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Das Abkommen von Taif beendete 1989 den libanesischen Bürgerkrieg.

Der Weg zum Abkommen


Das Abkommen war das Ergebnis der Verhandlungen zwischen den letzten Parlamentariern und Führern der verschiedenen christlichen und muslimischen Religionsgruppen. Letztmals 1972 waren nach einem seit den 40ern üblichen Schlüssel von 6:5 Christen gegenüber Moslems 99 Abgeordneten gewählt worden, die Maroniten unter den Christen wiederum dominierten den Libanon seit seiner Unabhängigkeit 1943. Von den 1972 Gewählten waren 1982 nur noch 92 und 1989 nur noch 78 am Leben, der 1975 ausgebrochene Bürgerkrieg hatte Neu- oder Nachwahlen immer wieder verhindert. Nach der Übergabe der Amtsgeschäfte durch den scheidenden Präsidenten Amin Gemayel an Armeechef Michel Aoun (beides Maroniten) 1988 hatten prosyrische Muslime unter Premier Selim Hoss eine Gegenregierung gebildet und das Parlament ins saudiarabische Taif eingeladen, um einen neuen Präsidenten zu wählen. Um das zu verhindern, löste Aoun das Parlament formal auf.

Der Weg zum Frieden


Dennoch kam in Taif ein Kompromiss zustande, die Parlamentssitze fortan genau 50:50 aufzuteilen, innenpolitisch sollten alle Religionsgruppen gleiche Rechte erhalten. Die traditionelle (bis dato aber ungeschriebene) Aufteilung (als Präsident ein Maronit, als Premier ein Sunnit, als Parlamentssprecher ein Schiit) wird zwar festgeschrieben, der Präsident (und damit schließlich die Maroniten) jedoch durch Beschneidung seiner Vollmachten zugunsten des Premiers und Parlamentspräsidenten geschwächt. Die Bürgerkriegsmilizen sollten entwaffnet und aufgelöst bzw. in reguläre Parteien umgewandelt werden, eine neue libanesische Armee (anstelle der Truppen Aouns) mit syrischer Hilfe aufgebaut werden.

Das Verhältnis zu Syrien


Außenpolitisch wurden "besondere Beziehungen" zwischen den beiden Ländern Libanon und Syrien vereinbart, dadurch wurde der Spielraum libanesischer Entscheidungen eingeschränkt. Das Abkommen sah den Abzug der syrischen Truppen vor, zuerst auf die Bekaa-Ebene und dann gemäß beiderseitigen Einvernehmen. Syriens Argument gegen einen Abzug war, dass dieser erst im Rahmen einer umfassenden Friedenslösung im Nahen Osten passieren kann. Das heißt, erst nach der Rückgabe der seit 1967 von Israel besetzten - und später annektierten - Golan-Höhen an Syrien und nach einer Lösung des Konfliktes zwischen Israel und den Palästinensern. Der Abzug der syrischen Truppen erfolgte 2005 auf internationalen Druck nach der Ermordung des libanesischen Ex-Premiers Rafik al-Hariri. Syrien wurde von den USA (und in einem UNO-Bericht von Ende März 2005) indirekt und von der antisyrischen libanesischen Opposition direkt die Ermordung al-Hariris angelastet.

Siehe auch


Als Abkommen von Taif wurde auch der Friedenschluß zwischen Saudi-Arabien und Jemen nach dem Krieg von 1934 bezeichnet.

Weblink


Geschichte_des_Libanon | Geschichte_Syriens | Friedensvertrag

Taif agreement | Accord de Taëf

 

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