Der Begriff a cappella wird traditionell im Sinne von „unbegleitet“ verwendet und beschreibt Gesang, der nicht von Musikinstrumenten begleitet wird. Seit Mitte der 1990er-Jahre rückt A cappella zunehmend als Bezeichnung für ein Genre der populären Musik ins Bewusstsein der Öffentlichkeit.
Als Bezeichnung für das Populärmusik-Genre wird A cappella mit einem großen A geschrieben.
Als Vorsatz eines zusammengesetzten Hauptwortes wird das A in jedem Falle groß geschrieben und zusätzlich Bindestriche eingefügt, z. B. „A-cappella-Komposition“.
Falsch ist es (heute), das Wort „cappella“ mit nur einem p zu schreiben. In historischen Schriften, die das Wort nicht aufs Italienische, sondern aufs Lateinische zurückführen, begegnet man aber auch dieser Schreibweise.
Zunächst verstand man darunter Vokalmusik, bei der der (mehrstimmige) Gesang durch Musikinstrumente begleitet wurde, wobei die Instrumente genau das spielen, was die Stimmen singen.
Das bedeutet eine Aufführungspraxis von Vokalmusik, die sehr variabel dargestellt werden konnte. Nach Möglichkeit zog der Kapellmeister vorhandenes Instrumentarium bei der Aufführung hinzu. Die Instrumente konnten die Singstimmen verdoppeln oder auch ersetzen.
Chöre und Kantoreien, die heute eine historische Aufführungspraxis beachten, ziehen zu ihren Aufführungen von alter Chormusik im Cappellstil wieder vermehrt Instrumente hinzu, wobei durchaus auch historische Instrumente verwendet werden.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstand in den USA ein neues Genre von vokalen Kleingruppen (z. B. The Yale Whiffenpoofs 1909). Dabei wurde in Barbershop-Manier in close harmony gesungen. 1927 entstanden nach dem amerikanischen Vorbild der The Revelers in Deutschland die Comedian Harmonists. Sie sangen zwar mit Klavierbegleitung, förderten durch ihre Popularität aber das rein vokale Genre sehr. Weitere Einflüsse nahm die A-cappella-Musik aus dem Doowop der 50er Jahre.
So wird populäre A-cappella-Musik heutzutage vor allem durch moderne Vokalensembles mit vier bis sechs Personen aufgeführt. Neben vielen rein männlichen und gemischten Ensembles gibt es nur wenige rein weibliche Gruppen (z.B. die Teñoritas). Als Lied-Material werden zum einen spezielle Cover-Versionen von Liedern aus dem Pop- und Rock-Bereich verwendet, die ohne Instrumente arrangiert werden. Zum anderen werden speziell hierfür geschriebene und arrangierte Lieder verwendet.
Bei den Arrangements können die einzelnen Stimmen in Melodie und Text gleichberechtigt nebeneinander stehen. Häufig aber übernehmen eine oder mehrere Stimmen die Hauptstimme (im Sinne einer Solostimme oder einer Leadstimme), während die anderen Stimmen für die Begleitung sorgen. Dabei ahmen die einzelnen Stimmen (oft durch elektronische Hilfsmittel und Studiotechnik verstärkt) einzelne Instrumente nach – insbesondere das Schlagzeug durch Beatboxing.
In Deutschland wurden seit 1974 die 12 Sänger der Berliner Hymnentafel bekannt. Spätestens seit Ende der 1990er Jahre kann von einer Entwicklung und Ausbreitung der A-cappella-Musik gesprochen werden. Die 6-Zylinder (gegründet 1983) aus Münster hatten daran maßgeblichen Anteil. In den 1990ern erreichten Die Prinzen aus Leipzig einen hohen Bekanntheitsgrad, wobei sie neben reinen A-cappella-Aufnahmen auch instrumentale Begleitung einsetzten.
In den 2000er Jahren sind im deutschsprachigen Raum die Wise Guys besonders erfolgreich.
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