Abu Sajaf (oder Abu Seif, Abu Sajaf, Vater des Scharfrichters) oder auch Al Harakat Al Islamiyya ist eine islamistische Terrororganisation im muslimischen Süden der Philippinen, die seit 1991 besonders im Bereich der Inseln Jolo, Basilan und Mindanao operiert.
Als Anführer gilt, laut philippinischer Armee, Khadaffy Janjalani. Er ist der Nachfolger seines Bruders und Gründer der Organisation Abdurajik Abubakar Janjalani, der bei einem Schusswechsel mit der Polizei starb.
Ziel ist die Errichtung eines islamischen Gottesstaats auf den Philippinen, nach iranischem Vorbild. Dabei soll die Gruppe auch intensive Kontakte zu anderen extremistisch islamischen Bewegungen und Terrororganisationen, wie etwa al-Qaida, haben. Der Gründer Janjalani war auch ein ehemaliger Afghanistan-Kämpfer im afghanischen Bürgerkrieg und Krieg mit der Sowjetunion, wie viele andere Mitglieder der Gruppe. Auch wurden Mitglieder wohl in Lagern in Pakistan, Afghanistan und Saudi-Arabien ausgebildet.
Den Kern der Gruppe sollen rund 200 Mitglieder stellen, aber man rechnet mit etwa 2.000 Unterstützern.
Die Abu-Sajaf-Terrorgruppe ist ursprünglich aus der Moro National Liberation Front (MNLF) auf Mindanao hervorgegangen. Die Gruppe hat erklärt, dass sie die Christen aus dem Süden der Philippinen durch Gewaltakte heraustreiben will. Solche Gewaltakte wurden erstmals 1992 unternommen. Sie hat muslimische Jugendliche angezogen, die politisch unzufrieden und radikal islamistisch eingestellt sind. Zunächst war man mit Kidnappings, Bomben und Granatenangriffen beschäftigt. 1995 erreichte die Gruppe internationale Aufmerksamkeit durch einen seegestützten Angriff auf die mehrheitlich von Christen bewohnte Stadt Ipil auf Mindanao, bei dem mehr als 200 bewaffnete Terroristen beteiligt waren. Dabei wurde das wirtschaftliche Zentrum der Stadt zerstört, die sieben Banken der Stadt beraubt und 53 Einwohner getötet. Die Terroristen flohen mit Geiseln in die Wälder, von denen viele mit Messern zu Tode gehackt wurden.
Die Aktivitäten der Gruppe werden durch Raub, Erpressung und Entführung, besonders von Ausländern, finanziert. Es gibt Berichte, nach denen Abu Sajaf auch in Malaysia und Indonesien arbeitet. Auch beteiligte sich die Organisation an Planungen zur Operation Bojinka, bei der die Sprengung mehrerer Flugzeuge geplant war, in Zusammenarbeit mit al-Qaida und anderen Organisationen, sowie an einem Plan zur Tötung von Papst Johannes Paul II. anlässlich seines Besuchs der Philippinen im Januar 1995. Abu Sajaf war im Jahre 2000 an der Entführung der deutschen Familie Wallert und deren Mitreisenden beteiligt. Das Abu Sajaf Mitglied Ghalib Andang, auch Commander Robot genannt, spielte hierbei eine unrühmliche Rolle.
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