Aarburg ist eine Kleinstadt und politische Gemeinde im Bezirk Zofingen des Kantons Aargau in der Schweiz. Es liegt im Südwesten des Aargau und grenzt an den Kanton Solothurn.
Die Wigger bildet die südliche Gemeindegrenze. Parallel dazu, etwa fünfhundert Meter weiter nördlich, fliesst der "Aarburger Mühletych". Dabei handelt es sich um einen künstlichen Seitenarm, der zu Beginn des 16. Jahrhunderts angelegt wurde; er diente zum Antreiben von Mühlrädern, einige Jahrhunderte später als Wasserkraftlieferant für die Industrie. Er mündet beim Städtchen in die Aare, allerdings entgegen ihrer Fliessrichtung. Da der Fluss an dieser Stelle einen Knick aufweist, entsteht dadurch ein kreisender Strudel.
Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 441 Hektaren, davon sind 145 Hektaren bewaldet und 174 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt befindet sich unterhalb des Gipfels des Säli auf 620 Metern, die tiefste Stelle liegt auf 393 Metern an der Aare.
Nachbargemeinden sind Olten im Westen und Norden, Starrkirch-Wil im Nordosten, Oftringen im Osten sowie Rothrist im Süden.
Eingezwängt zwischen den Städten Olten und Zofingen, die beide nur vier Kilometer entfernt waren, konnte sich Aarburg wirtschaftlich nicht entfalten und blieb stets ein Kleinstädtchen. Die Aarburger lebten hauptsächlich von den Zolleinnahmen, die der Handel auf der Gotthardroute einbrachte. 1361 wurde ein kleiner Hafen an der Aare errichtet. Die Flussschifffahrt erlangte in der Folge eine grosse wirtschaftliche Bedeutung, vor allem im 17. und 18. Jahrhundert.
Nach einer kurzen Belagerung eroberten die Berner das Städtchen am 20. April 1415. Seit 1416 residierte auf der Burg der Landvogt des Amtes Aarburg. Die Burg wurde im 16. und 17. Jahrhundert zur Festung ausgebaut, um die Verbindung zwischen den reformierten Städten Bern und Zürich an der engsten Stelle des bernischen Herrschaftsgebietes vor Angriffen der katholischen Nachbarn zu schützen.
Am 10. März 1798 nahmen die Franzosen Stadt und Festung kampflos ein. Das Amt Aarburg wurde aufgelöst und die regionalen Verwaltungsaufgaben innerhalb der neuen Helvetischen Republik wurden von Zofingen übernommen. Der neu geschaffene Kanton Aargau übernahm 1804 die Festung, die zunächst als Gefängnis und Zuchthaus diente; seit 1893 ist hier das kantonale Erziehungsheim untergebracht.
Am 4. Mai 1840 wütete ein Grossbrand, der die meisten Gebäude und die Kirche zerstörte; 88 Familien wurden dabei obdachlos. Das Städtchen wurde wieder aufgebaut, allerdings ohne die Hauptbefestigungen. Auf dem Felssporn, der Festung vorgelagert, entstand zwischen 1842 und 1845 eine neue Kirche im neugotischen Stil.
Die erste Textilfabrik wurde bereits 1824 eröffnet. Der Anschluss ans Eisenbahnnetz erfolgte am 9. Juni 1856 mit der Eröffnung der Strecke Aarau – Olten – Zofingen – Emmenbrücke; am 16. März 1857 folgte die Strecke nach Herzogenbuchsee, die wenig später bis Bern verlängert wurde. Aarburg wurde dadurch zu einem bevorzugten Industriestandort. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erlebte die Gemeinde einen weiteren Schub: Dank des Baus der Autobahnen siedelten sich noch mehr Betriebe an und die Bevölkerungszahl verdoppelte sich.
Überragt wird die Altstadt vom schmalen und langgestreckten Felsriegel. Auf diesem befindet sich die Festung Aarburg. Sie entstand zu Beginn des 12. Jahrhunderts und wurde während der Berner Herrschaft zu einer mächtigen Festungsanlage ausgebaut. Der Gebäudekomplex ist als Kulturgut von nationaler Bedeutung eingestuft und diente heute als Jugendheim.
Auf einer Terrasse zwischen der Festung und der Altstadt befindet sich die reformierte Kirche. Sie wurde 1842 bis 1845 im neugotischen Stil erbaut und besitzt an der Westseite zwei Kirchtürme. Unterhalb der Kirche lehnt sich an den Felssporn das 1726 erbaute Pfarrhaus an; bis zum Stadbrand von 1840 führte das Stadttor durch dessen Untergeschoss.
| Bevölkerungsentwicklung | |
|---|---|
| Jahr | Einwohner |
| 1400 | ca. 180 |
| 1764 | 569 |
| 1798 | 1029 |
| 1850 | 1700 |
| 1900 | 2300 |
| 1930 | 2833 |
| 1950 | 3512 |
| 1960 | 5303 |
| 1970 | 5943 |
| 1980 | 5354 |
| 1990 | 5725 |
| 2000 | 6263 |
Die fünf Gemeinderäte der Amtsperiode 2006-2009 sind:
Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Zofingen zuständig. Aarburg gehört zum Friedensrichterkreis Oftringen.
Aarburg liegt nur wenige Fahrminuten von den Autobahnanschlüssen Rothrist und Oftringen der A1 entfernt. Jeden Tag zwängen sich über 30'000 Fahrzeuge durch das enge Städtchen, mehr als beispielsweise auf der Gotthard-Autobahn. Eine 1800 Meter lange Umfahrungsstrasse soll diesen unhaltbaren Zustand beenden. Über die Hälfte der Strasse wird in zwei Tunnels mit einer Länge von 735 bzw. 250 Metern verlaufen. Nach einer Planungsphase von über 15 Jahren haben die Bauarbeiten im September 2004 begonnen. Die Eröffnung ist für Mitte 2007 vorgesehen.
Ort in der Schweiz | Ort im Kanton Aargau | Schweizer Gemeinde
Aarburg | Aarburg | Aarburg | Aarburg | Aarburg | Aarburg | Aarburg