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Panorama Abu Simbel.jpg | Abu Simbel, Ramesses Temple, front, Egypt, Oct 2004.jpg | RamsesIIEgypt.jpg | Abu Simbel, Ramesses Temple, corridor statue, Egypt, Oct 2004.jpg | Abu Simbel, Ramesses Temple, chamber decoration, Egypt, Oct 2004.jpg | AbuSimbel Egypt 03.jpg Abu Simbel (auch Abu Simbal, Ebsambul oder Isambul; arabisch أبو سنبل oder أبو سمبل) ist ein Ort in Nubien, 280 km südlich von Assuân.

Der Ort


Bekannt wurde Abu Simbel durch zwei Felsentempel des Pharao Ramses II. am westlichen Nilufer, zwischen dem ersten und zweiten Katarakt. Seit zwei Jahrhunderten sind diese Tempel das Ziel von Touristen aus allen Ländern.

Beim Bau des Assuan-Hochdamms drohten beide Tempel in den Fluten des Nassersees zu versinken. Daher wurden sie zwischen 1964 und 1968, unter Leitung von Ingenieuren des deutschen Bauunternehmens Hoch-Tief, in 1.036 Einzelteile zerschnitten und anschließend 180 m landeinwärts sowie 64 m über dem alten Standort wieder aufgebaut. Gestützt wird dieses Monument nun durch eine Betonkonstruktion. Abu Simbel zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Durch den neuen Stausee wurde ganz Unternubien überflutet, die Bewohner wurden heimatlos und zu großen Teilen in den Bereich Assuan und Kom Ombo umgesiedelt. Einzig in Abu Simbel entstand ein neuer Ort mit Hotel und Flugplatz. Aufgrund des fehlenden Fruchtlandes lebt die gesamte Bevölkerung heute vom Tourismus.

Die Tempel


Der große Tempel des Ramses II. (1279 v. Chr.1213 v. Chr.) wurde komplett in das Felsmassiv eingeschnitten, wobei die Bergflanke als Pylon dient. Die vier 22 m hohen, gewaltigen Kolossalstatuen stellen den König dar: die beiden nördlichen tragen den Namen „Ramses, der Geliebte des Amun” und „Ramses, der Geliebte des Atum”, die südlichen Statuen „Ramses, Sonne der Herrscher” und „Ramses, Herrscher der Beiden Länder”. Der Sonnengott Re tritt frontal aus der Fassade heraus, versehen mit den Attributen Sonnenscheibe (Rê), wsr-Zeichen in der Rechten und Maat-Figur in der Linken bildet er den Thronnamen des Ramses: User-Maat-Rê. Hierdurch wird der König zu einer Inkarnation des Rê, zur „Großen Seele des Rê-Harachte”.

Der obere Fassadenabschluss wird von einem Fries aus Sonnenaffen gebildet. Dieser Fries machte im Jahr 1813 der Basler Orientforscher Johann Ludwig Burkhardt (alias „Scheich Ibrahim”) auf den sonst völlig versandeten Tempeleingang aufmerksam. G. Belzoni grub dann 1817 den Tempel frei.

60 Meter in den Fels führt die Tempelanlage, zunächst in die große dreischiffige Halle mit 2 x 4 Statuenpfeilern des Königs. Vier dieser Pfeiler zeigen Ramses mit der oberägyptischen, die anderen vier mit der unterägyptischen Krone. Die Pfeilerfiguren kann man auf Grund ihrer äußeren Gestalt wohl eher nicht als Osirispfeiler bezeichnen, ihre Beschriftung spricht dagegen. Es handelt sich um königliche Statuen, die den Pharao in einer sehr komplexen Beziehung zu den drei Gottheiten Amun, Atum und Re-Harachte darstellen (nach Gundlach).

Die Reliefs der Halle verherrlichen die kriegerischen Taten des Königs als Sieger über Syrer, Libyer und Schwarze, vor allem aber die Schlacht von Kadesch.

Im hinteren Bereich der Großen Halle zweigen insgesamt sechs Seitenkammern ab, die wohl der Aufbewahrung von Vorräten dienten.

Auf der Tempelachse erreicht man dann die kleinere 4-Pfeiler-Halle mit Opferszenen, eine Querhalle mit zwei Nebenräumen und das Sanktuar. In diesem sind Statuen der Götter Ptah, Amun und des Horus von Mehu sowie vom vergöttlichten Ramses aufgestellt.

Der Tempel ist so konstruiert, dass am 20. Oktober und am 20. Februar die Sonne durch den Tempeleingang direkt auf die Statuen scheint (nach dem „Umbau” allerdings jetzt am 21. Oktober und 21. Februar).

Durch ein Erdbeben wurde der Tempel noch zu Lebzeiten des Königs beschädigt, wie zusätzlich eingefügte Stützmauern beweisen. Vielleicht ist auch damals schon eine der Kolossalstatuen abgestürzt.

Der kleine Tempel von Abu Simbel wurde der vergöttlichten Großen Gemahlin des Ramses, Nefertari und der Hathor von Ibschek geweiht. Auch er ist in den Fels eingetieft. Die aus der Felswand geschlagenen Figuren zeigen je zwei Mal Nefertari, Hathor und Ramses, ca. 10 m hoch in gleicher Größe, eine besondere Auszeichnung für Nefertari, da die Ehefrauen der Könige meist kleiner dargestellt wurden.

Der Tempel führt 21 m tief in den gewachsenen Felsen. Hinter dem Eingang befindet sich eine 6-Pfeiler-Halle, eine Querhalle mit zwei Nebenräumen und das Sanktuar. Die Reliefs zeigen Krönungsszenen und den Schutz der Königin durch Göttinnen der Liebe und der Fruchtbarkeit.

Details


Bild:Egypt Abou Simbel1.jpg|sekhem Bild:Egypt Abou Simbel6.jpg|sekhem Bild:Egypt Abou Simbel2.jpg|heqa Bild:Egypt Abou Simbel3.jpg|heqa

Literatur


  • Zahi Hawass, The Mysteries of Abu Simbel: Ramesses II and the Temples of the Rising Sun, The American University in Cairo Press, 2001. ISBN 9774246233
  • Aswan and Abu Simbel, Casa Editrice Bonechi, 1999. ISBN 8870092410
  • Piotr O. Scholz, Abu Simbel, 1994. ISBN 3770124340
  • Hans J. Martini: Geologische Probleme bei der Rettung der Felsentempel von Abu Simbel, Vandenhoeck u. Ruprecht, 1970. ISBN B0000BSIJQ
  • Christiane Desroches-Noblecourt, Georg Gerster: Die Welt rettet Abu Simbel, Koska, 1968. ISBN B0000BQH5L
  • Dümichen, Der ägyptische Felsentempel von Abu Simbal, Berlin 1869.

Weblinks


Archäologischer Fund | Archäologischer Fundplatz in Ägypten | Archäologie (Ägypten) | Nubien | Weltkulturerbe (Afrika)

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