Die mit "Allerhöchstem Erlaß vom 4. März 1850" gegründete Königliche Direction der Aachen-Düsseldorf-Ruhrorter Eisenbahn mit Sitz in Aachen betrieb ab 1. April 1850 die beiden schon seit ihrer Gründung zusammenarbeitenden Bahngesellschaften:
Mit Datum vom 1. April 1850 übergaben beide Bahngesellschaften die Betriebsführung an die königliche Eisenbahndirektion in Aachen.
Diese übernahm den weiteren Streckenbau wie folgt:
- bgcolor="#C0C0C0" | Streckenabschnitt | Strecken- km | Eröffnet |
|---|---|---|
| Viersen - Gladbach | 8,6 | 15. Oktober 1851 |
| Gladbach – Rheydt | 3,8 | 12. August 1852 |
| Rheydt – Herzogenrath | 44,0 | 12. November 1852 |
| Herzogenrath – Aachen | 13,2 | 17. Januar 1853 |
| Aachen – Grenze D/B | 2,7 | 23. Oktober 1854 |
| Gladbach-Altoberkassel | 24,2 | 17. Januar 1853 |
| Altoberkassel - Rheinstation | 0,9 | 16. Oktober 1854 |
Die Initiatoren der Bahnstrecke aus dem Bereich der Industrie im Raume Krefeld und Mönchengladbach wollten der heimischen Industrie einen günstigen Zugang zu den Rohstoffen von Übersee über den Antwerpener Hafen und eine billige Brennstoffversorgung mit Ruhrkohle ermöglichen. Gleichzeitig erleichterten die Bahnverbindungen den Absatz der eigenen Produkte. Um die aufwändige Umladung der Waren bei der Rheinüberquerung zu vermeiden - den Bau einer Eisenbahnbrücke von Ruhrort nach Homberg hatte das Militär nicht erlaubt - vereinbarte die Ruhrort-Crefeld-Kreis Gladbacher Eisenbahngesellschaft am 29. März 1849 vertraglich mit der Cöln-Mindener Eisenbahn einen Trajektbetrieb über den Rhein zwischen Ruhrort und Homberg für Güter- und Personenwagen.
Das Eisenbahntrajekt Ruhrort–Homberg nahm am 12. November 1852 seinen Betrieb auf. Anfangs wurden die Waggons an Seilen über schräge Ebenen auf die antrieblosen Ponten herab gelassen und am anderen Ufer durch Lokomotiven an Seilen wieder heraufgezogen. Ein Dampfschiff mit den beiderseits angekoppelten Ponten besorgte die Überfahrt. So konnten monatlich bis zu 700 Wagen übergesetzt werden. Um die Leistungsfähigkeit der Trajektanstalt zu erhöhen, bauten beide Bahngesellschaften ab 1854 an beiden Ufern Hebetürme, über die die Wagen hydraulisch von den Fährschiffen gehoben oder abgesenkt werden konnten. Nach der Inbetriebnahme am 1. Mai 1856 konnte die Fährleistung von rd. 30.000 Wagen auf rd. 50.000 Wagen jährlich gesteigert werden.
Mit dem Bau der Witten – Duisburger Bahnstrecke über Essen hatte sich die Bergisch-Märkische Eisenbahn 1862 einen eigenen Zugang zu den Kohlenzechen des Ruhrgebiets erschlossen und war dadurch in der Lage, der bisher dort ausschließlich tätigen Cöln-Mindener Eisenbahn Konkurrenz zu bieten. Zur Abfuhr der Kohlen auch in Richtung Belgien, Niederlande und zu den dortigen Seehäfen beschloss sie den Bau einer Anschlussstrecke von Mülheim-Styrum zum Ruhrorter Hafen, die 1867 fertig gestellt werden konnte.
Um das weitergehende Ziel zu erreichen, stellte sie dem preußischen Staat die Geldmittel zur Übernahme aller Aktien der Aachen-Düsseldorf-Ruhrorter Eisenbahn zur Verfügung. Daraufhin wurde die Betriebsführung der Aachen-Düsseldorf-Ruhrorter Eisenbahn am 8. Januar 1866 der Königlichen Direktion der Bergisch-Märkischen Eisenbahn in Elberfeld übertragen und die Direktion in Aachen aufgelöst. Damit wurde die Aachen-Düsseldorf-Ruhrorter Eisenbahngesellschaft zum 1. Januar 1866 mit der Bergisch-Märkische Eisenbahn Gesellschaft verschmolzen.
Bahnstrecke in Nordrhein-Westfalen | Ehemalige Bahngesellschaft
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"Aachen-Düsseldorf-Ruhrorter Eisenbahn".
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