Maria_Laach.jpg Die mittelalterliche Klosteranlage Maria Laach wurde zwischen 1093 und 1216 gebaut. Sie liegt in der Eifel auf der Westseite des Laacher Sees bei Mendig auf der Markung der Gemeinde Glees (Landkreis Ahrweiler). Maria Laach gilt als hervorragendes Beispiel der romanischen Bauweise in der Salierzeit. Der Bau erscheint trotz seiner langen Bauzeit sehr harmonisch.
Die Abtei gehört zu dem Orden der Benediktiner und soll eines der reichsten Güter dieser Art in Deutschland sein: Zu ihrem Eigentum gehören der Laacher See mit seinen Einrichtungen zur touristischen Nutzung (Campingplatz, Bootsverleih, Fischfang), ein renommiertes Hotel, eine große und gut sortierte Gärtnerei, ein Buchladen, verschiedene Handwerksbetriebe (z. B. eine Bronzegießerei) sowie große Landflächen im Umkreis mit Obstplantagen, Viehhaltung und den entsprechenden landwirtschaftlichen Betrieben.
Die hervorragend erhaltene sechstürmige Kirche (gewölbte Pfeilerbasilika) mit ihrem prachtvollen Eingang, dem sogenannten Paradies und dem 1859 restaurierten Kreuzgang (aus dem Anfang des 13. Jahrhunderts) gilt als eines der schönsten Denkmäler romanischer Baukunst in Deutschland.
1920 verlieh Papst Benedikt XV. der Kirche den Ehrentitel einer Basilica minor.
1802 wurde die Abtei in der Säkularisation aufgehoben und in eine große Meierei verwandelt. 1820 erwarb der preußische Regierungspräsident von Trier, Daniel Heinrich Delius, die ehem. Klosterbauten, den See und einige Ländereien, nicht jedoch die Abteikirche, die in Staatseigentum verblieb. Das von ihm hier eingerichtete Rittergut blieb bis 1862 im Besitz der Familie Delius, die nach einem schweren Brand 1855 den Ostflügel vom Kölner Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner neugotisch wiederaufbauen ließ. 1862 erwarb die deutsche Jesuitenprovinz die ehemaligen Abteigebäude und errichtete hier ihr Collegium Maximum. Seit dieser Zeit trägt die Anlage den neuen Namen „Maria Laach“ und nicht mehr den seit dem Mittelalter üblichen Namen „Laach“.
1892 besiedelten Benediktinermönche aus der Erzabtei Beuron die Abtei erneut, nachdem sie bei Kaiser Wilhelm II.. in einer Audienz am 30. August 1892 die Genehmigung bewirkt hatten. Die Nutzung der Kirche, die der preußische Staat erst 1924 an die Abtei übereignete, wurde den Benediktinern gewährt, nachdem sie die Mitbenutzung durch die evangelische Kirche (Simultaneum) akzeptiert hatten, die aber praktisch nie relevant wurde. Als Hausherr der Kirche stiftete Wilhelm II. 1898 einen neuen Hochaltar nach Entwürfen des bekannten Berliner Architekten Max Spitta (nach 1945 entfernt) und wirkte wesentlich bei der Mosaikausstattung des Inneren ab 1905 mit. Er bestimmte, dass in der Kalotte der Hauptapsis Christus Pantokrator nach dem Vorbild der Apsis der Kirche im sizilianischen Monreale dargestellt wurde. Die Klostergebäude entwarf zwischen 1901 und 1913 P. Ludger Rincklage. 1928/29 errichtete der Frankfurter Architekt Martin Weber mehrere Erweiterungsbauten.
Im Inneren ist die Basilika ebenfalls recht schlicht gehalten, ohne viele aufwendige Blendbögen und Arkaden. Im Westchor befindet sich das Hochgrab des Abteistifters Pfalzgraf Heinrich II. von Laach. Im Ostchor, wo die Messen gefeiert werden und sich das Chorgestühl des Konvents befindet, hat sich als Hochaltar ein einzigartiger Ziboriumaltar erhalten. Dieses Ziborium ist ein auf Säulen gestützter Baldachin und überspannte damals das Hochgrab des Stifters. Es wurde 1256 erworben und im 17. Jahrhundert erhöht.
Von den alten Klostergebäuden hat sich nur die Nikolauskapelle von 1230 (im 18. Jahrhundert erweitert) erhalten.
1937 wurden bei einer Restaurierung spätgotische und barocke Elemente entfernt, 1956 wurde auch der Innenraum in Annäherung an die ursprünglichen Gestaltung wiederhergestellt.
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