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AOL, ehemals America Online, ist ein US-amerikanischer Onlinedienst mit Sitz in Dulles, Virginia. AOL bietet neben einem vollwertigen Internetzugang zusätzlich eigene Inhalte, die nur für die AOL-Mitglieder (so werden Kunden bei AOL bezeichnet) bei Verwendung der AOL-eigenen Software zugänglich sind. Seit 2006 heißen Mitglieder wieder Kunden, da AOL sich vom reinen geschlossenen Angebot frei machen möchte und sich mehr als Anbieter für alle sieht. In Deutschland steht der Begriff AOL nicht als Kurzform für „America Online“, sondern ist reiner Teil des Firmennamens.

Namensgeschichte


AOL wurde als Quantum Link, einem grafischen Onlinedienst für US-C64-Benutzer, gegründet. 1988 erfolgte die Umbenennung zu American Online. Börsenkürzel war zunächst AMER, dann bis zur Fusion mit Warner AOL. AOL war zunächst nur der Name der Internetdomain von America Online, dann auch der Name der internationalen Dienste von America Online.
Am 3. April 2006 hat sich America Online Inc. offiziell in AOL LLC. umbenannt. Die ursprüngliche Mission die der Name ausdrücken sollte, Amerika online zu bringen, habe man schließlich längst erfüllt, begründete AOL-Chef Jon Miller.

Geschäft


AOL gehört zum Verbund des weltweit größten Medienkonzerns Time Warner. Die deutsche Niederlassung wurde 1995 als Joint Venture der Bertelsmann AG und AOL Europe gegründet und hat ihren Hauptsitz in Hamburg, wo Geschäftsleitung und Redaktion angesiedelt sind. Die überwiegende Mehrzahl der rund 1.200 Mitarbeiter arbeiten in den Call-Centern in Saarbrücken, Duisburg, Dessau, Erfurt, Görlitz sowie auch Düsseldorf und Essen. Die Standorte in Dessau, Erfurt, Görlitz, Düsseldorf und Essen werden von externen Dienstleistern betrieben. Des Weiteren wird aus „Kostengründen“ ein Callcenter in Argentinien betrieben. Geschäftsführer der 1995 gegründeten AOL Deutschland ist Charles Fränkl.

Mit seinen Internet-Angeboten der Marken AOL, CompuServe und Netscape Internet Service erreicht AOL Deutschland über 7,42 Millionen Menschen wöchentlich (Quelle: AGOF e.V. / internet facts 2005-III , *). Der AOL-Dienst verzeichnet mehr als 2,6 Millionen Kunden. Mit über 30 Millionen Kunden ist AOL der weltweit größte Internet-Anbieter.

Weitere bekannte Produkte, die zu AOL gehören sind z. B. AOLPHONE (Voice-over-IP), Winamp, AIM und ICQ, das 1998 käuflich erworben wurde.

Der Onlinedienst AOL Deutschland erzielte im Geschäftsjahr 2003 mit rund zwölf Millionen Euro erstmals operativen Gewinn. 2005 hatte AOL seinen operativen Gewinn im Vergleich zu 2004 verdoppelt. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erzielte der Konzern ein Ergebnis von rund 80 Millionen Euro (38. Mio. 2004).

Ende 2005 stieg Google für eine Milliarde Dollar (833 Millionen Euro) bei AOL ein.

Technik


AOL setzte für die Einwahl in das Internet jahrelang auf eine proprietäre Software, ohne die es nicht möglich war AOL zu nutzen. Die erste AOL-Einwahlsoftware für den PC erschien ca. 1990 für die GUI GeoWorks Ensemble (auch als "PC/GEOS" bekannt), da die Firmengeschichte von AOL eng verbunden mit GEOS war - unter anderem aufgrund der Entwicklung von "Quantum Link" für den Homecomputer C64. AOL brachte auf dem Zoomer, einem der weltweit ersten PDAs als weltweit erste Firma eine mobile Interneteinwahl auf den Markt. Nach der Festigung der Marktherrschaft von Microsoft Windows wechselte AOL mit seiner Einwahlsoftware ebenfalls komplett und lange Jahre exklusiv auf die Windows-Plattform. Etwa im Jahr 2000 änderte sich diese Strategie und es kam die Möglichkeit hinzu, seine E-Mails per IMAP über andere E-Mail-Programme wie z. B. Microsoft Outlook oder Netscape abzurufen. Im August 2003 wurde es, gleichzeitig mit dem Launch der AOL 8.0, möglich, via Point-to-Point-Protokoll online zu gehen. Das brachte nicht nur den Vorteil, dass jetzt Router mit AOL eingesetzt werden konnten, sondern auch die Einwahl mit Linux oder unter Windows ohne AOL-Client über das „DFÜ-Netzwerk“ stellten kein Problem mehr da.

In Deutschland nutzt AOL bei den Schmalbandinternetzugängen das Backbone von Telefónica Deutschland und bei DSL das eigene ATDN-Backbone. Entgegen dem oft verbreiteten Vorurteil ist es nicht zutreffend, dass AOL den gesamten IP-Traffic über die USA routet.

Als besondere Leistungen der AOL-Software kann man den integrierten E-Mail-Client, die Buddyliste und die automatische Verbindungssuche sehen. Darüber hinaus wurde auch die Handy Generation mit der Funktion IM2SMS nicht vergessen.AOL positioniert sich mit diesen Merkmalen als eine Plattform, die Neulingen den Einstieg in die Internet-Nutzung vereinfacht, aber auch mittlerweile Profi Usern das bietet, was gefordert wird, DFÜ Zugang und IMAP sind mittlerweile auch an AOL nicht spurlos vorbeigegangen und gehören zum Standard.

Kritik


Die propitäre AOL-Software war und ist häufig Gegenstand der Kritik, da sie als instabil und aufgebläht gilt. In den 90er Jahren wurden AOL-Mitglieder in vielen Internet-Communities deshalb oft auch als DAUs (dümmste anzunehmende User) bezeichnet, da sie im Gegensatz zu den meisten anderen Internetusern auf die Einwahl über die anfängerfreundliche Software angewiesen waren und nicht einfach die DFÜ-Fähigkeiten des Betriebssystems nutzen konnten.

Siehe auch


Weblinks


Provider | Unternehmen (USA) | Unternehmen (Hamburg) | Abkürzung | Gegründet 1988

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