Abensberg ist eine Stadt im niederbayerischen Landkreis Kelheim und liegt ca. 30 km südlich von Regensburg und ca. 30 km östlich von Ingolstadt.
Abensberg Maderturm.jpg
Geografie
Die Stadt liegt an der
Abens, einem rechten Nebenfluss der
Donau ca. 8 km vor der Mündung. Das Gebiet um Abensberg wird gekennzeichnet durch das enge Donautal bei
Weltenburg, das
Altmühltal im Norden und das bekannte
Hopfen-Anbaugebiet
Hallertau im Süden.
Gemarkungen sind Abensberg, Arnhofen, Holzharlanden, Hörlbach, Offenstetten, Pullach und Sandharlanden
Wappenbeschreibung
Gespalten; vorne die bayerischen Rauten, hinten schräg geteilt von Silber und Schwarz; im Ganzen belegt mit zwei schräg gekreuzten silbernen Schwertern mit goldenen Griffen.
Wappengeschichte
Das Wappen erinnert durch die bayerischen Rauten und die aufgelegten gekreuzten Schwerter an die Schlacht von Abensberg am 20. April 1809, bei der Franzosen und Bayern den Österreichern eine Niederlage beigebracht hatten. König Max I. Joseph verlieh dieses Wappen in Würdigung des Einsatzes der Bürgerschaft. Die schräg geteilte hintere Schildhälfte ist vom Wappen der 1485 ausgestorbenen Reichsfreiherren von Abensberg hergeleitet. Dieses Heroldsbild allein ist auf dem Ortssiegel und Wappen seit der Verleihung von Marktprivilegien durch die Herzöge Ludwig und Stephan von Bayern im Jahr 1348 überliefert. Seit um 1400 hatte Abensberg Stadtrechte. Das Stadtwappen unterschied sich nur geringfügig vom Wappen der Herren von Abensberg: Nur im unteren schwarzen Feld wurden ursprünglich ein schmaler, später (seit 1523 nachweisbar) zwei schwarze Schräglinksbalken eingefügt, während das obere silberne Feld leer blieb. In dieser Form ist das Wappen bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts überliefert.
Wappendaten
Wappenführung seit: 1348
1809 Rechtsgrundlage: Verleihung des Wappens durch König Maximilian I. Joseph bei Integration von Bildern aus dem älteren Stadtwappen
Beleg: Königlicher Erlass vom 31.12.1809
Änderung: 1809
Ehemalige Gemeinden mit eigenem Wappen: Offenstetten
Elemente aus Familienwappen: von Abensberg, Wittelsbacher
Geschichte
Das nördliche Tor zur Hallertau, wie das 367 m über NN gelegene Abensberg auch genannt wird, hat seinen Namen vom Fluss Abens, der bei
Au in der Hallertau entspringt und nach 76 km bei Eining in die Donau mündet.
Nicht vielen Städten ist es vergönnt, auf so zahlreiche historische Spuren zurückblicken zu können wie die Aventinus-, Bier-, Judo- und Spargelstadt Abensberg das kann.
Schon lange vor dem Hochmittelalter war das Gebiet an den Abensauen besiedelt.
Graf Ulrich, einer der Nachfahren des Grafen Babo, ließ vermutlich um das Jahr 1000 zu Ehren des vierzigfachen Vaters Babo im Zuge der Ummauerung von Abensberg 32 Rundtürme und acht Ecktürme erbauen, die heute noch zum Teil erhalten sind bzw. wiederhergestellt wurden.
Mit der Ummauerung einher ging die Verleihung des Markt- und Stadtrechtes 1348, an welche im Jahr 1998 in einer beeindruckenden historischen 650-Jahrfeier erinnert wurde.
Um 1390 wurde von Graf Johannes II. von Abensberg und seiner Gemahlin Agnes das Karmelitenkloster St. Maria gegründet.
Jäh fand jedoch die Babonenzeit mit der Ermordung des letzten Babonen Niclas im Jahr 1485 ein Ende.
Schon vor fünfhundert Jahren stellte Aventinus (1477-1534), der berühmteste Sohn der Stadt fest, dass die Abensberger ein besonders aufgeschlossenes, gastfreundliches aber auch eigenwilliges Völkchen seien.
Schließlich musste es Aventinus (deutsch: „Der Abensberger“) wissen, gilt er doch als Begründer der modernen bayerischen Geschichtsschreibung. Aventinus, der mit bürgerlichem Namen Johann Turmair hieß, hat das erste große deutschsprachige volkstümliche Geschichtsbuch geschaffen und fand durch die Aufnahme in die Ruhmeshalle München und in die Walhalla bei Regensburg späte Anerkennung.
Vor 1800 war Abensberg Pflegamt und gehörte zum Rentamt Straubing des Kurfürstentums Bayern. Abensberg besaß ein Stadtgericht mit magistratischen Eigenrechten. In der Schlacht von Abensberg vom 19. bis 20. April 1809 besiegte Napoleon die österreichischen Truppen unter Feldmarschall Baron Hiller.
Wirtschaft und Infrastruktur
Die Gegend um Abensberg, der so genannte Sandgürtel zwischen
Siegenburg,
Neustadt an der Donau, Abensberg und
Langquaid wird wegen der optimalen Boden- und Klimabedingungen landwirtschaftlich intensiv zur Zucht von
Spargel genutzt, auf 212 ha Anbaufläche produzieren dort 94 Betriebe das
Gemüse (Stand 2004). Abensberger Spargel genießt unter Kennern den Ruf einer besonderen Delikatesse.
Neben dem Spargel spielt auch der Hopfenanbau eine große Rolle (eigener Siegelbezirk). Es bestehen noch 3 Privatbrauereien, deren Biere nicht nur von den Einheimischen sehr geschätzt werden. Abensberg ist Ausgangspunkt der Deutschen Hopfenstraße.
Insgesamt gab es 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 142, im produzierenden Gewerbe 1674 und im Bereich Handel und Verkehr 825 Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren 1.289 Personen am Arbeitsort beschäftigt. Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 4.020.
Im verarbeitenden Gewerbe sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden gab es 12 Betriebe, im Bauhauptgewerbe 18 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 118 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 3.059 ha. Davon waren 2.599 ha Ackerfläche und 361 ha Dauergrünfläche.
Verkehr
Der Bahnhof Abensberg liegt an der
Donautalbahn Regensburg-
Ingolstadt.
Die Stadt erreicht man über die
A 93 Holledau-
Regensburg (Ausfahrt Abensberg). Südlich von Abensberg kreuzen sich die Bundesstraßen:
B 16,
B 299 und
B 301.
Öffentliche Einrichtungen
Bildung
- Kindergarten: 330 Kindergartenplätze mit 441 Kindern
- Volksschulen: 3 mit 56 Lehrern und 1082 Schülern
- Realschulen: 1 mit 63 Lehrern und 1165 Schülern (Stand: September 2005)
- Volkshochschule
Ämter
- Staatliches Vermessungsamt
Freizeit- und Sportanlagen
- Abensberger Tennisclub
- Freibad Abensberg
- Hallenbad Abensberg
- Sportverein Abensberg
- Speedwaybahn (Speedwayrennen jeden Pfingstmontag)
Städtepartnerschaften
Stadtgliederung
Ortsteile:
- Auf dem Stadtgebiet: Abensberg (Hauptort), Aunkofen (Kirchdorf), Badhaus (Dorf)
- Im Osten: Gaden (Dorf), See (Dorf), Offenstetten (Pfarrdorf)
- Im Nordosten: Arnhofen (Kirchdorf), Baiern (Dorf), Pullach (Pfarrdorf), Kleedorf (Dorf)
- Im Norden: Sandharlanden (Pfarrdorf), Holzharlanden (Kirchdorf), Buchhof (Einöde)
- Im Westen: Schwaighausen (Dorf), Schillhof (Einöde), Gilla (Einöde)
- Im Süden: Aumühle (Einöde), Allersdorf (Weiler)
- Im Südosten: Lehen (Einöde), Mitterhörlbach (Weiler), Oberhörlbach (Dorf), Unterhörlbach (Weiler)
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
- Das Aventinusmuseum befand sich früher im Kreuzgang des ehemaligen Karmelitenklosters und wird nach mehrjähriger Umgestaltung am 7. Juli 2006 im Herzogskasten neu eröffnet.
Bauwerke
- Stadtpfarrkirche St. Barbara
- Karmelitenkloster mit Kreuzgang und Klosterkirche "Unsere liebe Frau vom Berge Karmel"
- Evangelische Kirche
- Rathaus
- Herzogskasten mit Stadtmuseum
- Maderturm (Wahrzeichen Abensbergs und Teil der ehemals aus 32 Rund- und 8 Ecktürmen bestehenden Stadtbefestigung)
- Schloss
- Regensburger Tor
- Zollhäusl
- Wallfahrtskirche Allersdorf
- Hundertwasserturm (Baubeginn voraussichtlich 2006, nach einigen Diskussionen in etwas verkleinerter Ausführung)
Bild:Abensberg Stadtansicht.jpg|Historische Altstadt
Bild:Abensberg StBarbara.jpg|Pfarrkirche
Bild:Abensberg Klosterkirche.jpg|Klosterkirche
Bild:Abensberg EvangelischeKirche.jpg|Evangelische Kirche
Bild:Abensberg Stadtplatz.jpg|Stadtplatz mit Rathaus
Bild:Abensberg RegensburgerTor.jpg|Regensburger Tor
Bild:Abensberg Maderturm2.jpg|Maderturm
Bild:Abensberg Zollhäusl.jpg|Zollhäusl
Regelmäßige Veranstaltungen
- Das Abensberger Veranstaltungsjahr beginnt im Februar mit dem Faschingsgillamoos, der am "Unsinnigen Donnerstag" seinen ersten Höhepunkt erreicht - die ganze Innenstadt steht Kopf.
- Es folgt der Frühjahrsmarkt - ein verkaufsoffener Sonntag - zwei Wochen vor Ostern.
- Freunde des Motorsports kommen beim Speedwayrennen (u.a. immer am Pfingstmontag) voll auf ihre Kosten.
- Das Bürgerfest am ersten Juliwochenende steht unter dem Motto "Mittelalter trifft Moderne" - der Schlossgarten mit seinen alten Gemäuern verwandelt sich in ein mittelalterliches Lager, während am Stadtplatz im Stil des 21. Jahrhunderts gefeiert wird.
- Am zweiten Samstag im August laden offene Geschäfte mit dem Nachtmarkt zum Bummel durch die laue Sommernacht ein.
- Der Gillamoos, der älteste und größte Jahrmarkt der Hallertau, öffnet von Donnerstag vor dem ersten Septembersonntag bis zum Montag danach seine Pforten. Er stellt den Höhepunkt des Jahres in Abensberg dar und ist ein Fest für die einheimische Bevölkerung in Abensberg und Umgebung.
- Die letzten warmen Tage des Jahres nutzt der Herbstmarkt - ein verkaufsoffener Sonntag - am ersten Oktoberwochenende.
- An die Niklasspende - eine mittelalterliche Stiftung für die Armen - erinnert der Niklasmarkt (immer um den Nikolaustag am 6. Dezember). Er läutet die Advents- und Weihnachtszeit ein.
Persönlichkeiten
Historisch bedeutende Söhne der Stadt
Weblinks
Ort in Bayern | Kelheim
Abensberg | Abensberg | Abensberg | Abensberg | Abensberg | Абенсберг | Abensberg