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Acabion Berlin.jpg Acabion 2006.jpg Das Acabion ist ein bionisches, als 2+2-Rad konzipiertes Hochleistungs-Kraftfahrzeug mit Hybridantrieb, das Platz für zwei Personen bietet und auf Grund seines geringen Gesamtgewichtes von unter 400 kg und des cW-Wertes zwischen 0,18 und 0,14 eine Geschwindigkeit von bis zu 450 km/h bei vergleichsweise geringem Verbrauch erreicht. Sein Erfinder ist der Stuttgarter Ingenieur Peter Maskus.

Fahrleistungen


Das Acabion weist eine spezifische Leistung von 1000 PS pro Tonne (GTBO 36) bis 2000 PS pro Tonne (GTBO 70) auf. Und es fügt dieser recht hohen spezifischen Leistung noch die Vorteile geringer Luftwiderstände und eines geringen absoluten Eigengewichtes hinzu. So beschleunigt ein Acabion GTBO 55 in etwa 9 Sekunden von 300 auf 450 km/h. Der Steckenbedarf hierfür liegt bei unter einem Kilometer. Zum Vergleich: Ein Bugatti Veyron benötigt allein für die Beschleunigung von 350 auf 407 km/h etwa 7 Kilometer.

Entwicklung


Das Acabion greift bionische Konstruktionsprinzipien auf. Seine Karosserieform lehnt sich an die bionische Grundform eines Delphins an. Konzeptzeichnungen entstanden seit 1986, ein 1:1 Vorläuferprototyp zur Lösung der wesentlichen konstruktiven Probleme entstand von 1993 bis 1996. Eine zweite Prototypengeneration diente der Annäherung eines späterer Serienstandes und dem Funktionsnachweis des Konzeptes im Fahrversuch. Sie entstand von 1997 bis 2003. Die erst Fahrt fand am 15. Juni 2003 in Stuttgart statt. Im Februar 2006 wurde das Acabion auf dem Automobilsalon in Genf erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Produktion


Die Produktion des Acabion ist derzeit als Einzelfertigung angelegt. Das seit 2004 entstandene erste Fahrzeug der dritten Entwicklungsgeneration repräsentiert bereits einen Serienstand und durchläuft derzeit sein deutsches Straßenzulassungsverfahren. Bis zum Aufbau einer Serienfertigung werden Einzelstücke gefertigt und in Einzelzulassungsverfahren abgenommen.

Konzeptionelle Besonderheiten


Zweiradprinzip und aktive Stabilisierung

Das Acabion fährt auf zwei Rädern. Das strategische Motiv für diesen eher untypischen Ansatz liegt im erreichbaren sehr hohen Fahrkomfort infolge eines vollkommen querkraftfreien Fahrbetriebs, im Reduzieren der Anzahl mechanischer Komponenten, in der möglichen deutlichen Senkung der Stirnfläche und in dem nur so erreichbaren hohen Fahrdynamikpotential eines derart schlanken Fahrzeuges. Auch bei langsamer Fahrt oder im Stillstand bleibt das Acabion auf zwei Rädern stabil, ohne dass der Fahrer ein besonderes fahrerisches Können mitbringen muss. Seine jederzeitige Stabilitätverdankt es einem Aktuator: Ein von einem starken Servomotor angetriebenes relativ schweres Pendel hält das Fahrzeug aktiv in der Balance. Dieses Pendel ist im Fahrzeug integriert. Kippt das Fahrzeug leicht zu einer Seite, wird dies von einem Gravitationssensor erfasst. Die Regelelektronik steuert daraufhin das Pendel an und lenkt es entgegen der Umkipprichtung aus. Die Beschleunigung des Pendels bewirkt ein Drehmoment auf das Acabion, das die Kippbewegung stoppt. Das nun außermittig gegen die Kipprichtung ausgelenkte Pendelgewicht bewirkt zudem, dass sich das Acabion wieder exakt senkrecht stellt, während synchron das Pendel in seine Nullage zurückgeht. Das Pendelgewicht ist übrigens die Batterie des Acabion, die als Gelbatterie ausgeführt ist. Damit erfüllt die ohnehin das Fahrzeuggewicht erhöhende Batterie im Acabion eine Doppelfunktion: Sie liefert Strom, und sie balanciert das Fahrzeug. Die Mehrfachfunktionen einzelner Konstruktionselemente ist eines der bionischen Konstruktionsprinzipien. Die intelligente Regelung des Pendels entspricht prinzipiell der des innovativen Segway "Human Transporter". Beim Parken fährt ein Zusatzfahrwerk mit zwei kleinen Seitenrädern aus und stabilisiert das Fahrzeug dauerhaft, auch bei Abschaltung aller Bordsysteme.

Bei starkem Seitenwind unterstützen das Seitenfahrwerk die Stabilität ergänzend zum aktuatorischen Pendel auch im Langsamfahrbereich. Bei steigender Fahrgeschwindigkeiten übergibt die Pendelregelung die Stabilisierungsaufgabe kontinuierlich an aerodynamische Stabilisatoren, die am Heckflügel des Acabion ähnlich einem Flugzeug-Querruder angeordnet sind.

Hohe Fahrdynamik und Hybridantrieb

Das Fahrzeug wird mit einem Benzinmotor von 1300 ccm mit 3-Wege-Katalysator angetrieben. Der Motor basiert auf dem Aggregat einer Suzuki GSX1300R Hayabusa. Für den Einsatz im Acabion wird dieses jedoch etwa 300 verstärkenden Modifikationen unterzogen und mit Abgas-Turboaufladung sowie Ladeluftkühler versehen. Die Leistung des Acabion beträgt damit je nach Kundenwunsch zwischen 360 PS bis 700 PS. Somit erreicht das Acabion als erstes Straßenfahrzeug eine spezifische Leistung von über 1000 PS pro Tonne. Das Ziel der hohen Leistung ist jedoch ebenfalls ressourcenschonend: Durch die starke Motorisierung kann das Getriebe des Acabion extrem lang übersetzt werden, ohne dass man im Fahrbetrieb an dynamischem Potential verliert. Das Drehzahlniveau des Acabion ist etwa zweifach niedriger als das eines Supersportwagens. Der erste Gang des Acabion reicht z.B. bis 160 km/h, wird aber nur bis etwa 40 km/h genutzt. Die Drehzahlsenkung vermindert den Treibstoffverbrauch und die Geräuschentwicklung nach innen und außen.

Durch einen Hybridantrieb kann bei niedrigen Geschwindigkeiten auf kurzen Strecken bis 20 km die Hauptmaschine abgeschaltet und bis 60 km/h rein elektrisch gefahren werden. Auch die Rückwärtsfahrt geschieht elektrisch.

Effizienzbetrachtung


Bei niedrigen Fahrgeschwindigkeiten bestimmt überwiegend der Rollwiderstand den Treibstoffverbrauch eines Kraftfahrzeuges. Hier ist das Acabion durch sein Eigengewicht von unter 400 kg um etwa einen Faktor 3 sparsamer, als ein konventionelles Automobil. Bei höheren Geschwindigkeiten bestimmen dann die Stirnfläche und der Luftwiderstandsbeiwert (cw-Wert) die Fahrzeugeffizienz. Hier ist das Acabion durch seine verbesserte Aerodynamik um einen Faktor 6 bis 10 sparsamer als etwa ein moderner Sportwagen.

Eigenes Trassensystem


Um künftige durchschnittliche Reisegeschwindigkeiten steigern zu können, wurde für das Acabion ein System sehr geradliniger, auf Pfeilern angebrachter, Fahrbahnen konzipiert, auf denen sich die Fahrzeuge rechnergestützt fortbewegen. Sollte es in fernerer Zukunft einmal ein solches automatisiertes Hochstrassensystem für Stromlinienfahrzeuge wie das Acabion geben, so würde man die Geschwindigkeiten im Bereich von konstant 200 km/h einstellen. So würde ein Kompromiss erreicht, schneller unterwegs zu sein als heute, und dennoch Ressourcen zu schonen. Im Verlauf weiterer Jahrzehnte könnten dann die Stromlinienfahrzeuge immer weiter optimiert werden. Es ist ergänzend geplant, langfristig sogar die Querschnittsprofile der Hochstraßen selbst zum gestalterischen Element der Strömungsoptimierung zu machen. Senkte man langfristig das Fahrzeuggewicht auf 200 kg, den Rollwiederstands-Index der Reifen auf 0,001 (erreichter Wert der Michelin-Spezialreifen am Rekordfahrzeug Pac-Car II) und den cw-Wert mit vollverkleideten Rädern und weiteren Karosserieoptimierungen auf 0,075, einen absolut realistischen Wert, den das Pac-Car II heute bereits auf ebener Straße erreicht, dann könnte auf den Hochstraßen z.B. mit 260 km/h gefahren werden, bei einem Verbrauch von etwa 1,8 Litern/100 km.

Artverwandte bionische Konzepte


Ein dem Acabion artverwandtes bionische Konzept ist das bionische Flugzeugmodell "Smartfish" des Schweizers Konrad Schafroth.

Weblinks


PKW-Modell

Acabion

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Acabion".

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