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geplante Gesamtlänge 226 km
Bundesländer Sachsen-Anhalt
Thüringen
Bayern

Bundesautobahn 71 map.png

Die Bundesautobahn 71 (Abkürzung: BAB 71 oder A 71) wird nach ihrer voraussichtlichen Gesamtfertigstellung im Jahr 2009 oder 2010 Sangerhausen über Erfurt und den Thüringer Wald mit Schweinfurt verbinden. Derzeit führt sie von Sömmerda nach Erfurt-Nord und von Erfurt-Bindersleben bis zum Dreieck Werntal bei Schweinfurt. Weitere Orte an der A 71 sind Arnstadt, Ilmenau, Geraberg, Oberhof, Zella-Mehlis, Suhl, Meiningen, Mellrichstadt, Bad Neustadt, Münnerstadt und Bad Kissingen.

Allgemeines


Die Autobahn ist ein Neubau, der 1996 begonnen wurde, mit dem Hauptabschnitt Erfurt-Schweinfurt als Teil des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit Nr. 16. Sie ist abgesehen von einem kurzen Steigungsabschnitt zwischen dem Tunnel Behringen und Ilmenau-Ost durchgehend vierspurig (plus Standstreifen, außerhalb der Tunnel) und hat den Regelquerschnitt (RQ) mit 26 m Breite. Mit ungefähr 10 Millionen Euro pro Kilometer ist die Strecke eine der teuersten Straßen, die in Deutschland gebaut wurden. Der erste Abschnitt von Erfurt-Bindersleben bis zum provisorischen Anschluss Traßdorf wurde 1998 dem Verkehr übergeben, 2001 erfolgte das Teilstück bis Ilmenau-Ost und im Sommer 2003 war die Strecke von Erfurt bis Meiningen-Süd in Betrieb. Am 14. Oktober 2005 wurde vorab der Abschnitt zwischen dem Autobahndreieck Werntal bei Schweinfurt, wo die A 71 in die A 70 mündet, und der Anschlussstelle Bad Kissingen bei Oerlenbach für den Verkehr freigegeben. Am 17. Dezember 2005 folgte das Teilstück Meiningen-Süd - Bad Kissingen, womit der 1,6 Milliarden € teure und 152 km lange Abschnitt zwischen Erfurt und Schweinfurt fertig gestellt war. Der Restabschnitt bis Sangerhausen soll spätestens 2010 dem Verkehr übergeben werden. Zu diesem Zeitpunkt werden 35.000 bis 45.000 Autos am Tag auf der neuen Strecke erwartet.

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Thüringer-Wald-Autobahn


In dem Abschnitt Arnstadt-Süd - Meiningen-Süd mit ca. 60 km Länge durchquert die Autobahn den Thüringer Wald an seiner schmalsten Stelle und hat hier auch den Namen Thüringer-Wald-Autobahn. Die eigentliche Kammquerung erfolgt auf 670 m Höhe über NN mit einer maximalen Längsneigung von 2 % im fast 8 km langen Tunnel Rennsteig, der zur Zeit für Gefahrguttransporte gesperrt ist und vermutlich für Gefahrguttransporte mit hochexplosivem Inhalt dauerhaft gesperrt bleibt.

Geschwindigkeitsbeschränkung

Zwischen den Tunneln Alte Burg und Berg Bock gibt es über eine Länge von ca. 18 Kilometern eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 80 km/h, welche durch vier feste Messstellen je Fahrtrichtung überwacht wird. Diese liegen im Tunnel Rennsteig bei Kilometer 117 und 120, zwischen Hochwaldtunnel und Tunnel Berg Bock bei Kilometer 125 und im Tunnel Berg Bock bei Kilometer 128. Außerdem gibt es an der Schwarzbachtalbrücke vor dem Südportal des Tunnel Alte Burg bei Kilometer 114 eine Abstands-Mess-Anlage. Hier wurde 2003 ein nicht genehmigtes Kennzeichen-Erfassungssystem erprobt. Eine weitere Abstands-Mess-Anlage befindet sich unmittelbar vor dem Tunnel Alte Burg aus Richtung Erfurt kommend. An beiden Anlagen wird die Geschwindigkeit zur Ermittlung des Sicherheitsabstandes ebenfalls erfasst.

Besonderheiten

Auf den Talbrücken Reichenbach und Zahme Gera sind seit Eröffnung 2003 trotz Tempolimit und Windsäcken (die in der Nacht teilweise schwer zu erkennen sind) schon mehrere Lkw oder deren Anhänger (jeweils ohne Ladung) durch starke Windböen umgerissen worden. Daher wird die Einrichtung eines elektronischen Windwarnsystems geprüft.

Bei Kilometer 144 überquert die Autobahn mit der Talbrücke Schindgraben einen Kalksteinbruch, der seit 1991 in Betrieb ist. Sprengungen im Steinbruch erfolgten am Samstag um 15 Uhr alle zwei Wochen. 2006 soll Mittwochs um 12 Uhr gesprengt werden. Vor diesen wird aufgrund des Steinfluges die Autobahn von Polizeiwagen für ca. 20 - 30 Minuten gesperrt. Da die Sprengungen laut Planfeststellungsbeschluss von 1999 weiterhin erlaubt sind, eine Trassenverschiebung aufgrund von Naturschutzbelangen sowie aus Kostengründen nicht möglich war und die Vorkommen noch für 50 Jahre reichen, versuchte die DEGES bisher erfolglos den Steinbruch zu kaufen.

Laut dem 6. Tätigkeitsbericht des Thüringer Landesbeauftragten für den Datenschutz befinden sich in den Tunneln der Kammquerung und um diese herum 280 schwenkbare Kameras ohne Zoomfunktion, die der Überwachung des Verkehrsflusses und betriebstechnischen Anlagen dienen. Weiterhin gibt es ca. 250 induktive Zählstellen für die Erfassung der Verkehrsbewegung und Steuerung der Verkehrsströme. Laut Bericht werden weder von Kameras noch Zählstellen personenbezogene Daten erfasst.

Bauwerke

Im Bereich der Wald-Autobahn folgen viele große Ingenieurbauwerke aufeinander, die bemerkenswertesten sind in der folgenden Tabelle aufgelistet.

- bgcolor="#FFDEAD"
Kilometer Bauwerk Länge
92,5 AB-Tunnel.svg Tunnel Behringen 465 m
94,0 AB-Brücke.svg Wipfratalbrücke 176 m
101,5 AB-Brücke.svg Talbrücke Altwipfergrund 278 / 280 m
102,5 AB-Brücke.svg Talbrücke Streichgrund 449 / 450 m
107,0 AB-Brücke.svgTalbrücke Reichenbach 1000 m
108,5 AB-Brücke.svg Talbrücke Zahme Gera 520 m
112,0 AB-Tunnel.svg Tunnel Alte Burg 874 / 866 m
113,5 AB-Brücke.svg Talbrücke Schwarzbachtal 352 / 322 m
114,0 AB-Brücke.svg Talbrücke Wilde Gera 552 m
114,5 AB-Tunnel.svg Tunnel Rennsteig 7916 / 7878 m
123,5 AB-Tunnel.svg Tunnel Hochwald 1056 m
126,0 AB-Brücke.svg Talbrücke Steinatal 340 m + 108 m Rampen
126,5 AB-Tunnel.svg Tunnel Berg Bock 2738 / 2718 m
131,0 AB-Brücke.svgTalbrücke Albrechtsgraben 770 m
133,5 AB-Brücke.svg Talbrücke Seßles 320 m
135,0 AB-Brücke.svgTalbrücke Schafstalgrund 524 m
137,0 AB-Brücke.svg Talbrücke Streitschlag 256 m
140,0 AB-Brücke.svgTalbrücke Schwarza 675 m
142,0 AB-Brücke.svg Talbrücke Rotes Tal 406 m
144,0 AB-Brücke.svg Talbrücke Schindgraben (Steinbruch) 464 m
145,0 AB-Brücke.svg Talbrücke Judental 456 m
147,0 AB-Brücke.svg Talbrücke Haseltal 724 / 714 m
149,5 AB-Brücke.svg Talbrücke Werra (Einhausen) 1194 m
150,5 AB-Tunnel.svg Tunnel Eichelberg 1115 m
151,5 AB-Brücke.svg Talbrücke Jüchsen 369 m

Rekorde

Wildwechselschutz


Ein Wildwechsel wird durch beidseitige, durchgehende Wildschutzzäune auf der gesamten Strecke zwischen Erfurt und dem Dreieck Werntal verhindert. Bei neu freigegebenen Abschnitten erfolgt die Errichtung des Wildschutzzaunes erst nach Abschluss sämtlicher Baumaßnahmen.

Um einen gefahrlosen Wildwechsel zu ermöglichen, wurden zwischen den Anschlussstellen Arnstadt-Süd (bei Kilometer 98) und Ilmenau-Nord sowie Meiningen-Nord und Meiningen-Süd (bei Kilometer 149) in Deutschland noch seltene 40 Meter breite Überführungen, auch Grünbrücken genannt, errichtet. Ansonsten kann ein Wildwechsel durch die zahllosen Feld- und Waldwegunterführungen der A 71 erfolgen.

Galerie


Bild:Talbruecke1-Werra.jpg|A71-Talbrücke Werra bei Einhausen Bild:A71-Jüchsetalbrücke2005-07-03.jpg|A71-Jüchsetalbrücke Bild:A71-Eichelbergtunnel2005-05-01.jpg|A71-Tunnel Eichelberg Südportal Bild:A71-Eichelbergtunnel2005-07-03.jpg|A71-Tunnel Eichelberg / Jüchsetalbrücke Bild:A71-Talbruecke-Bibra-2005-09-18.jpg|A71-Talbrücke Bibra zwischen Rentwertshausen und Queienfeld Bild:A71 Brücke Münnerstadt.jpg|A71-Lauertalbrücke (625 m) bei Münnerstadt Bild:A71 Wipfratal.JPG|Überquerung der A71 über das Wipfratal, rechts die Eisenbahn-ABS/NBS Nürnberg - Erfurt mit der Einfahrt in den Tunnel Sandberg

Weblinks/Quellen



Bundesautobahn | Verkehr (Sachsen-Anhalt) | Verkehr (Thüringen) | Verkehr (Bayern) | Bundesautobahn 71

 

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