Während früher die Bezeichnung 4MATIC nur bei Modellen mit optionalem Allradantrieb als Unterscheidungsmerkmal zu den normalen (heckgetriebenen) Modellen verwendet wurde, so wird sie mittlerweile bei (fast) allen Allrad PKWs von Mercedes verwendet. Der Name 4MATIC wurde erstmals 1987 beim Allradmodell des W124 verwendet. Zuvor wurde bereits das G-Modell mit serienmäßigem (zuschaltbaren) Allradantrieb angeboten - wenngleich ohne 4MATIC Kürzel. Für die Entwicklung der meisten Mercedes Allradmodelle war die österreichische Firma Magna Steyr zuständig.
Ausführungen
G-Modell W460, W461, W462
Im G-Modell (Baureihen W460, W461, W462) war der Allradantrieb manuell zuschaltbar. Die Hinterachse wurde starr angetrieben, mittels Klauenkupplung konnte die Vorderachse zugeschaltet werden. Zudem sorgten in schwierigen Situationen die optionalen Klauensperren an Vorder- und Hinterachse für ein verbesserte Traktion.
E-Klasse W124
Allrad 4Matic 124.jpg]]
Beim aufwendigen Allradsystem des W124 wurden im Standardbetrieb ausschließlich die Hinterräder angetrieben. Falls notwendig wurde von der elektronischen Steuerung automatisch auf permanentem Allradantrieb umgeschaltet, die Kraftverteilung (33:67 zugunsten der Hinterachse) und den Drehzahlausgleich übernahm dann ein Planetengetriebe. In zwei weiteren Stufen wurden falls notwendig die Hinterachse und das zentrale Differenzial gesperrt.
Allradantrieb mit Längssperre: Kupplung 1 geschlossen, Kupplung 2 geschlossen
Allradantrieb mit Längs- und Quersperre an Hinterachse: Kupplung 1 geschlossen, Kupplung 2 geschlossen und zusätzlich Hinterachse gesperrt
Restliche Modelle
Allrad perma.jpg
Der direkte Nachfolger des W124, der W210 erhielt einen permanenten Allradantrieb (Momentaufteilung 35:65 zu Gunsten der Hinterachse). Die Sperren werden durch elektronisch gesteuerte Bremseingriffe des Traktionssystems4-ETS ersetzt. Dreht ein Rad durch so veranlasst die Traktionskontrolle an diesem Rad einen Eingriff über die Bremsanlage, sodass die anderen Räder Kraft auf die Straße übertragen können.
Das Konzept permanenter Allradantrieb mit 3 offenen Differenzialen und elektronischer Traktionsregelung wurde auch in allen nachfolgenden Allradmodellen angewendet - einzig bei den Geländewagen kamen teilweise zusätzlich noch (zum Teil gegen Aufpreis) Sperren zum Einsatz.
Derzeitige Modelle
Der Allradantrieb ist in der R-, ML-, G- und GL-Klasse serienmäßig . Bei der C-Klasse (W203/S203), E-Klasse (W211/S211) und im Viano (W639) ist er gegen Aufpreis erhältlich. In der neuen S-Klasse (W221) ist er ab Herbst 2006 erhältlich.