Abd ar-Rahman I., , (* 731 in Damaskus; † 30. September 788 in Córdoba) war erster Emir von Córdoba in Andalusien (756–788).
Abd ar-Rahman I. begann mit der Organisation des Emirats. Während das eigentliche Andalusien in Provinzen gegliedert wurde, entstanden in Zentralspanien die Markgrafschaften Mérida, Toledo und Saragossa unter dem Kommando von Militärbefehlshabern. Diese hatten die Grenze im Norden gegen die christlichen Reiche (u.a. Asturien) zu verteidigen. In den Markgrafschaften herrschten mächtige Familien, die teilweise recht unabhängig von Córdoba regierten. So wurde Saragossa und das Ebrobecken bis 907 von den Banu Qasi weitgehend autonom beherrscht. 778 kam es zu einem ersten Zusammenstoß mit den Franken, als sich der revoltierende Fihri-Clan mit Karl dem Großen verbündete. Allerdings scheiterte die Belagerung von Saragossa durch die Franken. Auch mehrere Berberaufstände (766–776) mussten niedergeschlagen werden. Dennoch konnte Abd ar-Rahman I. seinem Nachfolger ein gefestigtes Reich hinterlassen.
Unter Abd ar-Rahman begann eine verstärkte Einwanderung von Arabern aus Syrien, die die kulturelle Arabisierung Andalusiens erheblich beschleunigte. Schon Abd ar-Rahman begann mit einer umfangreichen Bautätigkeit. Neben der Befestigung von Córdoba errichtete er den Palast ar-Ruzafa und begann mit dem Bau der Großen Moschee "Mezquita in seiner Residenz. Auch die Entwicklung der Landwirtschaft wurde durch neue Bewässerungs- und Kanalbautechniken gefördert. Dies führte zum Aufschwung des bäuerlichen Mittel- und Kleinbesitzes und wurde Grundlage für den Aufschwung der Landwirtschaft in der späteren Zeit
Nach dem Tod von Abd ar-Rahman I. im Jahr 788 folgte dessen Sohn Hischam I. auf den Thron.
In der allgemeinen Verwirrung, die durch den Wechsel der Kalifen verursacht wurde, fiel der Maghreb in die Hände örtlicher Herrscher, die zuvor Emire oder Stellvertreter der omayadischen Kalifen waren, nun aber nach Unabhängigkeit strebten. Da Abd-ar-Rahmans Leben weiter bedroht war, floh er weiter nach Westen, zu den Berberstämmen in Mauretanien. Hier schöpfte er Hoffnung aus einer Prophezeiung seines Großonkels Maslama, dass er die Stellung seiner Familie wiederherstellen würde. Während seines Umherstreifens wurde er von einigen wenigen, den Omayaden treu ergebenen Gefolgsleuten begleitet.
Im Jahre 755 versteckte er sich nahe Ceuta und entsandte einen Vertreter nach Spanien, um von anderen Gefolgsleuten der Familie Unterstützung zu erbitten. Diese waren Nachfahren der Eroberer Spaniens, und viele von ihnen lebten in der Provinz Elvira, dem heutigen Granada. Das Land befand sich in einem Zustand des Aufruhrs unter der schwachen Hand des Emirs Yusuf al-Fihri, einer Marionette in den Händen einer Fraktion. Zudem wurde durch Stammesstreitigkeiten unter den Arabern und ethnischen Konflikten zwischen Arabern und Berbern abgelenkt. Dies bot Abd-ar-Rahman die Möglichkeit, die ihm in Afrika versagt blieb. Auf Einladung seiner Parteigänger landete er im September 755 in Almuñécar, östlich von Málaga.
Eine zeitlang war Abd-ar-Rahman gezwungen, sich den Ratschlägen seiner Unterstützer zu unterwerfen, die sich des Risikos ihrer Unternehmung bewusst waren. Yusef eröffnete Verhandlungen und bot Abd-ar-Rahman eine seiner Töchter als Frau an, sowie einiges Land. Dies war weit weniger, als dem Prinzen lieb war, doch er wäre wohl gezwungen gewesen, dieses Angebot mangels eines Besseren anzunehmen, hätte nicht die Frechheit eines Boten einen der Hauptparteigänger der omayadischen Sache aufgebracht. Er beleidigte diesen Herren, der Obeidullah hieß, weil er unfähig war, gutes Arabisch zu schreiben. Unter einer daraus folgenden Provokation zog Obeidullah das Schwert.
Daraufhin kam es 756 im Tal des Guadalquivir zu einem Feldzug Abd ar-Rahmans, der am 16. Mai in der Niederlage Yusufs außerhalb Cordobas endete. Seine Armee war dabei so schlecht ausgerüstet, dass er beinahe das einzige gute Schlachtross besaß; er hatte kein Banner, und so wurde ein Banner improvisiert, indem ein grüner Turban abgewickelt und an einem Speer befestigt wurde. So wurde der Turban und der Speer zum Banner der spanischen Umayyaden.
Die lange Herrschaft Abd ar-Rahman I. verlief unter den Vorzeichen eines andauernden Kampfes, seine anarchischen Untertanen aus Arabern und Berbern unter Kontrolle zu bringen. Diese hatten niemals beabsichtigt, sich selbst einen Herrn zu geben, und so wanden sie sich unter seiner Hand, die immer schwerer wurde. Deshalb war Abd ar-Rahman I. gezwungen, 763 vor den Toren seiner eigenen Hauptstadt einen Kampf mit Rebellen auszutragen, die von den Abbasiden unterstützt wurden. Hierbei errang er einen signalträchtigen Sieg. Er schnitt die Hände der Anführer ab, füllte sie mit Salz und Kampfer, und sandte sie in einem Akt der Herausforderung an den östlichen Kalifen.
In seinen letzten Jahren musste sich Abd ar-Rahman mit einer Abfolge von Palastverschwörungen befassen, die er brutal niederschlug. Trotz alldem sicherte die von ihm begründete Dynastie die umayyadische Kontrolle über Spanien bis zum Jahr 1031.
Mann | Umayyaden | Kalif | Geboren 731 | Gestorben 788
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