Aldi-Markt Kamen.jpg]] Aldi_sued.jpg]] Aldituete.jpg Aldi ist der Kurzname der beiden weltweit operierenden deutschen Handelsunternehmen Aldi Nord und Aldi Süd (eigene Schreibweise ALDI SÜD). Sie wurden 1913 zunächst als gemeinsames Familienunternehmen in Essen gegründet und später von den Brüdern Karl Albrecht und Theo Albrecht übernommen. 1960 wurden Aldi in Nord und Süd aufgeteilt. Der Firmenname Aldi steht für Albrecht-Discount. Die Brüder führten damit die Discount-Idee in Deutschland ein und expandieren weltweit mit Erfolg.
Die Geschäftsidee der beiden Brüder Albrecht war es nun, den nunmehr überschaubar gewordenen Rabatt von 3 % von vornherein vom Preis abzuziehen. Somit war die Ware gleich billiger als bei der genossenschaftlichen Konkurrenz. Weiterhin wurde das gesamte Warensortiment rigoros zusammengestrichen. Außerdem wurde an allem gespart, was teuer war oder nur unnötige Kosten verursacht hätte: Aldi verzichtete auf aufwändige Dekoration und Ladenausstattung, strich teure Reklame und kostenintensive Frischwaren aus dem Programm. Nicht zuletzt sparte Aldi auch bei der Ladenmiete, indem die Verkaufsfläche der Läden verhältnismäßig klein gehalten wurde. Die dadurch gewonnene Kostenreduktion wurde an die Endverbraucher in Form niedrigerer Preise weitergegeben. Auch privat sparten die Albrechts alles Unnötige und Überflüssige ein.
Die beiden Konzerne sind freundschaftlich verbunden und treten gelegentlich gemeinsam auf, z. B. mit gemeinsamen Handelsmarken oder gegenüber Lieferanten. Rechtlich, organisatorisch und seit 1966 auch finanziell sind beide Konzerne völlig unabhängig.
Die Grenze zwischen Aldi Nord und Aldi Süd, auch Aldi-Äquator genannt, verläuft vom Niederrhein über Mülheim an der Ruhr, Wermelskirchen, Marburg, Siegen, Gießen nach Osten bis hinter Fulda. Ostdeutschland ist – bis auf eine Filiale im thüringischen Sonneberg – vollständig Aldi-Nord-Gebiet.
Drei von vier Haushalten kaufen bei Aldi ein. Laut einer Forsa-Umfrage kaufen 95 % der Arbeiter, 88 % der Angestellten, 84 % der Beamten und 80 % der Selbstständigen beim Discounter Aldi.
Um auf den massiven Preisdruck von Aldi zu reagieren, sind alle großen Wettbewerber dazu übergegangen, für jedes Produkt bei Aldi ein gleichartiges Produkt zum absolut gleichen Preis anzubieten. Damit soll es den Kunden ermöglicht werden, auf einen Besuch bei Aldi zu verzichten und sämtliche Güter des täglichen Bedarfs in einem Geschäft kaufen zu können und gleichzeitig auf Markenprodukte als Alternative zugreifen zu können. Dennoch hat Aldi bei den Kunden den Nimbus der Preisführerschaft noch nicht verloren. Sehr erfolgreich sind Nord und Süd im Kaffeegeschäft: Der gesamte Röstkaffee wird in eigenen Röstereien hergestellt. Aldi hat auch den größten Weinabsatz in Deutschland und ist in vielen anderen Warengruppen ebenfalls Marktführer.
Während sich in der Frühzeit der Non-Food-Bereich eher auf Textilien und Haushaltsgegenstände beschränkte, erweiterte sich das Angebot im Laufe der 1990er Jahre immer mehr auf Unterhaltungselektronik. Einen Höhepunkt erreichte die Non-Food-Sparte durch den sogenannten Aldi-PC, einen in großen Zeitabständen für den Massenmarkt eigens von Aldi in Auftrag gegebenen Personal-Computer.
Der erste Aldi-PC wurde im Frühjahr 1998 auf den Markt gebracht, zur Zeit des beginnenden Internet-Booms. Auf die ersten Aldi-PCs gab es einen regelrechten Run, da der Bedarf an Consumer-PCs auf dem Markt nicht sofort von den bisher den PC-Markt dominierenden Handelsketten gedeckt werden konnte und der Aldi-PC dank enorm hoher Absatzzahlen preisgünstig verkauft werden konnte. Besonders angesprochen waren dabei in erster Linie Familien mit unterem und mittlerem Einkommen. Doch die Angebote waren zeitweise (insbesondere in den Jahren 2003, 2004 und 2005) von derartigem Interesse geprägt, dass die sogenannten „Stangen-PCs“ nach kurzer Zeit restlos ausverkauft waren. So wurde es üblich, dass man früh morgens vor einer Aldi-Filiale Schlange stehen musste, um einen PC zu ergattern. Dies, obwohl Aldi in seinen Prospekten und in seinen Filialen ausdrücklich auf die (zahlenmäßig) sorgfältige Planung der Sonderangebote seitens des Aldi-Managements hinweist. Im Laufe der Jahre setzte auf dem PC-Markt jedoch eine Sättigung ein, die den Ansturm der Konsumenten verhaltener werden ließ.
So ließ der Run auch bei Aldi mit der Zeit nach. Denn die inzwischen hohe Sättigung an PCs in deutschen Haushalten ließ die Umsatzzahlen immer weiter zurückgehen. Mitte 2005 gingen unter Insider-Kreisen Spekulationen herum, wonach sich Aldi einen anderen Partner sucht und von seinem Vertriebs-Partner Medion zurücktreten will. Medion ist der seit Jahren gleiche Handels-Partner und Hersteller der allermeisten technischen Geräte, die es bei Aldi gibt. Medion stellt u. a. auch für Fachmärkte wie Media Markt und andere Supermarktketten (z. B. plus) elektronische Geräte her und/oder vertreibt diese. In den Aldi-Süd-Filialen werden Produkte der Firma Medion nahezu ausnahmslos (außer der PC und Bildschirme) unter der Pseudonym-Marke „Tevion“ angeboten.
Die Aldi-Gruppe ist der neuntgrößte Textilvermarkter in Deutschland; in diesem Segment setzt der Discounter - allgemein stagnierenden Verkaufszahlen im Textilbereich zum Trotze - über 1,1 Mrd. Euro pro Jahr um (2004).
Seit 2003/2004 bietet nun auch Aldi Süd in Deutschland Tabakwaren an. Aldi bietet in Deutschland seit Juli 2005 einen Online-Fotoservice, bei dem Papierabzüge von Digitalbildern nach Hause bestellt werden können.
Am 7. Dezember 2005 stieg Aldi nach guten Erfahrungen bei Hofer in Österreich auch in Deutschland ins Mobilfunkgeschäft ein. Sowohl Aldi Nord als auch Aldi Süd bieten den Kunden in Kooperation mit dem Netzbetreiber E-Plus einen günstigen Prepaid-Tarif unter dem Namen Aldi Talk an. Das Unternehmen folgt damit einem Modell des Mitbewerbers Tchibo, der mit O2 zusammenarbeitet. Wegen einer hängenden Klage wurde das komplette Mobilfunk-Angebot „Aldi Talk“ zum Jahresende 2005 hin wieder aus dem Sortiment genommen. Doch seit Anfang Februar 2006 sind die so genannten Starter-Sets sowie Guthabenkarten zum Wiederaufladen nun wieder im Dauersortiment verfügbar.
Vor einigen Jahren versuchte sich ALDI Nord in Sachen Selbstvermarktung. Zu den Angeboten des Discounters gehörten neben ALDI-Markt-Bausätzen und LKW-Modellen sogar Strandlaken in den ALDI-Farben. Der Erfolg war aber eher zweifelhaft und entbehrte nicht einer gewissen Ironie. Dennoch werden die Modelle heute zu Sammlerpreisen gehandelt.
Aldi Suisse wirbt wöchentlich in größeren Tageszeitungen mit einem einseitigen farbigen Inserat. Daneben wird im Einzugsgebiet auch wöchentlich ein rund 16-seitiges Reklameheft, welches fast ausschließlich für Non-Food-Produkte wirbt, verteilt.
Ab September 2005 bekamen die Kassen von Aldi Nord eine zusätzliche Funktion. Frischfleisch, welches kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums steht, wird an den Kassen im Preis durch Drücken einer Taste auf der Kassentastatur um 30 % reduziert. Auch hier greift der Discounter eine Idee des Mitbewerbers Lidl auf.
In der zweiten Jahreshälfte 2005 führte Aldi Nord als Rationalisierungsmaßnahme testweise Leergutautomaten ein. Aldi Süd übernahm dieses System im ersten Quartal 2006. Auch die neue Pfandregelung zwang das Unternehmen zu diesem Schritt. Die ab dem 1. Mai 2006 geltende Regelung lautet, dass jeder, der pfandhaltige Getränke vertreibt, das Leergut aller Mitbewerber anzunehmen hat, jedoch nur in den Verpackungen, die man selbst zum Verkauf anbietet.
Nach ausgiebigen Tests hat sich Aldi Nord für ein Rücknahmesystem des Herstellers Wincor Nixdorf entschieden, während Aldi Süd sich für eine Entwicklung des Herstellers Tomra Systems entschied. Bei den Tomra-Automaten kommt, ebenso wie bei den Wincor Nixdorf Geräten, ein neuartiges System zur Anwendung, bei dem die PET-Flaschen unmittelbar nach der Abgabe gepresst werden.
Aldi Nord ist zuständig für Belgien, die Niederlande, Luxemburg, Frankreich, Spanien, Portugal und Dänemark. Aldi Süd kümmert sich um die Märkte in Österreich, Großbritannien, Irland, USA, Australien, Schweiz und Slowenien. Aktuell ist weiterhin die Erschließung der Schweiz und Sloweniens. In der Schweiz wurden im Oktober 2005 die ersten Filialen eröffnet. In Ungarn ist der Markteintritt 2006 und in Griechenland ab 2007 geplant.
Während Aldi Nord seine niederländischen und belgischen Tochtergesellschaften Combi und Lansa mittlerweile in Aldi umfirmiert hat, ist Aldi Süd um regional gefärbte Marktauftritte bemüht und tritt in Deutschland explizit als Aldi Süd, in der Schweiz als Aldi Suisse und in Österreich und Slowenien als Hofer auf. Grund für diesen Namen ist die damalige Übernahme des bereits bestehenden österreichischen Discounters namens Hofer. In Österreich mischt Hofer mittels Kooperationen auch im Mobilfunk- (YESSS!) und Reise-Segment mit; Hofer-Reisen ist mittlerweile der drittgrößte Reiseveranstalter Österreichs. Aldi in europa.png
| Land | Name | Aldi-Konzern | seit | Anzahl der Filialen (ca.) |
|---|---|---|---|---|
| Deutschland | Aldi | Nord | 1946 | 2.400 |
| Aldi Süd | Süd | 1946 | 1.610 | |
| Schweiz | Aldi Suisse | Süd | 27.11.2005 | 15 |
| Österreich | Hofer | Süd | 1968 | 380 |
| Belgien | Aldi | Nord | ca. 1973 | 380 |
| Niederlande | Aldi | Nord | ca. 1975 | 405 |
| Luxemburg | Aldi | Nord | ca. 1990 | 12 |
| Frankreich | Aldi | Nord | 1988 | 680 |
| Spanien | Aldi | Nord | 2002 | 130 |
| Portugal | Aldi | Nord | 29.6.2006 | 5 |
| Dänemark | Aldi | Nord | ? | 230 |
| Slowenien | Hofer | Süd | Dez. 2005 | 12 |
| Vereinigtes Königreich | Aldi Süd | Süd | 1989 | 310 |
| Irland | Aldi Süd | Süd | 1998 | 34 |
| USA | Aldi Süd | Süd | 1976 | 805 |
| Australien | Aldi Süd | Süd | Jan. 2001 | 123 |
Im Mannheimer Stadtteil Waldhof führt Aldi Süd zudem ein neues Marktkonzept mit dem Namen 1001 Gelegenheit. Dort werden bisher nicht abgesetzte Schnäppchenprodukte (Aldi-Aktionsware) zu nochmals stark ermäßigten Preisen verkauft.
Weiterhin wird die amerikanische Supermarktkette Trader Joe's (bestehend seit 1979) vom Aldi-Nord-Inhaber Theo Albrecht, völlig unabhängig vom normalen Aldi-Konzept und den amerikanischen Aldi-Süd-Filialen, betrieben.
Weiterhin ist die Vergütung für alle Beschäftigungsgruppen überdurchschnittlich gut. Gezahlt wird grundsätzlich Tarifgehalt zuzüglich Leistungsprämien. Hinzu kommen ein volles 13. Gehalt zum Jahresende (tarifl: 62,5%), Urlaubsgeld (ein halbes Gehalt) sowie Fahrgelderstattungen und vermögenswirksame Leistungen. Auch unterstützt Aldi Nord die Hamburger Pensionskasse.
Dafür erwartet Aldi allerdings auch überdurchschnittliche Leistungen seiner Mitarbeiter. Auch übt Aldi einen extremen Preisdruck auf seine Zulieferer aus; Aldi erwartet von seinen Lieferanten hingegen keine Zugeständnisse bei sinkenden Verkaufspreisen oder Werbekostenzuschüsse, Jubiläums-Rabatte oder Logistik-Optimierungsrabatte, wie in der Branche üblich. Weiter wird Aldi wegen seines unökologischen Angebots billiger Garnelen auf Kosten der Mangrovenwälder kritisiert (Robin Wood 97/1).
Handelskette | Unternehmen (Essen) | Unternehmen (Mülheim an der Ruhr) | Wort des Jahres | Kofferwort | Abkürzung | Gegründet 1913
ALDI | ALDI | Aldi | Aldi | ALDI | Aldi | Aldi | ALDI | Aldi | Aldi | ALDI