Die 6. Britische Luftlandedivision (engl. British 6th Airborne Division) war eine britische Luftlandedivision im Zweiten Weltkrieg und in der Nachkriegszeit.
Die Division wurde am 3. Mai 1943 im Vereinigten Königreich gegründet und bestand aus Fallschirmjägereinheiten und Einheiten, die mit Gleitern landeten. Der Name 6. Britische Luftlandedivision wurde gewählt, um vorzugaukeln, es gäbe 5 weitere Luftlandedivisionen. Tatsächlich gab es nur 2 - Die 1. und die 6. Britische Luftlandedivision. Berühmte Angehörige der Division waren der Major John Howard, der Lieutenant-Colonel (Oberstleutnant) Terence Otway, der Lieutenant John Hollington Grayburn, sowie der Lieutenant Den Brotheridge, der erste gefallene alliierte Soldat am D-Day.
Die Division eroberte während der Operation Tonga wichtige Schlüsselstellungen für die Invasion in der Normandie, kämpfte während der Schlacht in den Ardennen und nahm an der Überquerung des Rheins teil. Nach dem Krieg kämpften die Angehörigen der Division unter anderem in Palästina.
Geschichte
Zweiter Weltkrieg
D-Day
Operation Tonga - Karte.png
In den letzten Stunden des
5. Juni 1944 landeten Einheiten der Division, die mit Flugzeugen und Gleitern transportiert worden waren, im Verlauf der
Operation Tonga, in der
Normandie, hinter dem Strandabschnitt
Sword, an dem am Folgetag, dem
6. Juni, dem
D-Day, britische Truppen landen sollten. Die Aufgabe der 6. Britischen Luftlandedivision war es, die östliche Flanke der am 6. Juni landenden Truppen zu sichern. Hierzu gehörte unter anderem die Eroberung der
Pegasus- und der
Horsabrücke, die ein Teil der D-
Kompanie, unter dem Kommando von
Major John Howard, zu erfüllen hatte, und die Zerstörung der
Artilleriebatterie bei Merville, die dem 9. Bataillon, unter dem Befehl von Lieutenant-Colonel (
Oberstleutnant)
Terence Otway, übertragen worden war. Die zwei Einheiten, die diese Aufgaben auszuführen hatten, waren einige der ersten Einheiten, die in der Normandie gelandet sind. Am Morgen des
7. Juni, um ca. 13.00 Uhr, stieß die 1.
Commandobrigade unter
Lord Lovat zu Howards Truppen vor. Obgleich die Landungen umfangreich erprobt worden waren, wurden viele Einheiten in der Normandie verstreut. Die Gegend der Pegasus- und Horsabrücke wurde erfolgreich gegen die
Deutschen verteidigt, bis die alliierten Truppen, nachdem die Deutschen viele Gegenangriffe gestartet hatten, am Abend des 6. Juni von Teilen der
3. Britischen Infanteriedivision entlastet wurden.
Major General Gale talking to troops of 5th Parachute Brigade.jpg
Am 12. Juni bombardierte die britische Artillerie während des Angriffes auf Bréville selbiges. Dabei traf eine Granate eine Gruppe britischer Offiziere. Der Lieutenant-Colonel (Oberstleutnant) Johnny Johnson wurde getötet und der Brigadier Kindersley und Lord Lovat wurden schwer verletzt.
Von Juni bis August verteidigte die Division erfolgreich die Gegend im Osten des Flusses Orne. Am 2. August 1944 wurde die 6. Britische Luftlandedivision Teil der 1. Alliierten Luftlandearmee. Mitte August nahm die Division am Vorstoß in Richtung Seine teil und kehrte früh im September 1944 ins Vereinigte Königreich zurück, um sich zu erholen und wieder zu sammeln. Die Division hatte 4.000 Männer verloren, die entweder tot, verwundet oder vermisst waren.
Die Schlacht in den Ardennen
Am
16. Dezember 1944 starteten die Deutschen die
Ardennenoffensive, einen letzten Angriffsversuch gegen die Alliierten in den
Ardennen. Die 6. Britische Luftlandedivision drängte, kurz nachdem sie geholfen hatte, den Angriff abzuwehren, nach
Belgien. die Kämpfe dauerten bei sehr schlechten Wetterbedingungen bis Mitte Januar
1945an.
Die Überquerung des Rheins
Am
24. März 1945 nahm die Division an der Luftüberquerung des
Rheins (
Operation Varsity) teil, die einen Tag nach der Überquerung des Rheins durch Bodentruppen (
Operation Plunder) stattfand. Allerdings hatten die Deutschen die Division erwartet, was dazu führte, dass die Division schwere Verluste in der Luft und auf dem Boden erlitt. Die Operation war dennoch ein, jedoch teuer erkaufter, Erfolg. Danach stieß die 6. Britische Luftlandedivision Richtung Osten vor, um sich Ende April 1945 mit den
Russen in der Nähe der
Hafenstadt Wismar zu treffen.
Kriegsende
Am
8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg in Europa mit der
bedingungslosen Kapitulation Deutschlands. Für Teile der Division ging der Krieg jedoch andernorts weiter. Die
5. Fallschirmjägerbrigade wurde im Juli 1945 mit der Absicht, den Rest der Division folgen zu lassen, in den
Fernen Osten geschickt, um am Feldzug gegen die
Japaner teilzunehmen. Im August 1945 endete der Zweite Weltkrieg mit den
Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki und der Unterzeichnung der
japanischen Kapitulation am
2. September.
Nachkriegszeit
Folglich, kam der Rest der Division nicht in den Fernen Osten. Die 5. Brigade tat ihren Dienst in Operationen in
Malaysia und
Singapur, um die japanischen Streitkräfte zu entwaffnen. Danach ging die Brigade nach
Java, wo sie blieb, bis
1946 die Königliche Niederländische Armee die Insel erreichte.
Die Division wurde dann nach Palästina verlegt, wo sie für die interne Sicherheit sorgen sollte. Sie verblieb dort bis zum April 1948, wonach sie aufgelöst wurde. In Palästina kamen insgesamt 58 Männer ums Leben. Weitere 236 Männer wurden während der Stationierung in Palästina verwundet.
Insignia
Das Schulterstück der 6. Britischen Luftlandedivision (sowie das der 1.) wurde vom Major E. Seago erstellt und im Mai 1942 eingeführt. Es bestand aus einem rotbraunen Viereck mit einem himmelblauen geflügeltem Pferd, dem mythischen
Pegasus, in der Mitte.
Kommandeure
Verfilmungen
- Die Rolle der Division während der Operation Tonga wird im Kriegsfilm Der längste Tag von 1962 dargestellt.
Siehe auch
Literatur
- Christopher Chant: Operation Overlord: Sword Beach and the British 6th Airborne Division,6 June 1944 (Ravelin's Order of Battle S.), Ravelin, 1994, ISBN 1-898-99400-5
Weblinks
Militärischer Verband (Britische Geschichte) | Zweiter Weltkrieg (Verband) | Luftlandeverband
British 6th Airborne Division