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Die Aartalbahn verbindet die Städte Wiesbaden und Limburg über Taunusstein, Bad Schwalbach, Aarbergen, Hahnstätten und Diez durch das reizvolle Aartal im Untertaunus.

Geschichte


Der Abschnitt Wiesbaden - Bad Schwalbach (früher: Langenschwalbach) - deshalb auch: Langenschwalbacher Bahn - weist starke Steigungen und enge Radien auf (eröffnet: 1889). Auf diesem Streckenabschnitt wurden besondere Wagen mit Drehgestellen eingesetzt, die "Langenschwalbacher". Der Abschnitt Diez - Zollhaus (Nassau) diente hauptsächlich dem Transport der Bergbauprodukte (Eisenerz, Kalkstein, Marmor, Porphyr), die im Raum Zollhaus gewonnen wurden (eröffnet 1870). Mit dem Abschnitt Zollhaus - Langebschwalbach (über Kettenbach) wurde 1894 die Lücke geschlossen. Dies geschah hauptsächlich auf Betreiben der Industriellen-Familie Passavant in Michelbach (Nassau).

Seit 1983 (Wiesbaden - Bad Schwalbach) und 1986 (Bad Schwalbach - Limburg (L)) ist der Personenverkehr eingestellt, auf Teilstrecken wurde der Güterverkehr noch aufrecht erhalten (Hohenstein - Kettenbach bis 1991, Kettenbach - Diez bis 1999).

Betrieb


Derweilen wird die Strecke zwischen Wiesbaden-Dotzheim bis nach Hohenstein von der Nassauischen Touristikbahn (NTB) mit historischen Dampf- und Diesellokomotiven an Sonn- und Feiertagen als Museumsbahn betrieben.

Nach dem Freischneiden des ehemals stark zugewachsenen nördlichen Streckenabschnitts durch ehrenamtliche Helfer in den Jahren 2001 bis 2003 finden im unteren Aartal zwischen Hohenstein und Diez regelmäßig Draisinenfahrten des länderübergreifenden Arbeitskreises Aartalbahn statt. Auch Sonderfahrten für Gruppen und Vereine sind möglich. Es handelt sich dabei jedoch nicht um eine reine Draisinenstrecke. Vielmehr plant der Arbeitskreis ein touristisches Zugangebot im Aartal, das voraussichtlich oder 2007 zwischen Diez und Zollhaus bzw. Kettenbach verwirklicht werden wird.

Zukunft


Es gibt immer wieder Bestrebungen, die Strecke zu reaktivieren, wie es tatsächlich weitergeht, ist derzeit jedoch unklar. Trotzdem stellt die Reaktivierung der Aartalbahn im öffentlichen Personennahverkehr und im Güterverkehr eine der wichtigsten und unverzichtbarsten Zukunftsaufgaben für die gesamte Aar-Region dar, da die Strecke bedeutende Siedlungsschwerpunkte erschließt. In politischen Ausschüssen wurde schon öfters über eine Stadtbahn in Wiesbaden diskutiert, wobei der Abschnitt Wiesbaden-Bad Schwalbach in das Stadtbahn-Netz integriert werden soll und in Verbindung mit einer Neubaustrecke durch die Wiesbadener Innenstadt die erste Linie werden soll. Solche Diskussionen gibt es aber bereits seit vielen Jahren und nicht zuletzt weil die Politiker unterschiedliche Ideen über die Zukunft dieser Strecke und dem Stadtverkehr in Wiesbaden haben, wurde bislang garnichts bewegt. Da der Bund die Mittel für den Nahverkehr zum Jahr 2007 kürzt, dürfte eine Reaktivierung weiter in die Ferne gerückt sein.

Streckenverlauf


Die Aartalbahn führt überwiegend durch Hessen, der Abschnitt zwischen Diez und Zollhaus befindet sich jedoch auf dem Gebiet von Rheinland-Pfalz. Die Bahn steht in Hessen unter Denkmalschutz und ist als Kulturdenkmal Hessens längstes Baudenkmal - nur der römische Limes, ein Bodendenkmal, ist länger.

Über folgende Bahnhöfe und Haltepunkte verfügt die Aartalbahn:

In Diez besteht Anschluss an die Lahntalbahn zwischen Gießen, Limburg und Koblenz. In Zollhaus bestand bis 1951 (Einstellung des Personenverkehrs der NKB) eine Verbindung mit der Nassauischen Kleinbahn (NKB) nach St. Goarshausen und Braubach am Rhein. In Wiesbaden besteht Anschluss zu den Zügen in die Richtungen Darmstadt, Mainz, Koblenz, Niedernhausen und Frankfurt am Main.

Literatur


  • Kopp, Klaus: Langenschwalbacher Bahn (Aartalbahn). Wiesbaden-Dotzheim.
  • Seyffert, J.: Die Aartalbahn. Schiene-Fotoband.

Weblinks


Bahnstrecke in Hessen | Bahnstrecke in Rheinland-Pfalz

 

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