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Wappen Aabenraa.JPG

Åbenrå (heute meist Aabenraa geschrieben, deutsch Apenrade, friesisch Apenrua) ist mit 22.132 Einwohnern (2005) die Hauptstadt des Sønderjyllands Amts in Dänemark und liegt 30 Kilometer nördlich von Flensburg. An einem Meeresarm der Ostsee, der Apenrader Förde gelegen, hat Apenrade mit seinem Seehafen eine alte Tradition als Seefahrerstadt und Werftstandort. Die noch heute bedeutende Hafenstadt besitzt eine sehenswerte Altstadt und zeichnet sich durch eine bevorzugte landschaftliche Lage aus.

Seit der Verwaltungsreform von 1970 ist Apenrade keine Stadt mehr, sondern Zentrum einer Kommune, der auch die Nachbargemeinden Loit, Enstedt und zu einem kleinen Teil Ries zugehören. Ab 2007 ist Apenrade Zentrum einer Großkommune mit 60.000 Einwohnern. Siehe hierzu die Artikel Aabenraa Kommune (1970-2006) und Aabenraa Kommune (ab 2007).

Sehenswürdigkeiten


Rathaus Aabenraa.JPG

  • Altstadt, vor allem in den Seitenstraßen wie Schlossstraße, Neue Straße und Wächterplatz geschlossene Ensembles mit Bürger- und Handwerkerhäusern v. a. aus dem 18. Jahrhundert
  • Nikolaikirche, im Kern noch 13. Jahrhundert
Kirche Aabenraa.JPG
  • Schloss Brundlund, früher Sitz des Amtmanns, heute Kunstmuseum
  • Wassermühle am Schloss, das Wahrzeichen der Stadt
  • Museum, Stadtgeschichte und Geschichte der Seefahrt
  • Galgenberg, herrliche Aussicht über Stadt und Hafen
  • Färbersmühle, alte Wassermühle im Süden der Stadt
  • Postmeisterhof, Bürgerhaus mit schönem Park am Südertor
  • Schwensens Stift, altes Armenstift am Südertor
  • Ringreiter-Festplatz, in der Nähe des Schlosses

Ortsname


In den ältesten mittelalterlichen Quellen ist von einem Vorgängerdorf Opnør die Rede, das nach einem kleinen Bach (Au) auch Opnøraa geschrieben wurde. Seit dem 13. Jahrhundert bildete sich unweit desselben ein Handelsplatz, der noch vor 1300 zur Stadt erhoben wurde. Da Mittelniederdeutsch die Kaufmannssprache war, änderte sich der Name zu Apenrade, die noch heute gebräuchliche deutsche Bezeichnung. Die Endung „Rade“ im Sinne von Rodung ist sonst im Schleswiger Land nur im äußersten Südosten bekannt, in Holstein aber weiter verbreitet. Noch in den 1850er Jahren, als die Verwaltung des Gesamtstaats unter der dänischen Krone sich um eine Stärkung des Dänischen bemühte, war Apenrade die einzige gängige und offizielle Namensform. Im Zuge des nationalen Konflikts wurde der Name von dänischen Kulturkämpfern zu Aabenraa geschliffen und dabei auch dem dialektalen (synnejysk) Namen Affenro angeglichen. Im dänischen Sprachgebrauch setzte sich diese Bezeichnung nach der Trennung Schleswigs von Dänemark durch und wurde 1920 nach dem Anschluss Nordschleswigs die offizielle Bezeichnung der Stadt. Die Rechtschreibreform von 1948 machte aus aa ein å, da ein doppeltes A im Dänischen kein langes A, sondern ein offenes O repräsentiert. Das hatte aber zur Folge, dass in den Wörterbüchern und anderen alphabetischen Listen Wörter mit Aa plötzlich vom ersten auf den hintersten Platz landeten, denn: Å ist der letzte Buchstabe im dänischen Alphabet. Nicht zuletzt deshalb konnte die Schreibweise Åbenrå sich in der Fördestadt nie durchsetzen. Das zeigt sich am prägnantesten auf den Ortsschildern. Ende der 90er Jahre gab es sogar eine politische Bewegung mit dem Bürgermeister an der Spitze: Aabenraa? ganz vorne!

Geschichte


Apenrade wurde spätestens 1335, möglicherweise schon 1284 , als Opneraa zur Stadt erklärt. Dieser Name stammt vom verschwundenen Dorf Opnør. Als Handelsstadt stand Apenrade lange im Schatten von Flensburg und Hadersleben. Die drei Makrelen im Stadtwappen weisen auf eine große Bedeutung der Fischerei hin. Nahe der Siedlung entstand im Mittelalter eine landesherrliche Burg, die zum Sitz eines Amtes avancierte.

Nach den Landesteilungen der Herzogtümer Schleswig und Holstein 1490, 1544 und 1581 gehörte Apenrade mit seinem Umland bis 1713/21 immer zum Herrschaftsgebiet des Gottorfer Herzogs. Schwer getroffen wurde die Stadt von den Kriegen des 17. Jahrhunderts. Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts nahm die Stadt einen größeren Aufschwung. Die Breite der Förde war für die damalige Schifffahrt mit immer größeren Schiffen ein entscheidender Standortvorteil, und gegen Mitte des 19. Jahrhundert hatte die Schiffskapazität fast diejenige der wesentlich größeren Nachbarstadt Flensburg erreicht. Auch der Bau von Schiffen gehörte zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen der Stadt. Lange vor den übrigen Städten der Region richtete Apenrade 1858 eine zentrale Wasserversorgung ein.

Der deutsch-dänische Konflikt, der ab 1840 das beherrschende Thema im Herzogtum Schleswig war, wurde in Apenrade besonders vehement ausgetragen. Im Bürgerkrieg 1848 stellte die Bürgerschaft sich zunächst auf die Seite der aufständischen Schleswig-Holsteiner. Nach Beendigung des Krieges 1850 galten beiden Sprachen offiziell als gleichberechtigt, wobei das Dänische allerdings vor allem in den Schulen Vorrang hatte. Der unausgestandene Konflikt führte 1864 zu einem weiteren Krieg, der sich aber anders als 1848 auf der zwischenstaatlichen Ebene entzündete.

Nach dem Krieg gehörte Apenrade zu Preußen bzw. Deutschland. Das Amt wurde in einen preußischen Landkreis umgewandelt. Der Verlust des nördlichen Hinterlandes traf die Stadt schwer. Auch vermochten es Werftindustrie und Kaufmannschaft anders als in Flensburg nicht, sich auf die Produktion von Metallschiffen umzustellen, was das einstweilige Ende des Schiffbaus in der Stadt zur Folge hatte. Trotzdem entstand eine Navigationsschule zur Ausbildung von Schiffern. An das Eisenbahnnetz wurde die Stadt nur über eine Stichbahn und ab 1901 über eine Kleinbahn angeschlossen. Die Industrialisierung blieb eher bescheiden, doch entstanden einige metallverarbeitende Betriebe. Auch die traditionsreiche Ziegeleiindustrie behielt ihre Bedeutung. Eine Besonderheit der Stadt ist der Orgelbau. 1895 bis 1901 wurde auf dem Knivsberg in Apenrade ein Bismarckturm als "nationales Wahrzeichen der Wiedergewinnung der deutschen Nordmark" errichtet (1945 gesprengt).

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs stimmten bei der Schleswig'schen Volksabstimmung zur staatlichen Zugehörigkeit 1920 55 % der Stimmberechtigten für das Deutsche Reich. Allerdings gehörte die Stadt zur I. Zone, in der nur das Gesamtergebnis aller Einwohner zählte, so dass die Stadt zu Dänemark kam. Die treibende Kraft der dänischen Bewegung in der Stadt und in ganz Nordschleswig war Hans Peter Hanssen, zuvor Abgeordneter im deutschen Reichstag und Redakteur der Lokalzeitung „Hejmdal“. Als Minister für die südjütischen Landesteile arbeitete er fortan für die zügige Eingliederung von Stadt und Umland in den dänischen Wirtschaftsraum. Der nationale Konflikt war trotz umfangreicher kultureller Zugeständnisse an die deutsche Volksgruppe nicht ausgestanden. So wie Apenrade bis 1920 Zentrum der dänischen Bewegung im Landesteil war, erfüllte es dieselbe Rolle nun für die deutschen Nordschleswiger.

Die Nazifizierung wesentlicher Teile der Minderheit schürte den Konflikt weiter. Nach dem Ende der deutschen Besetzung 1945 war die Minderheit deutlich geschwächt. Noch heute haben alle wesentlichen überregionalen Einrichtungen der deutschen Volksgruppe wie Gymnasium, Zeitung, Geschäftsstelle und Bücherei ihren Sitz in der Fördestadt.

Apenrade hat im Gegensatz zu den Nachbarstädten noch immer eine wesentliche Bedeutung als Handelshafen. Darüber hinaus finden sich Betriebe vieler Industriezweige in der Stadt. Seit 1970 ist die Stadt Sitz der Amtskommune Sønderjylland, die 2007 allerdings in einer größeren Einheit aufgehen wird. Seit 1970 gehören auch die Kirchspielsgemeinden Loit, Enstedt und teilweise Ries zur Kommune.

Kultur und Bildung


  • Landesarchiv
  • Landesbibliothek
  • Deutsche Zentralbücherei
  • Institut für Grenzregionsforschung
  • Pädagogen-Seminar
  • Handelsschule
  • Højskolen Østersøen
  • Seefahrtsgeschichtliches Museum
  • Kunstmuseum Schloss Brundlund
  • Kunstmuseum im Bahnhof

Bevölkerung


In Apenrade lebt heute noch ein relativ großer Anteil deutschsprachiger Bewohner, die sich im Bund deutscher Nordschleswiger zusammengeschlossen haben und, ebenso wie die Dänen in Schleswig-Holstein, Minderheitenschutz, wenn auch wahlrechtlich kein äquivalentes Privileg wie die Befreiung von der 5-%-Hürde genießen. Manche befürchten durch die 2007 bevorstehenden Verwaltungsreform eine Beeinträchtigung der Rechte der deutschen Minderheit.

Entwicklung der Einwohnerzahl (1. Januar):

Verkehr


Die Stadt liegt etwa sechs Kilometer östlich der Nord-Süd-Autobahn E 45. Wichtige Landstraßen sind die A 25 nach Ripen und Sonderburg und die 170 nach Flensburg und Hadersleben. Zu den letztgenannten drei Städten bestehen stündlich Busverbindungen, während der Fahrplan in Richtung Westen mit Linien nach Tondern, Bredebro-Lügumkloster, Röm und Ripen deutlich dünner ist.

Da das hügelige Terrain kostspielige Kunstbauten erfordert hätte, baute man die Haupteisenbahn von Hamburg und Flensburg nach Vamdrup und Fredericia auf der flachen Geest acht Kilometer an der Stadt vorbei. Die Stichbahn von Rothenkrug wurde 1971 eingestellt und ist heute nur noch Museumsbahn (2004 völlig unbefahrbar). Der zuvor unbedeutende Bahnhofsort entwickelte sich im 20. Jahrhundert nicht zuletzt auf Kosten Apenrades zu einer recht großen Gemeinde mit städtischem Charakter. Auch die Apenrader Kreisbahn mit Verbindungen nach Lügumkloster und Gravenstein ist längst stillgelegt. Der ehemalige Bahnhof beherbergt jetzt Geschäfte, eine kleine Kunstausstellung und das Österreichische Generalkonsulat. Seit einigen Jahren verbinden Schnellbusse die Stadt mit den Nachbarstädten sowie mit Esbjerg und Vejle.

Personen


In Aabenraa/Apenrade geboren wurde:

In anderer Weise mit der Stadt verbunden sind:

Weblinks


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