Abwehrspieler sind diejenigen Spieler einer Mannschaft, welche die Gegner daran hindern sollen, ein Tor zu erzielen. Sie sind die dem eigenen Tor am nächsten stehenden Feldspieler und befinden sich zumeist direkt vor dem Torhüter. Als Synonym wird häufig der Begriff Verteidiger verwendet.
Die Positionen in der Abwehr früherer Spielsysteme sind die des Manndeckers und des Liberos, wobei nur der Libero aktiv den Spielaufbau unterstützte und die Manndecker reine "Zerstörer" gegnerischer Angriffsbemühungen sein sollten.
Während in südamerikanischen und südeuropäischen Ländern eher die Fußball-„Künstler“ verehrt werden, genießen insbesondere in Deutschland und England Abwehrspieler Verehrung bei den Fußballfans. Jürgen Kohler avancierte trotz begrenzter Technik zum „Fußball-Gott“ der Borussia-Fans, und Spieler der englischen Premier League wie Terry Butcher, Vinnie "The Ax" Jones (die Axt) oder Ron "Chopper" Harris (der Zerhacker, das Hackmesser) liegen in der Gunst der Fans weit vor den Superstars der jeweiligen Clubs. Dies kann damit erklärt werden, dass der einfache Fan sich besser mit ihnen identifizieren kann, da diese sich alles mit Mühe erarbeiten müssen und das Optimale aus ihren oft beschränkten Möglichkeiten machen (im Gegensatz zu „schlampigen“, weniger engagierten Genies wie Maradona). Ein Paradebeispiel ist der „Terrier“ Berti Vogts, der im WM-Finale 1974 den damals weltbesten Fussballer Johan Cruijff so konsequent und dicht deckte, dass dieser nicht zu seinem Spiel kam (und so den Sieg der deutschen Mannschaft ermöglichte). Im Zuge der Modernisierung des Fußballs ist der klassische „Wadenbeisser“ inzwischen ausgestorben; ein Abwehrspieler muss sich heute auch am Spielaufbau beteiligen und technisch beschlagen sein, zum Beispiel Lilian Thuram als Abwehrspieler mit zwei Toren im WM-Halbfinale 1998.
Bekannte Abwehrspieler sind zum Beispiel Lúcio, Roberto Ayala, Alessandro Nesta, Jens Nowotny, Thomas Linke, Valérien Ismaël, Juan, Marcelo Bordon, Christian Wörns, Daniel van Buyten, Paolo Maldini, Bixente Lizarazu Per Mertesacker und Philipp Lahm.
Bei ihren Abwehraktionen ist es den Abwehrspielern laut Regelwerk erlaubt, den jeweiligen Gegenspieler von vorn mit angewinkelten Armen zu begleiten, den Ball mit der flachen Hand herauszuspielen oder Laufwege der Angreifer mit ihrem Körper zu blocken, wobei unterschieden wird, ob die Abwehrspieler ihre Aktionen erkennbar dazu nutzen, den Ball zu erobern oder lediglich, den Angriffsspieler am Wurf oder Abspiel zu hindern. Was seitens der Schiedsrichter in der Praxis als regelgerechtes Abwehrverhalten interpretiert wird, hängt maßgeblich von der Spielklasse bzw. der individuellen Spielstärke der Mannschaften ab. Dabei wird oft erst dann auf Foul entschieden, wenn der Angreifer nicht mehr in der Lage ist, kontrolliert zu werfen oder zu passen. Gelingt ihm das auch in Bedrängnis durch den Abwehrspieler, greift meist die Vorteilsregel bzw. nur bei harten Vergehen wird der Abwehrspieler progressiv (zusätzlich) bestraft.
Außerdem gibt es beim Eishockey die sogenannten Stay-At-Home-Verteidiger, deren Aufgabe hauptsächlich in der Defensivarbeit vor dem eigenen Tor liegt und die bei Angriffen des eigenen Teams, zur Absicherung hinter den Angreifern, lange in der eigenen Hälfte verbleiben. Oftmals sind Abwehrspieler robuster und erhalten mehr Strafzeiten als ihre offensiven Mannschaftskameraden, da sie mit (fast) allen Mitteln einen gegnerischen Treffer verhindern müssen.
Berühmte deutsche Abwehrspieler sind und waren: Sven Butenschön, Udo Kießling, Harold Kreis, Uwe Krupp, Mirko Lüdemann, Christian Ehrhoff
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