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Als Absenker bezeichnet man (meist junge) Triebe von Nutz- und Zierpflanzen, die zur ungeschlechtlichen Vermehrung gebogen in eine Erdrille gelegt und so mit Erde bedeckt werden, dass das Triebende herausschaut. Solcherart präparierte Triebe bewurzeln sich und die herausschauenden Triebenden treiben aus. Die junge Pflanze wird "angehäufelt" und kann später von der Mutterpflanze getrennt und als eigenständige, aber genetisch weitestgehend identische Pflanze genutzt werden (Klon).

Wird der Trieb nicht gebogen, sondern gerade und komplett in die Erde gelegt, spricht man von Ablegern. Hierbei kann unter Umständen der Trieb sofort getrennt werden, dann spricht man auch von Steckling.

Bei Pflanzen, die bestimmte Eigenschaften nicht weitervererben, ist Absenker- oder Ablegerbildung häufig die einzige Möglichkeit der Vermehrung in der Pflanzenzucht.

In der Natur geschieht die Absenkerbildung auch ohne menschliches Zutun, tatsächlich nutzt die gärtnerische Methode natürlich vorhandene Fähigkeiten. Daher sind für diese Form der vegetativen Vermehrung nicht alle Pflanzenarten geeignet:

  • Beispielsweise bewurzeln sich Baumäste, die auf der Erde aufliegen. Befindet sich dann zwischen dem Mutterbaum und der neuen Bewurzelungsstelle kein Blattgrün am Stamm, findet kein Saftfluss mehr statt, das Verbindungsstück zwischen Mutterbaum und neuer Tochterpflanze trocknet ein, stirbt ab und verrottet. Oft bleiben diese Verbindungen aber über Jahre und Jahrzehnte bestehen.
Diese Eigenschaft machte man sich in der Vergangenheit bei der Anlage von undurchdringlichen Hecken zur Grenzbefestigung, sogenannten Knicks (auch: Gebücke), zunutze, indem man z. B. Rotbuchen oder Hainbuchen durch Herabbiegen ("bücken") der Äste zur Absenkerbildung zwang. Das gab den Wehr-Hecken der mittelalterlichen Landwehren Stabilität. Dornensträucher (Schlehdorn, Hagedorn) hielten Angreifer fern.
  • Ableger/Stecklingsbildung findet sich z. B. bei Weiden, bei denen abgebrochene Teile vom Hochwasser verschleppt werden, und sich so entlang von Gewässern ausbreiten.

Siehe auch:

  • Stolonen (Ausläufer) – kriechende, verlängerte Seitensprosse einer Pflanze, die anwurzeln.
  • Blastochorie – die vegetative Ausbreitung von Pflanzen durch Selbstausläufer

Gartenbau | Pflanzenvermehrung

 

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