Abzeichen in den Konzentrationslagern dienten zur Kennzeichnung und zusätzlichen Stigmatisierung der Häftlinge in den Konzentrationslagern während der Zeit des Nationalsozialismus. Diese Kennzeichnung geschah hauptsächlich mit Hilfe von farbigen Stoff-Dreiecken, deren Spitze nach unten zeigte. Aufgrund dieser Form werden die Abzeichen auch "Winkel" genannt. Sie wurden auf die Jacken und Hemden der Opfer genäht, damit die Wächter schnell den Grund ihrer Inhaftierung erkennen konnten.
Die üblichsten Winkel waren:
Doppelte Dreiecke:
Es gab viele verschiedene Markierungen. Ein Häftling hatte typischerweise mindestens zwei und manchmal sogar mehr als sechs:
| Politisch | Kriminell | Emigrant (Ausländische Zwangsarbeiter) | Bibelforscher | Homosexuell | Asozial | |
| Einfache Winkel | Red triangle.svg | Green triangle.svg | Blue triangle.svg | Purple triangle.svg | Pink triangle.svg | Black triangle.svg |
| Wiederholte Insassen | Red triangle repeater.svg | Green triangle repeater.svg | Blue triangle repeater.svg | Purple triangle repeater.svg | Pink triangle repeater.svg | Black triangle repeater.svg |
| Angehörige von Strafbataillonen | Red triangle penal.svg | Green triangle penal.svg | Blue triangle penal.svg | Purple triangle penal.svg | Pink triangle penal.svg | Black triangle penal.svg |
| Markierungen für Juden | Red triangle jew.svg | Green triangle jew.svg | Blue triangle jew.svg | Purple triangle jew.svg | Pink triangle jew.svg | Black triangle jew.svg |
| Spezielle Markierungen | ||||||
Durch dieses Kastensystem konnten die Bewacher teils die Häftlinge besser kontrollieren, teils auch unliebsamen Häftlingen durch das Aufnähen eines bestimmten Winkels das Leben sehr schwer machen. In den drei untersten Kategorien - Juden, "Asoziale" und Homosexuelle - gab es insbesondere dokumentierte Versuche von Häftlingen, einen anderen Winkel zu erhalten. Viele Juden gaben sich als Bibelforscher aus, um so eine privilegiertere Stellung zu bekommen.
Diese Lagerhierarchie ist als weitere Perversität des SS-Staates zu sehen, nicht als "Besserstellung" einiger. In KZs wurden auch viele religiöse und politische Gefangene gequält und ermordet. Die Kategorisierung war eher ein Kontrollinstrument, um eine große Gemeinschaftsbildung der Gefangenen zu verhindern.
Nach dem zweiten Weltkrieg wurde mit den Angehörigen der letzten beiden "Kasten", Homosexuelle und "Asoziale", vielfach weiter diffamatorisch verfahren. Die Landfahrerzentrale in Bayern war eine direkte Weiterführung der SS-Zigeunerzentrale, und es gibt Homosexuelle, die direkt im Anschluss an die Lagerhaft weiter inhaftiert wurden.
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