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Die ABC-Analyse als betriebswirtschaftliches Mittel zur Planung und Entscheidungsfindung unterteilt Objekte in drei Klassen von A, B und C Objekten. Sie ist die einfachste Methode der Priorisierung von Problemen. Sie wird beispielsweise dazu verwendet den Materialverbrauch anteilig zu ermitteln und zu gruppieren. Der Aufbau besteht in der Regel aus zweidimensonalen Wertepaaren. Diese Wertepaare werden dann kumuliert und in Klassen eingeordnet. Anhand dieser Einordnung kann man sich ein grobes Bild der IST-Situation verschaffen und weitere Vorgehensweisen ableiten. Die ABC-Analyse findet eine breite Anwendung inner- und außerhalb der Betriebswirtschaft und ist weit verbreitet.

Beispiele:

  1. Kunden - Umsatz
  2. Artikel - Bestand (Anzahl)
  3. Ressourcen - Kosten
  4. Kosten - Nutzen

Durschnittlicher Jahresverbrauch der Materialkosten

A - ca. 70%
B - ca. 20%
C - ca. 10%

Erläuterungen


Mit der ABC-Analyse ist es möglich,

  1. das "Wesentliche" vom "Unwesentlichen" zu trennen
  2. Rationalisierungsschwerpunkte zu setzen
  3. unwirtschaftliche Anstrengungen zu vermeiden
  4. die Wirtschaftlichkeit zu steigern.

Die ABC-Analyse ist ein Ordnungsverfahren zur Klassifizierung einer großen Anzahl von Daten (Erzeugnisse, Kunden oder Prozesse). Die gängige Aufteilung sieht die Bildung jeweils einer A-, B- und C-Klasse vor, woher das Verfahren seinen Namen hat. Die Einteilung in drei Klassen ist jedoch nicht zwingend erforderlich. Die Anzahl der zu bildenden Klassen hängt vielmehr von den darauf folgenden unterschiedlichen Behandlungen der einzelnen Gruppen ab. Werden zwei oder mehrere Gruppen später gleich behandelt, ist eine Unterteilung nicht sinnvoll.

Als idealtypisch gilt die so genannte Pareto-Verteilung (Pareto-Prinzip: nach Vilfredo Pareto, Italien 1848 - 1923, Entdecker dieses Prinzips) | 80/20-Regel, d.h. zum Beispiel im Fall der Kundenbewertung (Kundenwert): mit lediglich 20 % der Kunden werden bereits 80 % des Umsatzes erzielt (A-Kunden = hohe Bedeutung), 30 % der Kunden bringen 15 % des Umsatzes (B-Kunden = mittlere Bedeutung) und von 50 % der Kunden kommen nur 5 % des Umsatzes (C-Kunden = geringe Bedeutung). Die Ergebnisse des Pareto-Ansatzes werden allerdings in der Realität seltenst erreicht. Eine solche, idealtypische Verteilung beasiert auf Lehrbüchern und wird gerne als Rechenbeispiel angeführt. Zur genauen Gruppierung der verschiedenen Klassen werden in der Wirtschaft häufig Clusteranalysen durchgeführt.

Die ABC-Analyse verschafft dem Disponenten einen Überblick über die Zusammensetzung des Warenlagers, indem die Waren in A-, B-, und C-Güter eingeteilt werden. Daraus kann man dann erkennen bei welchen Produkten es sich lohnt weitere Handlungen durchzuführen. Ziel ist die Erhöhung der Wirtschaftlichkeit, indem die Zins- und Lagerkosten gesenkt werden.

A-Güter haben einen wertmäßig hohen Anteil am Gesamtbeschaffungsvolumen.

Anderes Beispiel: Der A-Gruppe werden Güter zugeordnet, deren jeweiliger Anteil am Gesamtwert über 15 Prozent liegt. Bei der Beschaffung der A-Güter ist besonders auf günstige Preise sowie Liefer- und Zahlungsbedingungen zu achten. Bei der B-Gruppe werden beispielsweise die Güter zugeordnet, deren jeweiliger Anteil am Gesamtwert über 5 Prozent liegt; die übrigen Güter gehören zur C-Gruppe.

Für eine entscheidungsorientierte Abgrenzung der einzelnen Gruppen ist es jedoch erforderlich, die ökonomischen Konsequenzen der Zuordnung eines Artikels zu einer Klasse zu quantifizieren. So wäre es möglich, für jede Klasse ein Verfahren der Bedarfsplanung festzulegen und dann jeden Artikel derjenigen Klasse zuzuordnen, bei der die von der Klassenzugehörigkeit abhängigen Kosten minimal werden. Eine solche Vorgehensweise scheitert jedoch oft daran, dass die ökonomischen Konsequenzen der Zuordnung eines Artikels zu einer Klasse nicht ermittelt werden können. Dies liegt an der Schwierigkeit, den Nutzen zu quantifizieren, der durch den Einsatz eines Prognoseverfahrens oder einer bestimmten Behandlung entsteht, und an dem Problem, die Kosten der Verfahrensanwendung exakt zu bewerten.

Anwendungsbereiche


Das Einsatzgebiet der ABC-Analyse ist vielfältig; so werden Kunden nach ihrem Umsatzanteil oder anteiligen Deckungsbeitrag, Produkte nach ihren Verkaufszahlen bzw. ihrer Drehgeschwindigkeit oder Lieferanten nach ihrem Einkaufsvolumen klassifiziert. Auch in der Lagerhaltung werden mit Hilfe dieses Verfahrens A-, B- und C-Plätze identifiziert - je nach Zugriffshäufigkeit. In der Materialwirtschaft können mit Hilfe der ABC-Analyse Baugruppen und Einzelteile nach ihrem Wert klassifiziert werden. Hierzu können Herstellkosten/Einstandspreis oder besser der durchschnittliche Bestandswert herangezogen werden.

Beispiel


Eine ABC-Analyse kann mit jeder Tabellenkalkulation durchgeführt werden. Im Folgenden wird das grundlegende Vorgehen anhand von einigen zufällig generierten Daten demonstriert. Zunächst benötigt man folgende Daten:

  • Artikelnummer (damit eine spätere Zuordnung erfolgen kann)
  • Preis pro Einheit
  • Jahresbedarf

Nr. Preis/Tonne Jahresbedarf in kg
1 305,04 185.609
2 176,24 28.281
3 335,71 101.614

Nun werden die Jahreswerte \left( \frac{Preis \cdot Menge}{1000} \right) sowie die anteilige Menge und der anteilige Wert jedes Artikels berechnet \left( \frac{Menge}{Spaltensumme}\cdot 100 \right) bzw. \left( \frac{Wert}{Spaltensumme}\cdot 100 \right) und die Daten anschließend nach ihrem Wertanteil absteigend sortiert. Darauf aufbauend können die kumulierten Mengen und Anteile (jeweils in prozentualen Anteilen angegeben) bestimmt werden, die dann die Ausgangsdaten für die eigentliche Analyse darstellen.

Nr. Preis/Tonne Jahresbedarf in kg EUR/p.a. anteil. Menge anteil. Wert kum. Menge kum. Wert Klasse
1 305,04 185.609 56.618,17 59% 59,2% 59% 59,2% A
3 335,71 101.614 34.112,84 32% 35,6% 91% 94,8% A
2 176,24 28.281 4.984,24 9% 5,2% 100% 100% C

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Vor- und Nachteile


Die ABC-Analyse bietet allerdings nur ein Bild der IST-Situation. Daraus müssen erst Handlungsanleitungen entwickelt werden. Sind die wesentlichen von den weniger bedeutenden Artikeln oder Kunden getrennt, können zielgerichtete Maßnahmen entwickelt und strategisch eingesetzt werden.

Die Vorteile der ABC-Analyse liegen besonders in folgenden Punkten:

  1. Analyse komplexer Probleme mit einem vertretbaren Aufwand durch die Beschränkung auf die wesentlichen Faktoren.
  2. Einfache Anwendbarkeit
  3. Methodeneinsatz ist vom Untersuchungsgegenstand unabhängig
  4. Sehr übersichtliche und graphische Darstellung der Ergebnisse möglich.

Als nachteilig können sich beim Einsatz der ABC-Analyse folgende Punkte erweisen:

  1. '''Sehr grobe Einteilung in drei Klassen
  2. Einseitige Ausrichtung auf ein Kriterium
  3. Es werden keine qualitativen Faktoren berücksichtigt
  4. Bereitstellung konsistenter Daten als Voraussetzung.'''

Betriebswirtschaftslehre

 

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