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Ein 3D-Film (dreidimensionaler Film, auch stereoskopischer Film oder Raumfilm) ist ein Kinofilm, der dem Zuschauer durch stereoskopische Verfahren ein bewegtes Bild mit dem Eindruck echter räumlicher Tiefe bietet. Die Aufnahme eines 3D-Films erfolgt mittels Stereokameras, die Wiedergabe als Raumbildprojektion. 3D-Filme mit besonderen Spezialeffekten werden oft irreführend als 4D-Filme bezeichnet.

3D-Filme


3D-Brille.gif 3D-Filme werden überwiegend entweder in anaglypher Technik (rot-grün) oder im Raumbild-Verfahren der Polarisationstechnik aufgeführt. Einige wenige Filme wurden auch auf Drahtrasterleinwänden aufgeführt, dabei nur ein einziger Langfilm: Der russische Spielfilm „Robinzon Kruzo“ von 1947.

Die Hochzeit der 3D-Filme waren die 1950er-Jahre, als immer mehr Zuschauer den Kinos fernblieben und sich lieber das preiswerte Fernsehen ansahen. Verzweifelt suchten Filmproduzenten Zuschauer mit immer neuen Erfindungen ins Kino zurückzulocken. Da das Fernsehen anfangs nicht in Farbe ausgestrahlt wurde, war der 3D-Film eine der Attraktionen, die nur im Kino angesehen werden konnten.

Obwohl die Gebrüder Lumière bereits 1903 mit dem einminütigen Kurzfilm „L'Arrivee du Train“ schon in 3D experimentiert hatten, dauerte es noch 19 Jahre, bis am 27. September 1922 der erste Langfilm in Rot-Grün „The Power Of Love“ als Stummfilm aufgeführt wurde. 1927 setzte der französische Filmpionier Abel Gance auch 3D-Sequenzen in seinem Stummfilm-Meisterwerk „Napoléon“ ein, die allerdings bald wieder aus dem Film entfernt wurden. Der erste Tonfilm in 3D war 1936 der italienische „Nozze vagabonde“, produziert von der „Società Italiana Stereocinematografica“.

Am 27. Mai 1937 erfolgte mit „Gartenschau in Dresden“ dann in Deutschland der erste Versuchsfilm in Farbe im Polarisationsverfahren. Am 5. Dezember 1937 gab der deutsche Farb-3D-Film „Zum Greifen nah“ den 3D-Filmen das Motto vor und es wird auch heute noch gerne verwendet.

Einer der ersten Cinemascopefilme, eine weitere Erfindung, die Zuschauer zurück ins Kino locken sollte, Das Gewand (1956), wurde damals beworben als Film, den man „plastisch ohne Brille“ sehen kann *. Hiermit wollte man den Zuschauern einreden, sie hätten es ebenfalls mit einem 3D-Film zu tun, den man ohne die ungeliebten 3D-Brillen ansehen kann, was natürlich vollkommen falsch war. Cinemascope hat nur ein sehr breites Bild, das (anders als bei Cinerama) auf eine normale Kinoleinwand projiziert wird. Ein echter 3D-Film braucht jedoch zwingend zwei perspektivisch unterschiedliche Bilder, für jedes Auge eines, sonst ist keine räumliche Wirkung möglich.

Der erste Cinemascope-Film, der tatsächlich in 3D aufgeführt wurde, war 1960 „Der Schatz der Balearen“ (September Storm) vom Regisseur Byron Haskin.

Aktuell werden 3D-Kinofilme vorwiegend im IMAX-3D-Verfahren produziert und vorgeführt, entweder als zweistreifiger 70mm-Film oder neuerdings als Digital-Cinema-Fassung in elektronischer HDTV-Auflösung (z.B. "Geister der Titanic 3D"). Der Zuschauer trägt je nach Projektionsverfahren entweder eine herkömmliche Polarisations-Brille oder eine per Infrarot-Licht gesteuerte LCD-Shutterbrille. Im Internet-Versandhandel gibt es DVDs mit IMAX-3D-Filmen, die auf angepassten Abspiel- und Sichtgeräten (NTSC-tauglich) auch zu Hause eine echte räumliche Wiedergabe ermöglichen.

Die häufig als „3D“-Filme beworbenen Zeichentrick- oder mit hochwertigen Grafikprogrammen erstellten Computeranimations-Filme können mangels dargestellter zweiter Perspektive nur scheinbar räumlich wirken und haben mit echter Stereoskopie nichts zu tun.

4D-Filme


4D-Film ist eine irreführende Bezeichnung für einen 3D-Film, bei dem während der Vorführung neben der speziellen Bildprojektion (räumlicher Tiefe) und Tonwiedergabe noch weitere Mittel eingesetzt werden um die Vollständigkeit der Illusion zu erhöhen.

So gibt es 4D-Filme mit folgenden Spezialeffekten:

  • Sitze oder ganze Zuschauerränge werden bewegt oder vibrieren
  • Duftstoffe werden in den Kinosaal eingeleitet
  • künstlicher Regen und/oder Nebel werden produziert
  • Wind wird produziert
Der Einsatz solcher Verfahren kann aber auch bei nicht-stereoskopischen Filmen (2D-Filmen) erfolgen.

Gezeigt werden solche Filme in speziellen 4D-Kinos.

Filmliste


3D-Filmliste

Diese Liste enthält nur die Spielfilme in 3D. In verschiedenen deutschen und internationalen Freizeitparks gibt/gab es als Attraktion auch Kurzfilme in 3D, so in DisneyworldCaptain EO“ (mit Michael Jackson) oder bei Universal „Terminator 3D“ oder auch „Shrek 4D“.

  • Robinzon Kruzo - 1947
  • Bwana, der Teufel - 1952
  • Arena - 1953
  • Cat Women On The Moon - 1953
  • Sizilianische Leidenschaft - 1953
  • Die Letzte Patrouille - 1953
  • Der brennende Pfeil - 1953
  • Top Banana - 1953
  • Der Letzte Rebell - 1953
  • Hölle der Gefangenen - 1953
  • Der schweigsame Fremde - 1953
  • Flug nach Tanger - 1953
  • Fort Ti - 1953
  • Das gläserne Netz - 1953
  • Mit der Waffe in der Hand - 1953
  • Man nennt mich Hondo - 1953
  • Das Kabinett des Professor Bondi - 1953
  • Der Richter bin ich - 1953
  • Verhängnisvolle Spuren - 1953
  • Gefahr aus dem Weltall - 1953
  • Robot Monster - 1953
  • Sangaree - 1953
  • Mörder ohne Maske - 1953
  • Küss mich Kätchen - 1953
  • Louisiana Territory - 1953
  • Der Mann im Dunkel - 1953
  • Fegefeuer - 1953
  • The Moonlighter - 1953
  • The Maze - 1953
  • Bis zur letzten Kugel - 1953
  • Der tollkühne Jockey - 1954
  • Die Königin von Tahiti - 1954
  • Der Schrecken vom Amazonas - 1954
  • Blut im Schnee - 1954
  • Bei Anruf Mord - 1954 (Hitchcock)
  • The Diamond Wizard - 1954
  • Lockende Venus - 1954
  • Funniest Show On Earth - 1954
  • Der Würger von Coney Island - 1954
  • Hannah Lee - 1954
  • Legt ihn nicht um - 1954
  • Der wahnsinnige Zauberkünstler - 1954
  • Sindbad's Sohn - 1954
  • Der Würger von Paris - 1954
  • Die Rache des Ungeheuers - 1955
  • Der Schatz der Balearen - 1960 (erster Cinemascope-Film in 3D)
  • Die teuflische Maske - 1961
  • Gog - 1964
  • Fantastic Invasion Of Planet Earth (auch: "The Bubble") - 1966
  • Die Vampire des Dr. Dracula - 1967
  • Operation Taifun - 1967
  • Domo Arigato - 1973
  • Andy Warhols Frankenstein - 1973
  • Dynasty - 1976
  • A*P*E - 1976
  • Revenge Of The Shogun Woman - 1977
  • Es donnert über San Franzisco - 1981
  • Alles fliegt dir um die Ohren - 1981
  • Der Killerparasit - 1982
  • Und wieder ist Freitag der 13. - 1982
  • Das Geheimnis der vier Kronjuwelen - 1982
  • Metalstorm - Die Vernichtung des Jared-Syn - 1983
  • Amityville 3D - 1983
  • Der weiße Hai 3D - 1983
  • Spacehunter - Jäger im All - 1983
  • My Dear Kuttichathan - 1986
  • Freddy's Finale - 1991 (nur die letzten etwa 15 Minuten)
  • The Little Magician - 2002
  • Cyberheidi 3D - 2002
  • Spy Kids 3D: Game Over (oder Mission 3D - 2003 (auch als Anaglyphen-DVD mit Papp-Brille)
  • The Adventures of Sharkboy and Lavagirl in 3-D - 2005

4D-Filmliste

Diese Liste enthält Filme, die in speziellen 4D-Kinos gezeigt wurden und/oder gezeigt werden.

Interessantes


Literatur


  • Peter A. Hagemann: Der 3-D-Film (Hrsg. Stiftung Deutsche Kinemathek zur Berlinale 1980), Verlag Monika Nüchtern, 1980
  • David Hutchison (Hrsg.): STARLOG Photo Guidebook: Fantastic 3-D, Starlog Press, ISBN 0-931-06453-8 (Englisch)
  • R. M. Hayes: 3-D Movies, 1989 (Englisch)
  • Hal Morgan & Dan Symmes: Amazing 3-D, Little, Brown and Company, 1982, ISBN 0-316-58283-2 (Englisch)

Weblinks


Filmtechnik | 3D-Film | Räumliches Sehen | Filmgattung

3-D film

 

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