| ABBA | |||||||||||||||||||||||||||||||
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| Abba logo.jpg | - bgcolor="#FFFFFF" | Gründung: | Anfang der 70er Jahre | - bgcolor="#FFFFFF" | Auflösung: | 1982 | - bgcolor="#FFFFFF" | Genre: | Pop | - bgcolor="#FFFFFF" | Herkunft: | Schweden | - bgcolor="#FFFFFF" | Website: | abbasite.com | - | Mitglieder | - bgcolor="#FFFFFF" | Gesang: | Agnetha Fältskog | - bgcolor="#FFFFFF" | Gesang: | Anni-Frid (Frida) Lyngstad | - bgcolor="#FFFFFF" | Gesang und Text: | Benny Andersson | - bgcolor="#FFFFFF" | Gesang und Text: | Björn Ulvaeus | ||
ABBA war eine vierköpfige schwedische Popgruppe der 70-er und 80-er Jahre des 20. Jahrhunderts und eine der weltweit kommerziell erfolgreichsten Popgruppen dieser Zeit.
Die Band formierte sich in den frühen 70-er Jahren und schaffte ihren internationalen Durchbruch 1974 durch den ersten Platz mit dem Titel „Waterloo“ beim Eurovision Song Contest. Besonders charakteristisch für die Gruppe waren zu dieser Zeit ausgefallene, bunt-poppige Kostüme, die die Musiker während ihrer Auftritte und in ihren Musikvideos trugen. Vor allem Mitte der 70-er Jahre, in denen Hits wie „S. O. S.“, „Mamma Mia“, „Fernando“ und „Dancing Queen“ entstanden sind, galten ABBA wegen ihrer aufwändigen und ausgefeilten Musikproduktionen als die Mitbegründer einer neuen internationalen Popmusik.
Nach etwa zehnjährigem Bestehen trennten sich 1982 die Wege der Bandmitglieder.
Fältskog und Ulvaeus waren von 1971 bis 1980, Lyngstad und Andersson von 1978 bis 1981 miteinander verheiratet.
Andersson war seit 1969 mit Anni-Frid Lyngstad verlobt, einer in Schweden ebenfalls bekannten, wenn auch weniger erfolgreichen Jazz-Sängerin.
Agnetha Fältskog war eine seit dem Jahr 1968 in Schweden sehr erfolgreiche Sängerin und Komponistin. Bis zur Gründung von ABBA nahm sie vier Solo-Alben in schwedischer Sprache auf und veröffentlichte zudem acht deutschsprachige Singles. Ferner sang sie die Rolle der Maria Magdalena in der schwedischen Version des Musicals Jesus Christ Superstar. Während eines Fernsehauftritts lernte sie 1968 Björn Ulvaeus kennen. Drei Jahre später heirateten Fältskog und Ulvaeus.
In dieser Zeit spielten Andersson und Ulvaeus gemeinsam auf verschiedenen Musikfestivals in Skandinavien und traten dabei mehrfach mit dem schwedischen Gesangsduo Svenne & Lotta auf. Außerdem produzierten die beiden für die Künstlerin Brita Borg den Song „Ljuva Sextital“ und ihre erste gemeinsame Single „She's My Kind Of Girl“.
Ihre erste gemeinsame Schallplatte (LP) Lycka („Glück“) nahmen Andersson und Ulvaeus 1970 bei Stig Andersons Plattenfirma Polar Music auf, bei der auch die Hootenanny Singers unter Vertrag standen. Mit dieser LP-Produktion begann auch die Zusammenarbeit mit dem Toningenieur Michael B. Tretow, der später maßgeblich an der Soundentwicklung von ABBA beteiligt war. Unterstützt wurden Andersson und Ulvaeus bei einigen Aufnahmen bereits von ihren Lebensgefährtinnen Agnetha Fältskog und Anni-Frid Lyngstad, die verschiedene Backing Vocals sangen. So gilt der auch auf Single veröffentlichte Song „Hej Gamle Man!“ („Hallo, alter Mann!“) als das erste Musiksstück, auf dem alle vier Mitglieder von ABBA zu hören sind. Auf dessen Cover sowie auf dem Album Lycka sind aber nur „Björn Ulvaeus & Benny Andersson“ genannt. Nachdem das Album Lycka in Schweden in die Hitparade gelangte, planten Ulvaeus und Andersson, gemeinsam mit ihren Partnerinnen auch einen englischen Pop-Song aufzunehmen.
Um im deutschen Markt höhere Verkaufszahlen zu erreichen, nahmen sie – wie zu dieser Zeit auch bei anderen internationalen Künstlern üblich – einige ihrer Titel mit deutschen Texten auf. Aber diese Songs konnten sich nicht erfolgreich in den Chartlisten platzieren.
Die nachfolgenden Singles „Honey, Honey“, „So Long“ und „I Do, I Do, I Do, I Do, I Do“ waren aber nur noch in Skandinavien, Belgien, den Niederlanden und in Australien erfolgreich. „I Do, I Do, I Do, I Do, I Do“ gelangte in Australien sogar auf den ersten Platz in der Hitparade. Auf dem britischen Markt fanden diese Singles jedoch keine große Resonanz. Schließlich galten die Gewinner des „Grand Prix“ dort allgemein als „musikalische Eintagsfliegen“. Und auch auf ihrer ersten größeren Europa-Tournee 1974, bei der sie u. a. in sieben deutschen Städten gastierten, war die Resonanz beim Publikum überwiegend zurückhaltend, so dass der erhoffte Erfolg außerhalb Skandinaviens zunächst noch weitgehend ausblieb.
In Schweden waren sie weiterhin sehr populär, dennoch arbeitete keiner von ihnen ausschließlich in diesem Gruppenverband. Alle Musiker hielten sich weitere Optionen für ihre Karriere offen. So veröffentlichten Fältskog und Lyngstad 1975 jeweils ein schwedisches Solo-Album.
Die dritte Gruppen-LP mit dem schlichten Titel ABBA war zunächst ein „Ladenhüter“ und es schien, als würde ABBA der entscheidende Durchbruch nicht mehr gelingen. Dann wurde entschieden, eine dritte Single aus dem Album auszukoppeln. So erschien im Sommer 1975 die Single „S. O. S.“. Dieser Titel erreichte u. A. den 6. Platz der Charts in Großbritannien und Platz 1 in Deutschland. In Australien gefiel besonders „Mamma Mia“ – ein weiteres Lied dieser Platte, das auf Drängen des australischen Platten-Labels RCA schließlich als Single veröffentlicht wurde. Mit diesem Song schafften ABBA es auch wieder, sich an der Spitze der britischen Charts und der vieler anderer Länder zu platzieren. Dabei fand auch das auf der B-Seite veröffentlichte Instrumentalstück „Intermezzo No. 1“ international große Beachtung.
Im Herbst 1976 brachte die Gruppe mit Arrival ihr viertes Album auf den Markt. Dieses Album sowie die drei ausgekoppelten Singles „Dancing Queen“, „Money, Money, Money“ und „Knowing Me, Knowing You“ erreichten in vielen Ländern erneut den ersten Platz der Hitparaden. „Dancing Queen“, ein Song , dessen Uraufführung am Vorabend der Hochzeit des schwedischen Königs Carl Gustav und seiner Verlobten Silvia zu deren Ehren im schwedischen Fernsehen war, erreichte als erster und einziger ABBA-Titel die Spitze der US-amerikanischen Hitparade. Das Album Arrival war so erfolgreich, dass beispielsweise Polen das Kontingent von 800.000 Schallplatten mit „Westmusik“, die jährlich importiert werden durften, nur für dieses eine Album verwendete. ABBA reiste extra für eine Fernseh-Dokumentation nach Polen, um das Album vorzustellen.
Einen weiteren Höhepunkt ihrer Karriere erreichten ABBA 1977: Ihre Platten verkauften sich weltweit mit sehr großem Erfolg, und ihre Tourneen durch Europa und Australien waren ausverkauft. Parallel entstand der Spielfilm ABBA – The Movie, in dem neben der Haupthandlung um den Reporter Ashley auch viele Konzertmitschnitte aus Australien zu sehen sind.
Als die Gruppe von dieser Tournee nach Schweden zurückkehrte, widmeten sich die Mitglieder vor allem der Komposition neuer Lieder. Im Sommer und Herbst 1977 wurde das fünfte Album The Album aufgenommen. Die Aufnahmen wurden im September kurzzeitig unterbrochen, um eine drohende Frühgeburt bei Fältskog zu vermeiden, die zum zweiten Mal schwanger war. Während Arrival ein typisches Pop-Album mit Disco-Klängen gewesen war, fanden sich auf dem neuen Album „reifere“ Songs. Die Singles waren neben „Eagle“, dem mit einer Spieldauer von 5 Minuten und 51 Sekunden in der LP-Version längsten ABBA-Song, „The Name Of The Game“ und „Take A Chance On Me“. Letzterer belegte Platz 3 der US-amerikanischen Charts und ist damit nach „Dancing Queen“ der Titel, der sich dort am zweithöchsten platzieren konnte. Ein weiterer und mittlerweile zur Hymne gewordener Titel von diesem Album ist „Thank You For The Music“.
Noch immer waren ABBA kommerziell sehr erfolgreich und im Herbst 1978 heirateten Lyngstad und Andersson. Aber die Ehe von Fältskog und Ulvaeus geriet zunehmend in eine Krise. Fältskog wollte sich nach der Geburt ihres Sohnes Christian im Dezember 1977 mehr um ihre Familie kümmern, während Ulvaeus auf keinen Fall ABBA vernachlässigen wollte. Diese und andere Differenzen führten dazu, dass sich die beiden immer mehr auseinander lebten. So verließ Fältskog Weihnachten 1978 mit ihren Kindern ihre und Ulvaeus' gemeinsame Villa und zog in das nahe gelegene „Gästehaus“ von Polar-Music. Trotz einer Paartherapie im Sommer 1978 entschlossen sich Fältskog und Ulvaeus zur Scheidung, die im Juli 1980 erfolgte.
Vorerst hatte die Trennung von Ulvaeus und Fältskog aber keine Auswirkungen auf den Fortbestand der Gruppe. Bereits seit dem Frühjahr 1978 nahmen ABBA verschiedene Stücke und Melodien für ein neues Album auf. In dieser Zeit wurden sehr viele Stücke komponiert und produziert, im letzten Moment aber doch wieder verworfen.
Im Frühjahr 1979 erschien mit Voulez-Vous ABBAs sechstes Album. Diese Platte enthielt acht Lieder, die den damaligen Vorstellungen eines Disco-Songs entsprachen. Nur die Lieder „Chiquitita“ und „I Have A Dream“ waren Pop-Balladen. Als erste Single erschien der Song „Chiquitita“, den sie am 8. Januar 1979 auf einer UNICEF-Gala in New York (USA) offiziell vorstellten. Die gesamten Einnahmen aus dem Verkauf dieser Single spendeten ABBA an UNICEF, und bis heute werden alle Einnahmen, die das Lied einspielt, an UNICEF weitergeführt.
Im Herbst 1979 begab sich die Gruppe auf eine weitere große Tournee, die sie nach Europa, Amerika und im Frühjahr 1980 auch noch nach Japan führte. Auch wenn sie dabei überall ausverkaufte Konzertarenen hatten und vor enthusiastischen Fans spielten, äußerte vor allem Fältskog ein zunehmendes Desinteresse an den Auftritten und vielfältigen Aktivitäten der Gruppe.
Während Anfang 1980 Andersson und Ulvaeus neue Lieder komponierten, nahmen Fältskog und Lyngstad acht spanische Versionen bekannter englischer ABBA-Songs auf, da „Chiquitita“ und „I Have A Dream“ bereits 1979 auf Spanisch veröffentlicht worden waren und sich hervorragend in Lateinamerika verkauft hatten. Alle zehn Songs wurden auf einem Album mit dem Titel Gracias Por La Música veröffentlicht. Im weiteren Verlauf des Jahres widmeten sich ABBA den Aufnahmen neuer Songs für ihr nächstes Album Super Trouper. Die Aufnahmen gingen vergleichsweise zügig voran, und im Spätsommer erschien mit „The Winner Takes It All“ vorab die erste Single dieses Albums. Das von Ulvaeus geschriebene und von Fältskog gesungene Stück wird allgemein als Versuch interpretiert, ihre Scheidung zu verarbeiten.
Bis zum Erscheinen des Samplers ABBA – Gold im Jahr 1992 blieb das Super Trouper-Album das erfolgreichste Album der Gruppe (10 Millionen Kopien). Auch die gleichnamige Single-Auskopplung war in vielen Ländern ein Nummer-Eins-Hit.
Auch Ulvaeus heiratete wenige Monate nach der Scheidung von Fältskog seine neue Lebenspartnerin Lena Källersjö, mit der er bereits seit Silvester 1978 zusammen lebte. Die erste gemeinsame Tochter Emma wurde im Januar 1982 geboren.
Parallel zu ihren Trennungsphasen begannen ABBA die Aufnahmen zum achten und letzten Album The Visitors. Im Vergleich zum vorherigen Album verliefen die Aufnahmen schleppend, und als die LP Ende 1981 auf den Markt kam, waren viele Käufer überrascht. Mit diesem Album hatten ABBA ihren früheren und Erfolg bringenden Musikstil verlassen. Die neun Stücke dieses Albums klangen „schwermütig, kalt und düster“, die Texte waren tiefgründig, und auch die Lieder mit poppiger Melodieführung hatten einen melancholischen Unterton.
Kein einziges Lied auf dem Album wurde von Fältskog und Lyngstad gemeinsam gesungen, lediglich im Refrain einiger Lieder sind beide zu hören. Mit „Like An Angel Passing Through My Room“ wurde erstmals ein Song komplett von Lyngstad alleine gesungen. „Slipping Through My Fingers“ ist laut Ulvaeus das einzig wirklich autobiographische Lied, das er je komponiert hat. Es ist seiner Tochter Linda gewidmet.
Das Album The Visitors belegte – wie seit Arrival jede LP zuvor – den ersten Platz der Album-Charts, konnte aber nicht mehr die Verkaufszahlen der Vorgänger-Alben erreichen.
ABBA gingen 1982 ein weiteres Mal als Gruppe ins Studio, um ein neuntes Album aufzunehmen. Doch schnell verließ die vier die Lust an dem Projekt. Vor der Sommerpause waren lediglich drei Stücke aufgenommen: „Just Like That“, „You Owe Me One“ und „I Am The City“. In diesen Aufnahmen kam ihr bisheriger Musikstil wieder mehr zum Ausdruck. Es gab mehr gemeinsame Liedpassagen, und die Songs waren alle wieder etwas „fröhlicher“.
Parallel nahm Lyngstad ihr erstes englisches Solo-Album mit Phil Collins als Produzent auf. Fältskog spielte in dem schwedischen Film „Raskenstam“ mit. Andersson und Ulvaeus planten, gemeinsam ein Musical zu komponieren.
Dennoch trafen sich die vier Mitglieder von ABBA Ende 1982 noch einmal im Studio, um drei weitere Songs aufzunehmen: „Under Attack“, „Cassandra“ und „The Day Before You Came“. Der erste und dritte Song erschienen auf dem Album The Singles – The First Ten Years und wurden als Single ausgekoppelt, „Cassandra“ und „You Owe Me One“ wurden als B-Seiten der beiden Singles genutzt. „I Am The City“ wurde erst 1993 auf der Compilation More ABBA Gold veröffentlicht, „Just Like That“ blieb bis heute unveröffentlicht, ist aber als Ausschnitt in dem Medley ABBA Undeleted enthalten, das der Toningenieur der Gruppe, Michael B. Tretow, 1994 für die CD-Box ABBA – Thank You For The Music zusammenstellte. (Siehe dazu auch die Sektion Unveröffentlichte ABBA-Songs.)
Am 11. Dezember 1982 traten ABBA ein letztes Mal gemeinsam in der britischen Fernsehsendung „The Late Late Breakfast Show“ auf. Allerdings wurden ABBA via Satellit zugeschaltet, da die Gruppe in Stockholm war. ABBA sangen ihre Hits „Thank You For The Music“, „I Have A Dream“ und „Under Attack“.
Im Interview verkündeten sie „eine Pause“, was rückblickend jedoch als die Trennung der Band angesehen werden kann. Denn danach gingen die vier Musiker ihre eigenen Wege und hatten seitdem nur noch einen gemeinsamen Auftritt als ABBA.
ABBA haben sich bis heute nicht wieder zu einem gemeinsamen Projekt entschlossen.
Im Laufe der – auch finanziell – sehr erfolgreichen Jahre bauten die vier Schweden und ihr Manager Stig Anderson einen kaum überschaubaren Mischkonzern mit unterschiedlichen Firmen, Firmenbeteiligungen und anderen Kapitalinvestitionen auf, der auch häufig das „ABBA-Imperium“ genannt wurde. Bereits kurz nach der Trennung der Band erfolgte für dieses Unternehmen durch oberflächliche und teilweise nicht kontrollierte Geschäftsführung sowie durch unseriöses Finanz-Management (u. a. Steuernachforderungen, spekulative Kreditaufnahmen, zweifelhafte Börsenspekulationen) eine massive Krise mit hohen finanziellen Verlusten auch für Fältskog, Andersson, Ulvaeus und ihren Manager Anderson. Als einzige blieb Lyngstad weitgehend schadlos, da sie ihre Firmenanteile unmittelbar nach ihrer Trennung von ABBA bereits verkauft hatte.
(muss noch formuliert werden)
In ihrer aktiven Zeit konnten sich ABBA allein in Deutschland mit 26 Songs in den Charts platzieren. Davon erreichten 21 Songs „Top 10“-Platzierungen und 9 Hits – davon 6 Songs hintereinander – erreichten den ersten Platz in den deutschen Charts.
Die ausführliche Diskografie der Alben und Singles der Popgruppe ABBA (inklusive der Chartplatzierungen) sowie eine Aufstellung der Spielfilme, in denen ABBA-Musik zu hören ist, steht im Hauptartikel ABBA/Diskografie.
Eine ausführliche Aufstellung mit Cover-Versionen und Instrumental-Versionen der ABBA-Musik sowie Informationen zu den aktiven Tribute-Bands steht im Hauptartikel Coverversionen von ABBA-Songs.
Der allererste Auftritt im deutschen Fernsehen war am 6. Januar 1973 in der Musiksendung Disco: Ilja Richter stellte die unbekannte schwedische Band namentlich vor (Zitat: „Björn, Benny, Anna und Frida“). Auf der Bühne standen dann allerdings Björn Ulvaeus, Benny Andersson, Frida Lyngstad und Inger Brundin – eine Freundin von Lyngstad, die ersatzweise für Agnetha Fältskog auftrat, da Fältskog gerade ihr erstes Kind bekommen hatte und daher nicht verreisen wollte. Da die Band in Deutschland zu diesem Zeitpunkt aber völlig unbekannt war, fiel niemandem im Publikum auf, dass nicht Agnetha Fältskog auf der Bühne stand.
Im November 1974 traten ABBA in der ostdeutschen Fernseh-Unterhaltungssendung „Ein Kessel Buntes“ – zu dieser Zeit noch im alten Berliner Friedrichstadt-Palast – auf und präsentierten die drei Titel „Waterloo“ (deutschsprachige Version), „So Long“ und „Honey Honey“.
Am 21. August 1976 gab es im Musikladen ein „ABBA-Special“ – es blieb die einzige Musikladen-Sendung, in der nur eine einzige Musikgruppe präsentiert wurde.
ABBAs erster und einziger Live-Auftritt am 11. November 1982 im Showexpress mit Michael Schanze war der letzte gemeinsame Bühnenauftritt in Deutschland und ihr vorletzter Bühnenauftritt überhaupt. Fältskog und Lyngstad sangen hier die beiden neuen Titel „The Day Before You Came“ und „Under Attack“. Der Auftritt im Jahr 1982 war insoweit ungewöhnlich, als nach bereits kursierenden Trennungsgerüchten über ABBA und Schanzes Anmoderation zunächst nur Fältskog alleine im Trockeneisnebel auf der Bühne stand, hinter sich eine Wand, die mit dem ABBA-Schriftzug beleuchtet war. Im Laufe ihres mit ernster und in sich gekehrter Miene vorgetragenen Gesangsparts von „The Day Before You Came“ trat Fältskog drei Schritte nach vorne, während sich die Wand plötzlich zu drehen begann. Erst jetzt wurde sichtbar, dass Fältskog vor einer Drehbühne stand, auf der nun hinter ihr die anderen ABBA-Mitglieder erschienen, wobei Lyngstad auf Anderssons Klavier saß.
Ein bereits zwei Jahre zuvor geplanter Auftritt im Showexpress musste wegen einer Entführungsdrohung an die ABBA-Mitglieder kurzfristig abgesagt werden und wurde durch eine 20-minütige Live-Schaltung nach Schweden ersetzt.
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für den internationalen Durchbruch von ABBA war zunächst der Sieg beim Eurovision Song Contest 1974, durch den die Gruppe und ihr einfacher, aber markanter Bandname ABBA quasi über Nacht internationale Bekanntheit erreichten. Gleichzeitig vermittelten sie durch ihren Song „Waterloo“ und die ungewöhnlichen und schrillen Kostüme ein neues, modernes Image, das vom europäischen Publikum überwiegend positiv beurteilt wurde.
Während viele Bands zu dieser Zeit noch Musik spielten, die sich an die populäre englische Rockmusik der 60er Jahre anlehnte, waren ABBA bestrebt, modernere, eingängige und kommerziell erfolgreiche Unterhaltungsmusik zu produzieren. Nachdem ABBA auf den ersten Platten noch mit sehr verschiedenen Musikrichtungen experimentierten – von der Glamrock-Nummer „Watch Out“ bis zum internationalen Schlagersong „Honey, Honey“ – fand die Gruppe 1975 einen eigenen und so bislang noch nicht produzierten Pop-Sound. Unterstützt durch eine vielseitige Instrumentenauswahl, moderne Arrangements und ausgefeilte Studiotechnik, die im Vergleich zu vielen anderen Pop- und Disco-Musikern ihrer Zeit sehr aufwändig war, erreichten ABBA einen sehr hohen Qualitätsstandard, sowohl bei der Musikaufnahme als auch bei der Produktion. Oftmals werden ABBA daher heute auch als Mitbegründer der modernen Popmusik angesehen.
Ein weiterer Grund für den Erfolg von ABBA waren die beiden Sängerinnen: zwei völlig unterschiedliche, dabei aber gleichermaßen attraktive und sympathische Frauentypen mit einer frischen und positiven Ausstrahlung. Außerdem hatten die beiden professionell ausgebildete Stimmen mit einem großen Tonumfang (Lyngstad: Mezzosopran; Fältskog: Sopran), die miteinander sehr gut harmonierten und in den Liedern variantenreich eingesetzt wurden.
Auch hatten ABBA ein sehr gutes Gespür für die Auswahl der Singles und deren Veröffentlichungen sowie für die Weiterentwicklung ihrer Musik. Nur wenn ein Lied dem Produktionsteam „nachhaltig“ gefiel, wurde es veröffentlicht. Vor allem an die Lieder, die vor einem neuen Album als Single veröffentlicht wurden, stellte das ABBA-Team hohe Ansprüche. Aber auch die späteren Single-Auskopplungen mussten „Hit-Niveau“ haben. Auf diese Weise produzierte ABBA nahezu zeitlose Musik mit hohem Unterhaltungs- und Wiedererkennungswert („Ohrwürmer“) auf dem jeweils aktuellen Stand der Studiotechnik. War ein neuer Titel einem bereits eingespielten Lied allerdings zu ähnlich, wurde er erst gar nicht produziert. Ein Beleg hierfür ist die Liste unveröffentlichter ABBA-Songs.
Im Zuge einer globalen Vermarktungsstrategie setzte das ABBA-Management um Stig Anderson ab dem ersten Greatest-Hits-Album (Ende 1975) zwar auf möglichst einheitliche Veröffentlichungen, jedoch wurden immer wieder verschiedene Titel, Singles und Alben – wie bereits zu Beginn ihrer Karriere – sehr länderspezifisch aufgenommen und veröffentlicht. So gibt es viele Titel, die in unterschiedlichen Sprachen gesungen wurden, abweichende Titel auf den B-Seiten der Singles sowie viele Sonderproduktionen und Compilation-Alben für einzelne Länder.
Darüber hinaus hatten ABBA in den für sie kommerziell wichtigsten Ländern eine für damalige Verhältnisse sehr hohe Medienpräsenz. Die Gruppe gab unzählige Interviews und trat in den bedeutenden Musikshows live auf, um neue Songs und Alben zu präsentieren. Auch nutzte sie das Medium des damals noch nicht so genannten „Videoclips“ wie kaum eine andere Gruppe. ABBA machte quasi das Musikvideo zur Single und war dadurch auf der ganzen Welt gleichzeitig präsent. Parallel dazu trat die Gruppe 1977 und 1979 bei weltweiten Tourneen mit aufwändiger Bühnen- und Scheinwerfer-Show auf, was man in dieser Dimension nur von sehr wenigen Künstlern kannte.
Auf frühen Platten-Covern werden „Björn & Benny …“ zum Teil mit dem Zusatz „… med svenska flickor“ („… mit schwedischen Mädchen“) genannt. Grund dafür war, dass Fältskog damals noch exklusiv bei der Plattenfirma Cupol unter Vertrag stand und deren erfolgreichster Star war, so dass Tantiemen und Lizenzgebühren von Polar an Cupol fällig gewesen wären. (Diese Vertragsbindungen galten bedingt auch noch während der erfolgreichen ABBA-Zeit bis Ende 1975, so dass später hohe Tantiemen an die Firma Cupol gezahlt wurden. Lyngstads Plattenvertrag mit EMI-Records endete Mitte 1972.)
Bei einigen Musikfestivals in den heimischen „Folkparks“ sind die vier Schweden mehrfach auch unter dem Namen „Festfolk“ gemeinsam öffentlich aufgetreten.
Erst als sie in ihrem Heimatland Schweden erste Erfolge als Gruppe hatten, wurde ein passender Bandname gesucht. „Friends and Neighbours“, „Alibaba“ und „BABA“ waren dabei zunächst die ernsthaftesten Vorschläge. Ende des Jahres 1973 wurde schließlich der Bandname ABBA festgelegt, mit dem die Gruppe dann erstmalig im Februar 1974 bei der schwedischen Vorentscheidung („Melodifestivalen 1974“) für den Eurovision Song Contest auftrat.
Dieser einfache, sehr markante und prägnante Bandname ABBA ist ein Palindrom und zugleich ein Akronym, welches sich aus den Anfangsbuchstaben der vier Vornamen der Bandmitglieder in folgender Reihenfolge ableitet:
In Skandinavien wurde dieser Bandname zunächst eher verhalten beurteilt, da es in Schweden ein großes und sehr bekanntes Nahrungsmittelunternehmen mit dem Namen Abba Seafood gibt. Doch schließlich setzte sich der Bandname ABBA sehr schnell durch – nicht zuletzt deshalb, weil er in fast allen Sprachen leicht und gleich ausgesprochen wird und in alphabetischen Aufzählungen immer sehr weit vorne steht (z. B. im Musikgeschäft; vgl. auch die Formulierungen „Von ABBA bis Zappa“ oder „Von ABBA bis ZZ Top“) .
Nachdem die Gruppe zu ihrem Bandnamen ABBA gefunden hatte, wurde dieser zunächst nur typografisch auf Cover, Plakaten, Poster und sonstigen Promotionmaterialien abgebildet.
Nach einem Auftritt in der deutschen Musiksendung Disco im Februar 1976 bekam der Fotograf Wolfgang Heilemann den Auftrag, in einem nahe gelegenen Studio einige Aufnahmen von der Gruppe für diverse Medien zu machen. Dabei war auch eine Fotostrecke vorgesehen, bei der bei jedem der vier Bandmitglieder ein großer silberfarbener Initial-Buchstabe stehen sollte. Bei diesen Aufnahmen stellte Andersson – an zweiter Stelle stehend – versehentlich das „B“ „auf den Kopf“, was allerdings erst nach Beendigung der Fotoaufnahmen bemerkt wurde. Nachdem Heilemann die Bandmitglieder über den Fehler informiert hatte, haben Andersson und Ulvaeus sich kurz unterhalten und sich bei Heilemann für die „großartige Idee“ bedankt.
Auf Basis dieser Idee entwickelte kurz darauf der Grafiker Rune Söderqvist aus der Schriftart Helvetica™ Bold den ABBA-Schriftzug mit dem spiegelverkehrten „B“. Söderqvist erläuterte zu dem Logo, dass „die beiden modifizierten „B´s“ sich harmonisch den beiden „A´s“ zuwenden“.
Das ABBA-Logo wurde am 13. August 1976 offiziell vorgestellt und wird seit der Single „Dancing Queen“ bis heute bei allen offiziellen ABBA-Tonträgern, Publikationen und Fanartikeln eingesetzt.
Nach dem Eintrag des ABBA-Logos als Markenzeichen gehörten die Rechte einer ABBA-eigenen Vermarktungsfirma. 1990 verkaufte Stig Anderson schließlich Polar Music mit fast sämtlichen Verwertungs- und Lizenzrechten an der eingetragenen Marke ABBA für einen nicht bekannten Geldbetrag an den Medienkonzern PolyGram.
Popband | Disco-Band | Schwedische Band | Teilnehmer am Eurovision Song Contest | Abkürzung
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