mandschukos von China wurde vom
Völkerbund nicht anerkannt, was Japan veranlasste, aus dem Völkerbund auszutreten. Das Deutsche Reich, Italien und die
Neuorganisierte Regierung der Republik China unter
Wang Ching-wei waren die einzigen bedeutenden Länder, die den von Japan abhängigen Staat diplomatisch anerkannten. Später folgten diese Länder:
Costa Rica,
El Salvador,
Burma unter
Ba Maw,
Thailand, die
Provisorische Regierung des Freien Indien von
Subhash Chandra Bose und der
Vatikan.
1945 wurde Mandschuko von sowjetischen Truppen in der
Operation Auguststurm besetzt und
1946 an die
Republik China zurückgegeben.
Flag of the Mengjiang.svg]]
Mengjiang war ein weiterer japanischer
Satellitenstaat. Er wurde am
18. Februar 1936 in Nordchina gegründet. Die Unabhängigkeit des Landes war rein theoretischer Natur, da die tatsächliche politische Machtausübung in den Händen der japanischen Besatzer blieb. Das
Staatsoberhaupt unter Japans Gnaden war der mongolische Prinz
Demchugdongrub.
Die japanische Armee hatte augenscheinlich einen späteren Angriff auf Russisch-Fernost im Sinn, dabei wären die Grenzen von Mengjiang in das Gebiet der sowjetischen Äußeren Mongolei verschoben worden. Mit der Aussicht auf einen großen vereinigten mongolischen Staat sollte eine pan-mongolische nationalistische Stimmung geschürt werden.
Nach Japans Niederlage 1945 und der Invasion der sowjetischen und roten mongolischen Armeen wurde Mengjiang aufgelöst.
Während des
zweiten sino-japanischen Krieges 1937-45 wurde in
Nanjing am
29. März 1940 ein kurzlebiger Staat von
Wang Ching-wei ausgerufen, der auch das Oberhaupt der von Japan kontrollierten
Marionettenregierung wurde. Die Staatsembleme waren der der
Republik China und des heutigen Taiwan ähnlich. Nach der japanischen Niederlage am
9. September 1945 wurde das Gebiet der Herrschaft des nationalistischen und
Chiang Kai-shek-treuen Generals
Ho Ying-chings übergeben.
Zusätzlich wurden von den Japanern weitere kleine „unabhängige“ Staaten oder politische Gebilde in besetzten Gebieten des chinesischen Festlands eingerichtet, von der inneren Mongolei bis nach Guangdong.
India1931flag.png
Die Provisorische Regierung des Freien Indien (
Arzi Hukumat-e-Azad Hind) war eine Schattenregierung unter
Subhash Chandra Bose. Ihr Wirkungskreis beschränkte sich auf jene Teile Indiens, die unter japanischer Kontrolle standen. Bose war ein indischer
Freiheitskämpfer, der Gandhis Konzept des gewaltfreien Widerstandes nichts abgewinnen konnte.
Boses Aufstieg lagen mehrere Faktoren zugrunde:
- Indiens Armee war auch unter britischer Kolonialbesatzung größtenteils unabhängig.
- Da sich Großbritannien mit Deutschland im Krieg befand, wäre die Unterdrückung eines Aufstands problematisch gewesen.
- Der wichtigste Faktor war der japanische Vormarsch in Asien. Das Japanische Kaiserreich hatte schon 1932 die Mandschurei und später Indonesien und Vietnam in die „Unabhängigkeit“ entlassen, die letzteren ohne jegliche Zustimmung derer europäischen Kolonialmächte.
Bose initiierte eine Massenbewegung gegen die Benutzung indischer Ressourcen und Soldaten für den Krieg und schloss mit den in Ostindien vorrückenden Japanern ein Bündnis. Bose und A.M. Sahay, ein weiterer politischer Anführer, erhielten vom Chef der Gesellschaft des Schwarzen Drachen Toyama Mitsuru und japanischen Militärberatern ideologische Unterstützung. Weitere Achsen-freundliche indische Politgrößen waren sowohl Asit Krishna Mukherji, ein Freund Boses und Ehemann von Savitri Devi Mukherji, eine der bedeutenden indischen Frauen, die für die Ziele der Achsenmächte eintraten, als auch der Pandit Rajwade von Pune und Rash Behari Bose, dem Gründer der „Indischen Unabhängigkeits-Liga“. Bose erklärte am 21. Oktober 1943 Indien für unabhängig.
Nach der japanischen Besetzung der Andamanen und Nikobaren wurde Port Blair zur provisorischen Hauptstadt. Die „Provisorische Regierung des Freien Indien“ hielt sich bis zum 18. August 1945, als sie dann offiziell aufgelöst wurde. Während ihres Bestehens wurde sie von neun verschiedenen Staaten anerkannt: Deutschland, Japan, Italien, Kroatien unter Ante Pavelić, die Republik China unter Wang Ching-wei, Thailand, Burma unter Ba Maw, Mandschuko und die Philippinen unter dem de facto (und später auch de jure) Präsidenten José Laurel.
Das Reichskommissariat Ukraine bestand während der deutschen Besatzungszeit in den westlichen und zentralen Teilen der
Ukraine von September
1941 bis Anfang
1944. Das Reichskommissariat Ostland bestand im
Baltikum und Teilen
Weißrusslands von Juli 1941 bis 1944/
1945.
Das Deutsche Reich stellte die Reichskommissariate Ostland und Ukraine unter seine direkte militärische Kontrolle, während die politische Machtausübung teilweise an willfährige einheimische
Kollaborateure übergeben wurde, um der Bevölkerung gewisse Anreize zur aktiven Mitarbeit im Krieg gegen die
Sowjetunion bieten zu können.
Nach der französischen
Kapitulation am
22. Juni 1940 wurde Marschall
Henri Philippe Pétain zum neuen Staatschef ernannt. Die Waffenstillstandsbedingungen sahen die militärische Besetzung von mehr als 50% des französischen Gebietes vor, einschließlich der Hauptstadt
Paris. Pétain verlegte den Regierungssitz in den Badeort
Vichy in der unbesetzten „freien“ Zone.
Großbritannien befürchtete, dass die französische Marine in deutsche Hände fallen würde und beschlagnahmte sämtliche französischen Schiffe in Häfen unter britischer Kontrolle. Auch wurden bei einem britischen Angriff in Mers El Kébir am 3. Juli 1940 mehrere französische Kriegsschiffe versenkt. Nach diesem Angriff brach das Vichy-Regime sämtliche diplomatischen Beziehungen mit Großbritannien ab und zog eine Kriegserklärung in Betracht.
Die Vichy-Regierung übte die Kontrolle über die französischen Kolonialbesitzungen aus und wurde auch von den USA und der Sowjetunion diplomatisch anerkannt. Dem standen die Forces Françaises Libres entgegen, deren Exilregierung unter Charles de Gaulle sich in London befand.
Das Vichy-Regime zeichnete den Antikominternpakt von 1941 und entsendete französische Freiwilligenkräfte an die Ostfront. Vichy-beherrschte Kolonien wurden häufig als Aufmarschgebiete für Angriffe der Achsenmächte genutzt. Japan besetzte Französisch-Indochina, das dann Ausgangspunkt der Invasion von Thailand, Malaya und Borneo war.
Streitkräfte der Briten und der Forces Françaises Libres bekämpften Vichy-treue Truppen in Syrien 1941 und Madagaskar 1942, US-amerikanische Einheiten beteiligten sich Ende 1942. Die Deutsche Wehrmacht besetzte 1943 Südfrankreich und die Vichy-Kolonie Tunesien, nachdem die Vichy-Verteidigungskräfte von den Amerikanern und Briten überrannt worden waren.
Zusammenfassung
Von den Achsenmächten hatten sich zum Kriegsende sechs Staaten aufgelöst:
Vichy-Frankreich, der
Unabhängige Staat Kroatien, die
Slowakische Republik,
Mandschuko, die
Italienische Sozialrepublik und die
Provisorische Regierung des Freien Indien.
Von diesen sechs Staaten haben sich nur zwei neu gegründet: Kroatien 1991 und Slowakei 1993, beide mit eigenen demokratischen Regierungen.
Quellen
- Gerhard L. Weinberg: A World at Arms: A Global History of World War II. (NY: Cambridge University Press, 2nd edition, 2005)
- I.C.B. Dear and M.R.D. Foot, eds.: The Oxford Companion to World War II. (2001)
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