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A priori (lat., vom Früheren her), vor aller Erfahrung; von vornherein (Gegensatz a posteriori);

A priori ist eine lateinische Phrase und meint soviel wie vom Vorhergehenden und bezeichnet etwas, das der Erfahrung vorausgeht.

Allgemein


Wissen, das durch Denken und nicht durch die Überprüfung durch die Praxis (Experiment, Erfahrung etc.) als Voraussetzung für weitere Erkenntnisse gesetzt wird, wird als a priori gesetztes Wissen genannt.

In modernen westlichen Theorien wird es als Vorausgesetztes Wissen bezeichnet, das nicht durch Erfahrungen als gültiges Wissen positioniert wird, sondern den Erfahrungen vorausgesetzt wird. Im Gegensatz dazu wird Wissen, das durch Erfahrungen gewonnen wird als a posteriori bezeichnet.

Mathematik und Logik sind Wissenschaften, die aprioristisch arbeiten. Voraussetzungen die hier a priori gesetzt werden, werden Axiome genannt. Eine Aussage wird anhand der Axiome als wahr oder falsch beurteilt. Im Gegensatz dazu arbeiten Natur- und Sozialwissenschaften empirisch und gewinnen ihre Aussagen a posteriori.

Die Lehre des Apriorismus handelt von der Möglichkeit, wie Erkenntnisse a priori zu gewinnen sind.

In der Philosophie


Die Frage wie allgemein gültiges Wissen gewonnen werden kann, beschäftigt die Erkenntnistheorie. Im Gegensatz zu den Empiristen sind dabei die Rationalisten der Überzeugung, dass dieses Wissen nicht aus der Erfahrung gewonnen werden kann, sondern durch Denken apriori bestimmt werden muss.

Zu den rationalistischen Philosophen, die Grundsätze a priori aufstellen, gehören vor allem René Descartes und Gottfried Leibniz. Der Satz "Ich denke, also bin ich" (Cogito, ergo sum) ist eine solche a priori gesetzt Erkenntnis Descartes, die allen Erfahrungen vorausgesetzt wird.

Ontologie und Metaphysik begründen ihre Deutungen über die Welt und den Menschen letztlich durch a priori gesetzte allgemein gültige Aussagen.

Bei Kant


Mit dem Begriff a priori proklamierte - in einer moderneren Form - zuerst der Philosoph Immanuel Kant diejenigen geistigen Funktionen, durch die es dem Menschen überhaupt möglich wird, sinnvolle Erfahrungen zu machen. Kant erläuterte seine Idee vom Apriorischen erstmals in seiner Schrift „Kritik der reinen Vernunft“. Kant kritisierte darin den naiven Glauben sowohl des Rationalismus wie des Empirismus an der Objektivität der Erkenntnisse. Seine Transzendentalphilosophie beschäftigt sich nicht mit Gegenständen, sondern mit unserer Erkenntnisart der Gegenstände. Vor aller Erfahrung, apriorisch, lägen in unserem Verstand Formen, Kategorien, etc., nach denen wir das Objektive erfahren und ordnen würden. Alles Objektive sei subjektiv geformt. Hinter der Welt unserer Erfahrung liege eine Welt der Dinge an sich, über die wir nichts wissen könnten. Raum und Zeit würden vom Menschen in die Welt hineingetragen, existierten also unabhängig von uns nicht. Ebenso verhalte es sich mit den Naturgesetzen. In dieser Schrift kommt Kant auch zu der Auffassung, dass Metaphysik als Wissenschaft unmöglich ist, da Gott und Seele außerhalb unserer Erfahrung lägen.

Von dem Begriff a priori partizipieren heute viele wissenschaftliche Disziplinen, ohne allerdings die Definition von Kant zu beachten. Er findet dort Verwendung, wo Wahrscheinlichkeitsaussagen gemacht werden sollen, beispielsweise in den Wirtschaftswissenschaften und Naturwissenschaften.

Siehe auch: Aposteriorisches Wissen, A-priori-Wahrscheinlichkeit

Lateinische Phrase | Wissen | Kantianismus

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