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Gelber Engel fcm.jpg Der ADAC, vollständig Allgemeiner Deutscher Automobil-Club e.V., ist Deutschlands größter Verkehrsclub mit Sitz in München. Er hatte im Januar 2006 genau 15.467.489 Mitglieder. Der ADAC ist auch ein bedeutendes Wirtschaftsunternehmen mit einem Gesamtumsatz von (2004) rund 1,5 Milliarden Euro jährlich. Die monatlich erscheinende Mitgliederzeitschrift ADACmotorwelt ist die auflagenstärkste Zeitschrift Europas.

Der ADAC ist der größte Automobilclub im deutschsprachigen Raum, die anderen sind der Automobilclub von Deutschland (AvD), der Verkehrsclub Deutschland (VCD) (dieser richtet sich allgemein an umweltbewusste Verkehrsteilnehmer, ist also kein reiner Automobilclub) und der Auto Club Europa (ACE); daneben gibt es noch einige kleinere Automobilclubs im deutschsprachigen Raum.

Der Verein nimmt für sich in Anspruch, die Interessen deutscher Auto-, Motorrad- und Bootfahrer zu vertreten. Neben seiner Lobbytätigkeit in der Politik bietet der ADAC Dienstleistungen an und produziert Stadtpläne sowie Straßenkarten. Außerdem betreibt er mehrere Fahrsicherheitszentren.

Eine der wesentlichen Dienstleistungen des ADAC ist die Pannenhilfe. Wegen der gelben Wagenfarbe werden die Pannenhelfer auch mit dem Spitznamen „Gelber Engel“ tituliert.

Geschichte


Der ADAC wurde am 24. Mai 1903 in Stuttgart als "Deutsche Motorradfahrer-Vereinigung" gegründet und 1911 in den "Allgemeinen Deutschen Automobil-Club" (ADAC) umgewandelt. Während des Nationalsozialismus wurden alle Kraftfahrer-Vereine und Automobilclubs in den "Deutschen Automobil-Club" (DDAC) überführt, der neben dem NSKK bestand. Eine Schau für das Volk - nicht mehr ... eine Ausstellung für die bürgerlichen, wohlhabenden Schichten. Volkskraftfahrt - das ist Kraftfahrt im Geist des Führers! titelte man zur Automobilausstellung 1934. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der ADAC zunächst 1946 in Bayern wieder gegründet und ab 1948 auch in den übrigen westlichen Besatzungszonen zugelassen.

Im Jahr 2003 feierte der Verein seinen 100. Geburtstag.

An der Spitze des Vereins steht ein Präsident (früher 1. Vorsitzender). Folgende Personen hatten seit 1903 dieses Amt inne:

  • 1903 - 1905: Emil Schmolz
  • 1905 - 1925: Josef Bruckmayer
  • 1926 - 1932: Carl Fritz
  • 1933: Hermann Fulle *)
  • 1946 - 1948: Ludwig Sporer
  • 1948 - 1953: Hans Meyer-Seebohm
  • 1953 - 1964: Werner Endress
  • 1964 - 1972: Hans Bretz
  • 1972 - 1989: Franz Stadler
  • 1989 - 2001: Otto Flimm
  • 2001 - heute: Peter Meyer

 *) Letzter freier Präsident vor der Eingliederung in den DDAC

Struktur und Zahlen


Europa2.jpg Der ADAC gliedert sich in 18 (nach anderen Zählweisen 17 oder 15) Regionalclubs, die lange Zeit Gaue genannt wurden.

Auf unterster Ebene gibt es auch ca. 1800 Ortsclubs, die in der Regel Motorsportvereine sind.

Das ehrenamtliche achtköpfige Präsidium des ADAC wird jährlich auf der Hauptversammlung gewählt. Das Präsidium hat einen Präsidenten als Sprecher, derzeit ist dies Peter Meyer. Das Präsidium bildet zusammen mit den Vorsitzenden der Regionalclubs den Verwaltungsrat. Die Hauptversammlung wird aus Delegierten der Regionalclubs und den Mitgliedern aus dem Verwaltungsrat und dem Präsidium gebildet. Je angefangene 100.000 ordentliche Mitglieder eines Regionalclubs wird ein Vertreter entsandt.

Fünf fest angestellte Geschäftsführer leiten das Tagesgeschäft des Vereins.

Der ADAC e.V. München hatte 2004 ein Eigenkapital von 713 Mio. Euro und beschäftigte 3335 Mitarbeiter. Über Mitgliedsbeiträge nahm er 326 Mio. Euro ein. Die Regionalclubs hatten zusätzlich ein Eigenkapital von 651 Mio. Euro, weitere 2417 Beschäftigte und Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen von 191 Millionen Euro.

Über die ADAC Beteiligungs- und Wirtschaftsdienst GmbH gehören dem ADAC eine Reihe von Tochterfirmen. Der Gesamtumsatz dieser GmbH betrug 818 Millionen Euro im Jahre 2004, das Eigenkapital wurde auf 250 Mio. Euro beziffert und es wurden 1780 Mitarbeiter beschäftigt. Die Geschäfte gliedern sich in die strategischen Bereiche Versicherungen, Verlagsgeschäft, Luftfahrtunternehmungen und Sonstiges. In Halle (Saale) betreibt die Tochterfirma DLC ein Callcenter für europaweite Pannenhilfe.

Die direkte ADAC Tochter ADAC Luftrettung gGmbH mit einem Eigenkapital von 52 Mio. Euro und 136 Mitarbeitern, 45 Rettungs- und Intensivtransport-Hubschrauber und 28 Luftrettungsstationen hatte 2005 einen Umsatz von 40 Mio. Euro. Insgesamt besitzt der ADAC fünf Luftfahrtunternehmen. Neben der ADAC Luftrettung gGmbH betreibt der ADAC den Aerodienst Nürnberg zum Rücktransport erkrankter oder verunfallter Personen aus dem Ausland (mittels umgerüsteter Privatjets). Weitere Unternehmen sind Air Lloyd Luftfahrt Technik und Elbe Helicopter.

Der ADAC muss nur auf 10 % seiner Mitgliedsbeiträge Umsatzsteuer abführen, weil das zuständige bayrische Finanzministerium festgelegt hat, dass der ADAC nur zu 10 % gewerblich tätig ist. Dieser Prozentsatz erscheint vor dem Hintergrund der in den letzten Jahren massiv ausgeweiteten wirtschaftlichen Aktivitäten des ADAC vor allem im Bereich Versicherungen und Finanzdienstleistungen allerdings als diskussionswürdig. Hier setzt auch die Kritik an dem wirtschaftlichen Status des ADAC an, welche von Fachjournalisten und z. T. auch von Politikern der SPD und der Grünen wiederholt geäußert wurde. Der Vereinsstatus beschert dem ADAC nämlich viele Vorteile, u. a. dass er kein Kontrollgremium in Form eines Aufsichtsrats einsetzen muss. "Eine Hand voll Funktionäre steuert weitgehend unkontrolliert die Geschäfte", so beispielsweise das Urteil eines Artikels im "Manager Magazin" aus dem Jahr 2004.

Politik


Seine Lobbytätigkeit ist auf Mobilität und insbesondere das Auto ausgerichtet.

1974 prägte der ADAC den Begriff „Freie Fahrt für freie Bürger“ (Autoaufkleberaktion, dpa vom 28. Februar 1974). Diese Aktion zog eine Protestwelle und viele Austritte nach sich, da sich viele Mitglieder mit der aggressiven Pro-Autopolitik des Vereins nicht einverstanden erklärten. Dabei ist aber zu bedenken, dass der ADAC keineswegs nur die Interessen der in ihm organisierten Autofahrer vertritt, sondern auch die Interessen ihm nahestehender Organisationen und Unternehmen wie der Automobilindustrie, Sachverständigen und Fahrschulen.

Zentrale Themen beim ADAC sind zum Beispiel die Ökosteuer, Tempolimits auf Autobahnen oder die Sicherheit von Tunnels und Autofähren. Der Öffentliche Personennahverkehr spielt nur insoweit eine Rolle, als er sich mit dem motorisierten Individualverkehr verzahnt.

Daneben engagiert sich der ADAC für den Automobil-Tourismus: Im Zuge der Wiedervereinigung beteiligte sich der ADAC gemeinsam mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und dem Deutschen Tourismusverband an der Ausweisung der insgesamt rund 2500 Kilometer langen Deutschen Alleenstraße.

In aktuellen Pressemeldungen äußert sich der ADAC betont kritisch zum Thema "Führerscheintourismus", und fordert eine baldige Harmonisierung des Fahrerlaubnisrechts in Europa (vgl. „Führerscheintourismus“ gefährdet Verkehrssicherheit).

Pannenhilfezentralen "Gelbe Engel"


  • Süd: Otto-Lilienthal-Straße 2, 86899 Landsberg am Lech (mit Technikzentrum)
  • Mitte: Nordring 3, 64521 Groß-Gerau
  • West: Kieler Straße 8, 41540 Dormagen
  • Nord: Kurt-A.-Körber Chaussee 66, 21033 Hamburg
  • Ost: Lindenweg 2, 14974 Genshagen

Weblinks


Deutsche Organisation | Interessenverband (Verkehr) | Lobbyismus | Verein | Abkürzung | Gegründet 1903

ADAC | ADAC | ADAC

 

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